Camerarius an Chyträus, 14.02.1569

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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 Briefdatum
Camerarius an Chyträus, 17.09.157017 September 1570 JL
Chyträus an Camerarius, 13.01.157113 Januar 1571 JL
Chyträus an Camerarius, 1572 (?)1572 JL
Werksigle OCEp 1429
Zitation Camerarius an Chyträus, 14.02.1569, bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1429
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 1095-1097
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger David Chyträus
Datum 14.02.1569
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr ermittelt (im Druck o.J.), s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas scriptas Cremis
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Kirchenordnung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
  • Wer sind ii quos causa coniunxit?
Wiedervorlage nein
Bearbeiter Benutzer:MS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 3.05.2020
Werksigle OCEp 1429
Zitation Camerarius an Chyträus, 14.02.1569, bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1429
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 1095-1097
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger David Chyträus
Datum 14.02.1569
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr ermittelt (im Druck o.J.), s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Literas tuas scriptas Cremis
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Kirchenordnung
Datumsstempel 3.05.2020


Hinweise zur Datierung

  • Da Camerarius von einer möglichen weiteren Berufung nach Wien (si rursum placuerit me adhiberi) spricht, ist die erste Berufung (1568) vorauszusetzen.
  • Camerarius spielt auf ein Treffen der beiden im Dezember 1568 in Leipzig an (tibi hic coram a me esse indicatum), um das Chyträus im Brief vom 21.12.1568 gebeten hatte und das scheinbar noch nicht lange zurückliegt (meminisse potes).
  • Camerarius habe einen Brief aus Krems (litteras... scriptas Cremis) erhalten. Dort war Chyträus Anfang Januar 1569 (vgl. Lisch 1869, 77).

Regest

Camerarius habe den Brief aus Krems, vermutlich vom 18. Januar (Anm.), vorgestern erhalten.

Chyträus schrieb, er habe von gewissen Leuten vernommen, dass man leicht über die Gegenstände der Verhandlung übereinkommen könne. Andere und auch Camerarius hätten das sofort für richtig erachtet. Camerarius könne nicht ausmachen, woran es hapere, außer am Misstrauen. Denn die meisten wünschten, den Anschein zu erwecken, für die Wahrheit zu kämpfen, während sie nur um ihre eigene, oftmals unüberlegte Meinung kämpften; wenn jemand dieser nicht ganz zustimme, werde er zum Feind und Widersacher erklärt.

Da man verzögere und den alten Ausspruch ‚Beachte den rechten Zeitpunkt‘ nicht beachte, könne Camerarius nur Gottes Barmherzigkeit anflehen. Camerarius habe Chyträus hier (in Leipzig) persönlich aufgezeigt (Anm.), dass nicht einmal angefangen wurde zu handeln.

Längst habe auch Camerarius aus Wien den Unfug bzgl. des Ornats (ornatus) und der Beleuchtung erfahren (Anm.). Wenn diese jetzt auch für würdig gehalten würden, wisse er nicht, was man für die Zukunft hoffen solle. Einige würden, ohne die gegenwärtigen Übel und die drohenden Gefahren zu bedenken, alles tun, damit nicht irgendwann die einig seien, die die Causa verbinde (ii, quos causa coniunxit), und darauf drängen, dass unter denselben von Tag zu Tag grässlichere innere Kriege herrschten. Während viele daher gewissermaßen Fackeln der Zwietracht anfachten, sehe er nicht, was Chyträus‘ Mäßigung nützen könne. Er selbst werde nicht von großem Nutzen sein, sofern man nicht eine genauere Kenntnis des Kirchenstreits vermisse, dessen Ursprünge und Verlauf er genau kenne. Doch wie zuvor bemühe er sich Gott und Majestät gehorsam zu sein, wenn es zu einer weiteren Berufung komme (si rursum placuerit me adhiberi). Gemäß dem Greis bei Euripides sei der Fuß zwar lahm, der Geist aber flott (Eur. Ion, 742).

Gebet.

Chyträus brauche nicht an Camerarius‘ Gunst und Wohlwollen zu zweifeln. Umgekehrt verspreche er sich auch alle Freundschaftspflichten von ihm.

Lebewohl.

Die heftige Kälte setze Camerarius zu.


(Moritz Stock)

Anmerkungen

Zum Brief vgl. auch Otto 1889, S. 31.