Hessus an Camerarius, 1533-1536

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0106
Zitation Hessus an Camerarius, 1533-1536, bearbeitet von Manuel Huth (18.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0106
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L1v-L2v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum: zwischen 1533 und 1536 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1533
Unscharfes Datum Ende 1536
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Quod ad tot meas ad te literas Ioachime
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen Datum gelegentlich genauer spezifieren (Krause ansehen);

Vermutlich nach OCEp 0105

Wiedervorlage nein
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von
Datumsstempel 18.07.2019
Werksigle OCEp 0106
Zitation Hessus an Camerarius, 1533-1536, bearbeitet von Manuel Huth (18.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0106
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L1v-L2v
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum: zwischen 1533 und 1536 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1533
Unscharfes Datum Ende 1536
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Quod ad tot meas ad te literas Ioachime
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 18.07.2019


Zielort ermittelt.

Hinweise zur Datierung

Der Brief muss entstanden sein, als Hessus Nürnberg bereits verlassen hatte und noch in Erfurt wirkte (1533-1536). Die Tatsache, dass er von mehreren an Camerarius geschickten Briefen spricht, auf die dieser nicht antwortete, deutet darauf hin, dass seit dem Umzug bereits einige Zeit vergangen ist.

Regest

Hessus habe Verständnis dafür, dass Camerarius ihm auf so viele Briefe nicht geantwortet habe, aber es habe seinen Unwillen erregt, dass Camerarius seinem Boten (unbekannt) zwar einen Brief an (Georg) Sturtz, nicht aber einen an ihn mitgab. Beinahe wäre er zornig geworden, wenn Camerarius ihn nicht in dem Brief an Sturtz kurz erwähnt hätte, wo es hieß, dass Hessus ihm den Colluthus schicken solle. Wie Camerarius erkennen könne, sei er anbei und in erbärmlichem Zustand, da Hessus kein anderes Exemplar hatte außer demjenigen, das von Camerarius so zugerichtet wurde.

Wäre Hessus ein Poet, würde er sagen, dass "die Nürnberger Frösche ganz in Seriphos lebten": Man höre nichts aus Nürnberg und dort werde auch nicht offen über die gegenwärtige Lage (sc. Auflösungserscheinungen am Egidiengymnasium) gesprochen. Aber wozu die Geheimhaltung? (Das Egidiengymnasium) befinde sich doch in der Auflösung. Camerarius wisse, worüber Hessus rede und vermutlich werde es auch bald seine Heimat (Bamberg) und die der anderen wissen, was Gott verhindern möge.

Zur Situation in Erfurt: Man versuche hier unter größter Anstrengung zwei gelehrte und redliche Männer aus Wittenberg in die sogenannte Fakultät aufzunehmen, aber einige schlechte Menschen stemmten sich mit aller Kraft dagegen. Sie fürchteten nämlich - und das gäben sie öffentlich zu -, dass sie auch andere Wittenberger aufnehmen müssten, wenn sie erst einmal diese beiden aufgenommen hätten. Murrend behaupteten sie, dass dann die ganze Universität Wittenberg nach Erfurt kommen werde. (Wohl ironisch:) Hoffentlich geschehe das bald. Hessus habe unter der Hand alles dafür getan, dass die beiden aufgenommen werden, und die Sache soweit gebracht, dass sie eigentlich als schon erledigt gelten könnte, würde sich dieser unglückselige "Fulgurius" (unbekannt; wohl ein Deckname) seinem Wunsch versperren. Hessus hoffe trotzdem, dass die Sache wunschgemäß verlaufe. Hessus habe sich wegen dieser Sache den Hass einiger Männer zugezogen, aber sie zeigten ihn nicht, natürlich weil sie "seine königliche Majestät" fürchteten (s. Anm.). Wie sehr wünsche man sich (hier in Erfurt) Camerarius herbei und tue doch nichts dafür!

Hessus hätte mehr geschrieben, wenn nicht der Bote (unbekannt) überrascht und (Valentin?) Bapst ihn durch ein Gespräch davon abgehalten hätte. Camerarius möge ihn ausführlich über seine Situation informieren. Und er solle auch schreiben, was er von (der Übersetzung des) "Colluthus" halte. Lebewohl. Grüße von Hessus und seiner Frau (Katharina) an die Familie des Camerarius. Erneutes Lebewohl.

(Manuel Huth)

Regest

  • "weil sie "seine königliche Majestät" fürchteten": Scherz, der vor dem Hintergrund zu verstehen ist, dass Hessus sich selbst oft als "König" bezeichnete.