Camerarius an Hier. Wolf, 19.10.1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Hier. Wolf an Camerarius, 29.09.156829 September 1568 JL
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Hier. Wolf an Camerarius, 05.05.15665 Mai 1566 JL
 Briefdatum
Hier. Wolf an Camerarius, 08.05.15708 Mai 1570 JL
Camerarius an Hier. Wolf, 21.10.157021 Oktober 1570 JL
Camerarius an Hier. Wolf, 20.11.157020 November 1570 JL
Werksigle OCEp 0840
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 19.10.1568, bearbeitet von Manuel Huth (25.10.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0840
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 488-489
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 335
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1568/10/19
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Wien
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Inter trita veterum dicta
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Reise)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 25.10.2018
Werksigle OCEp 0840
Zitation Camerarius an Hier. Wolf, 19.10.1568, bearbeitet von Manuel Huth (25.10.2018), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0840
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 488-489
Sonstige Editionen Zäh 2013, Nr. 335
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Wolf
Datum 1568/10/19
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Wien
Zielort Augsburg
Gedicht? nein
Incipit Inter trita veterum dicta
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Reise)
Datumsstempel 25.10.2018


Zielort mutmaßlich.

Regest

Unter den alten überlieferten Sprichwörten gebe es auch folgendes, welches Athenaios von einem gewissen Komiker übernommen habe: „Wenn man satt ist, bringt es doppelte Freude, von einer neuen Speise zu kosten“ (Athenaios, Deipnosophistae 2, 22, 31). Dieser Ausspruch sei über die Abwechslung beim Essen gemacht worden. Aber Camerarius stelle fest, dass er umso mehr zutreffe, sooft ihn die Briefe seiner gelehrten Freunde erreichten, deren Worte er nach Plautus „essen“ dürfe. Seit langem schon sei Camerarius in diesem Sinne des Gastmahls satt, zu dem man ihn geladen habe und das so (prächtig) hergerichtet sei, obwohl sich die Gäste noch nicht einmal versammelt hätten, von denen einige von ganz weit her geladen worden seien.

Camerarius sei der Umgang mit seinem Gastgeber (Johannes) Crato sehr angenehm, der ihn üppig speise und durch höchst erfreuliche Gespräche unterhalte. Eine angenehme Abwechslung bereiteten freilich die Briefe Wolfs an Crato und Camerarius (gemeint ist der Brief vom 29.09.1568). Dennoch sei es sehr verdrießlich für Camerarius, so lange in Wien festgehalten zu werden, aber er müsse sich den Umständen beugen.

Das, worüber Wolf schreibe (s. Anm.), sei freilich betrüblich, aber ein langer Tag konnte Camerarius gegenüber dem Schmerz abstumpfen und ihn erträglicher machen. Auch sei es nicht so gefährlich, zwischen den beiden Parteien zu stehen, wie Wolf geschrieben habe. Soweit Camerarius wisse, gebe es zur Zeit keinen Streit über die Lehre. Man fordere nur eine gemeinsame (d.h. überkonfessionelle) Regelung, wie sie auszuüben sei, und die Einhaltung der ständischen Ordnung, so dass alles korrekt und strukturiert ablaufe. Es sei fromm und rechtschaffen, daran zu arbeiten, dass die heilbringende Lehre des Evangeliums nicht ohne eine kirchliche Ordnung sei. Camerarius sei überzeugt, dass es nur darum gehe. Die Zukunft aber kenne (allein) Gott. Ihm wolle er seine Sorgen anvertrauen und ihm gegenüber seine Schuldigkeit tun.

(Das Folgende unsicher:) Wolfs schlechte Gesundheit betrübe Camerarius, aber er müsse dies ertragen.

Bitte um weitere Briefe. Grüße an Johann Baptist Haintzel. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • Zum Hintergrund: 1568 war Camerarius von Kaiser Maximilian II. Camerarius nach Wien berufen worden, um ihn mit Christoph von Karlowitz als Ratgeber bei der Erstellung einer einheitlichen Kirchenordnung für die kaiserlichen Erblande heranzuziehen.
  • "das, worüber Wolf schreibe": Wolf hatte sich besorgt wegen der bevorstehenden konfessionellen Gespräche geäußert und auf frühere vergebliche Vermittlungsversuche Karls V. verwiesen.