Joachim II. und Philipp Camerarius an Moritz von Hessen, 01.12.1595

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0885
Zitation Joachim II. und Philipp Camerarius an Moritz von Hessen, 01.12.1595, bearbeitet von Manuel Huth (16.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0885
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. (:)2r-):(6v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius II.;Philipp Camerarius
Empfänger Moritz (Hessen-Kassel)
Datum 1595/12/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Calend. Decemb.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Anni iam sunt duodecim
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Kurzbeschreibung Die vor zwölf Jahren erschienene Sammlung mit Briefen von Camerarius habe viele Befürworter gefunden, welche Joachim II. und Philipp zur Publikation weiterer Briefe (i.e. zur Publikation dieser zweiten Ausgabe) gedrängt hatten. Das Unterfangen sei von Nutzen für die Literatur und ihre Liebhaber, zumal Camerarius in allen Schriften angestrebt hatte, Beredsamkeit mit der Kenntnis nützlicher und lobenswerter Dinge zu verbinden. Der Widmungsbrief enthält lange Ausführungen zur Gattung "Brief", die Werken des Camerarius entnommen sind.
Anlass
Register Briefe/Brieftheorie; Briefe/Widmungsbriefe
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:US
Datumsstempel 16.12.2019
Werksigle OCEp 0885
Zitation Joachim II. und Philipp Camerarius an Moritz von Hessen, 01.12.1595, bearbeitet von Manuel Huth (16.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0885
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. (:)2r-):(6v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius II.;Philipp Camerarius
Empfänger Moritz (Hessen-Kassel)
Datum 1595/12/01
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Calend. Decemb.
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Anni iam sunt duodecim
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Kurzbeschreibung Die vor zwölf Jahren erschienene Sammlung mit Briefen von Camerarius habe viele Befürworter gefunden, welche Joachim II. und Philipp zur Publikation weiterer Briefe (i.e. zur Publikation dieser zweiten Ausgabe) gedrängt hatten. Das Unterfangen sei von Nutzen für die Literatur und ihre Liebhaber, zumal Camerarius in allen Schriften angestrebt hatte, Beredsamkeit mit der Kenntnis nützlicher und lobenswerter Dinge zu verbinden. Der Widmungsbrief enthält lange Ausführungen zur Gattung "Brief", die Werken des Camerarius entnommen sind.
Register Briefe/Brieftheorie; Briefe/Widmungsbriefe
Datumsstempel 16.12.2019


Regest

Vor mittlerweile zwölf Jahren hätten die Söhne des Camerarius sechs Bücher mit Briefen ihres Vaters (sc. Camerarius, Epistolae familiares, 1583) auf den Rat von Freunden hin veröffentlicht. Dieses Vorhaben habe viele Befürworter gefunden, welche die Söhne auch dazu gedrängt hatten, weitere Briefe zu sammeln und in Buchform herauszugeben.

Dieses Unterfangen dürfe man umso weniger tadeln, als daraus ja ein Nutzen für die Literatur und ihre Liebhaber erwachse. Die Söhne müssten noch hinzufügen, dass ihr Vater in all seinen Schriften angestrebt habe, Beredsamkeit mit der Kenntnis nützlicher und lobenswerter Dinge zu verbinden.

Da die Söhne sich nun aber entschlossen hätten, weitere fünf Bücher mit Briefen aus den Autographen ihres Vaters herauszugeben und Moritz von Hessen aus den weiter unten angeführten Gründen zu widmen, sei es ihnen nicht unpassend erschienen, wenn sie dem Druck einige allgemeine Worte über die Gattung "Brief" voranstellten:

Was Briefe betreffe, so stelle und beantworte man in der Regel folgende Fragen:

  • Wozu der Brief erfunden wurde und welchen Nutzen er für das Leben bringe (ausgeführt auf Bl. (:)3r-(:)4v).
  • Was ein Brief eigentlich sei (ausgeführt auf Bl. (:)4v-(:)5v).
  • Welche Arten von Briefen es gebe (ausgeführt auf Bl. (:)5v-(:)6v).
  • Was die Natur (materia) des Briefes sei, oder über welche Dinge man in einem Brief schreiben könne oder müsse (ausgeführt auf Bl. (:)6v-(:)7v).
  • Welche Teile er habe (ausgeführt auf Bl. (:)7v-(:)8v).
  • Welche formale Gestaltung er aufweise (ausgeführt auf Bl. (:)8v-):(4v).
  • Welchen Umfang er habe (ausgeführt auf Bl. ):(4v-):(5r).

Über diese Fragen hätten schon einige gelehrte Männer ihre Meinungen in ganzen Büchern dargestellt, und auch ihr Vater habe sie bereits vor 54 Jahren in seinen Elementa Rhetoricae behandelt. Danach habe er auch einen griechischen Kommentar darüber verfasst, der bis jetzt unveröffentlicht sei. Sie wollten das Thema nun nur allgemein (behandeln) und sprunghaft wie die Bienen ein wenig davon kosten, was dem literarisch gebildeten Moritz von Hessen sicherlich nicht unwillkommen sein werde.

(Auf Bl. (:)4v bis ):(5r) folgen die Ausführungen zu den obigen Fragen.)

Wenn man die einem Brief angemessene Länge betrachte, hätten die Söhne vielleicht zu viel geschrieben, zumal dies alles ja bereits Moritz von Hessen bekannt sei. Aber wenn man die (Bedeutung der) Sache bedenke, sei es zu wenig.

Nun zu den Gründen für die Widmung: Wem sei nicht bekannt, mit welcher Sorgfalt und Umsicht Moritz durch den verstorbenen Wilhelm IV. von Hessen in den schönen Künsten, Wissenschaften und Tugenden erzogen wurde und welch große Fortschritte er dabei in kurzer Zeit machte? Dies bezeugten die neulich von Moritz veröffentlichten Schriften (vermutlich Moritz (Hessen-Kassel), Davidis Regii Prophetae Psalterium, 1593) und würden zweifelsohne weitere künftige Schriften bezeugen. Trotz anderweitiger Pflichten habe sich Moritz nicht von diesem Vorhaben abbringen lassen.

Außerdem erhofften sich die Söhne, dass ihr gutes Verhältnis zu Wilhelm IV. nun auf Moritz übergehe. Zu dieser Widmung hätten ihnen Moritz' Räte geraten.

Bitte um geneigte Aufnahme des Werkes. Es werde Moritz sicherlich Freude und vielleicht auch Nutzen bringen. Auch ihnen möge Moritz sein Wohlwollen angedeihen lassen.

Segenswunsch und Lebewohl.

(Manuel Huth)