Camerarius an Crato, 15.01.1569: Unterschied zwischen den Versionen

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* „ vom Land an der Donau noch weiter weg zu lenken“: Vielleicht bezieht sich Camerarius darauf, dass Kaiser Maximilian im Februar 1568 einen Frieden mit dem osmanischen Reich geschlossen hatte, in dem er osmanische Besitzungen in Ungarn anerkannt hatte.
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* „ vom Land an der Donau noch weiter weg zu lenken“: Vielleicht bezieht sich Camerarius darauf, dass Kaiser Maximilian im Februar 1568 einen Frieden mit dem Osmanischen Reich geschlossen hatte, in dem er osmanische Besitzungen in Ungarn anerkannt hatte.
  
 
=== Literatur und weiterführende Links ===
 
=== Literatur und weiterführende Links ===
 
* http://www.aerztebriefe.de/id/00005114
 
* http://www.aerztebriefe.de/id/00005114

Aktuelle Version vom 23. März 2021, 22:26 Uhr


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 05.08.15685 August 1568 JL
Camerarius an Crato, 11.04.156811 April 1568 JL
Camerarius an Crato, mutmaßlich 15681568 JL
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 11.02.156911 Februar 1569 JL
Camerarius an Crato, 12.09.156912 September 1569 JL
Camerarius an Crato, 07.08.15707 August 1570 JL
Werksigle OCEp 1192
Zitation Camerarius an Crato, 15.01.1569, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (23.03.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1192
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 390-391
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1569/01/15
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Hae literae datae sunt nostrati istic sponso
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Politische Neuigkeiten; Türkenkriege/Türkengefahr
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen MH: Interessant, dass die altgriechische PAssage von den Söhnen nicht übersetzt wurde
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 23.03.2021
Werksigle OCEp 1192
Zitation Camerarius an Crato, 15.01.1569, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (23.03.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1192
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 390-391
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1569/01/15
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Hae literae datae sunt nostrati istic sponso
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Politische Neuigkeiten; Türkenkriege/Türkengefahr
Datumsstempel 23.03.2021


Hinweise zur Datierung

Jahr gesichert (Erwähnung des noch nicht publizierten Libellus gnomologicus; mutmaßlicher Bezug auf einen im Februar 1568 geschlossenen Frieden zwischen dem Kaiser und dem Osmanischen Reich).

Regest

Camerarius habe diesen Brief ihrem (Wiener) Bräutigam mitgegeben, der sich für die Hochzeitsvorbereitungen zurückziehe. Er hoffe, dass Crato den anderen, kürzlich geschriebenen Brief erhalten habe. Sein Sohn Ludwig habe einige (Schriftstücke und/ oder Geschenke) in einem Faszikel gesammelt, um sie Crato und einigen anderen überbringen zu lassen. Unbedeutend seien sie, aber Camerarius wolle seine Dankbarkeit für die ihm entgegengebrachten Gefälligkeiten zeigen.

Crato habe (in Wien?) einen entsiegelten Brief des Fürsten von Anhalt an Camerarius gesehen. Camerarius habe sich nun entschlossen, ihm eine Abschrift zu schicken. Aus dem Schreiben sei die Sorge des Fürsten um die Frömmigkeit und sein Interesse für die Religion erkennbar. Camerarius habe noch die Abschrift eines weiteren ziemlich seltsamen Briefes beigelegt, der vor mehreren Jahren verfasst wurde. Er glaube daher, dass der Verfasser jetzt eine andere Meinung habe. Denn wäre seine Meinung dieselbe geblieben, würde die beschlossene Verbindung nicht zu seinen Absichten passen. Crato solle diesen Brief für sich behalten und niemandem zeigen.

Er hege auch jetzt noch die Hoffnung – wenn sie auch durch die Gespräche mit (Christoph von) Karlowitz getrübt sei –, dass die in der Schwebe gehaltene Angelegenheit in Böhmen zu Ende gebracht werde. Sie werde anscheinend für vieles nützlich sein. Er wolle dies aber nicht in einem Brief erklären. Es sei klar, was seiner Meinung nach nicht nur wünschenswert, sondern beinahe notwendig sei. Aber dies sei nicht so wichtig, anderes bewege ihn mehr. (Die folgende Passage ist bewusst vage formuliert und auf Altgriechisch verfasst:) Dazu gehöre, um offen zu sprechen, dass es für die Größe des Kaisers (Maximilian II.) und seine Würde vielleicht angemessener und nützlich sei, das Augenmerk vom Land an der Donau noch weiter weg zu lenken (s. Anm.). Aber es solle geschehen, was Gott und dem Kaiser gut scheine. Dies werde er nämlich für das Beste halten und er werde Gott um um Erfolg bitten.

(Martin) Drembeck erwarte anscheinend Cratos Ankunft zur Hochzeit seiner Tochter, nachdem er ihm davon berichtet hatte. Camerarius sei aber überzeugt, dass Crato nicht kommen könne, obwohl er sicher sei, dass Crato kommen wolle, wenn es nur ginge.

Gerade habe er an einer gewissen Schrift (Libellus gnomologicus) gearbeitet, die er Georg Mehl von Strelitz widme. Aber die Offizinen verzögerten den Druck. Denn seine Schriften seien nicht so gut verkäuflich wie die täglich erscheinenden Schriften anderer mit Inhalten für die breite Masse. Man werde aber dafür sorgen, dass etwas gedruckt werde, das bezeuge, dass Camerarius Mehls Großherzigkeit nicht vergessen habe.

Er habe nicht gewusst, wo sich Lazarus von Schwendi gerade aufhalte. Jener habe anscheinend einige historische Schriften zu Germanien haben wollen, die ihm zu Camerarius‘ Verwunderung noch nicht geschickt worden seien. Diese habe er separat mitgeschickt und Crato solle sich darum kümmern, dass Schwendi sie erhalte, und ihn von ihm grüßen.

An (Johann Ulrich) Zasius habe er auf Cratos Wunsch geschrieben und den Brief beigefügt. Crato solle sich darum kümmern, dass er zu Zasius gelange. Beste Wünsche an Cratos Familie und Grüße von Camerarius‘ Familie an die Cratos. Lebewohl.

(Anne Kram / Manuel Huth)

Anmerkungen

  • „ vom Land an der Donau noch weiter weg zu lenken“: Vielleicht bezieht sich Camerarius darauf, dass Kaiser Maximilian im Februar 1568 einen Frieden mit dem Osmanischen Reich geschlossen hatte, in dem er osmanische Besitzungen in Ungarn anerkannt hatte.

Literatur und weiterführende Links