Helt an Camerarius, 03.01.1543: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Oder ist es Johannes Gigas, der erste Rektor Schulpfortas? Er hatte Kontakt mit der Leipziger und der Wittenberger Universität, auch mit Fürst Georg und mit Helt (vgl. Schmieder 1843, S. 17-18), auf dessen Tod er ein Gedicht schrieb. Er scheint von allen Kandidaten am besten zu passen.
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Um was für eine Mitteilung geht es? Wäre der Brief auf 1544 datiert, könnte man an die anstehende Erhebung Georgs III. zum Koadjutor Merseburgs denken, weil er dann C. besser unterstützen könnte. Vielleicht ist eine Verwendung für Ziegler geplant, der in der Zeit seine Doktorpromotion hatte? (vgl. MBW 3392.2). Um den 5.1.1544 war Melanchthon auch bei JC und Ziegler, vgl. MBW 3426. Oder es geht um den Inhalt von MBW 3135.4.
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Denkbar wäre auch ein Bezug auf OCEp 0239.
 
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Gern höre er, dass es Camerarius und seiner Familie gut gehe, da der unversehrte Camerarius der gelehrsamen Jugend von großem Nutzen sein könne. Dies werde zweifellos zum Nutzen und Gedeihen der Kirche geschehen. Hoffentlich arbeiteten alle frommen Menschen darauf hin. Da doch über so viele Jahre des Evangeliums hinweg nicht nur das Licht Gottes auf die Augen der Menschen traf und seine Stimme auf ihre Ohren, würde es ihn doch sehr wundern, wenn tatsächlich jemand sich zur epikureischen Verachtung der wahren Religion hinreißen lasse, wenn er nicht wüsste, dass der Wille Gottes unergründlich sei. Camerarius habe gut daran getan, jenes Monster (= die falsche Religion) mit seinem Dolch zu erlegen oder zumindest zu verletzen. Camerarius solle also mit seinen griechischen Studien fortfahren, deren Studium Helt ihn einst so sorgfältig zugeführt hatte. Er hatte nämlich den Erfolg des Camerarius vorausgeahnt. Noch sei (jedoch) nicht der Zeitpunkt gekommen, dass ihm Fürst ([[Erwähnte Person::Georg III. (Anhalt-Plötzkau)|Georg von Anhalt]]) seine Gunst zeige und Helt sein Wohlwollen. Bei der passenden Gelegenheit werde Camerarius dies besser verstehen.
 
Gern höre er, dass es Camerarius und seiner Familie gut gehe, da der unversehrte Camerarius der gelehrsamen Jugend von großem Nutzen sein könne. Dies werde zweifellos zum Nutzen und Gedeihen der Kirche geschehen. Hoffentlich arbeiteten alle frommen Menschen darauf hin. Da doch über so viele Jahre des Evangeliums hinweg nicht nur das Licht Gottes auf die Augen der Menschen traf und seine Stimme auf ihre Ohren, würde es ihn doch sehr wundern, wenn tatsächlich jemand sich zur epikureischen Verachtung der wahren Religion hinreißen lasse, wenn er nicht wüsste, dass der Wille Gottes unergründlich sei. Camerarius habe gut daran getan, jenes Monster (= die falsche Religion) mit seinem Dolch zu erlegen oder zumindest zu verletzen. Camerarius solle also mit seinen griechischen Studien fortfahren, deren Studium Helt ihn einst so sorgfältig zugeführt hatte. Er hatte nämlich den Erfolg des Camerarius vorausgeahnt. Noch sei (jedoch) nicht der Zeitpunkt gekommen, dass ihm Fürst ([[Erwähnte Person::Georg III. (Anhalt-Plötzkau)|Georg von Anhalt]]) seine Gunst zeige und Helt sein Wohlwollen. Bei der passenden Gelegenheit werde Camerarius dies besser verstehen.
  
Alles weitere würden Camerarius und [[Erwähnte Person::Bernhard Ziegler|(Bernhard?) Ziegler]] von [[Erwähnte Person::Unbekannt|Maximus]] (unbekannt) erfahren (''discetis'' verdruckt zu ''discent''?). Camerarius möge ihn bei Ziegler entschuldigen, dass er ihm keinen Brief schickte. Er hatte zu viel zu tun. (Undeutlich:) Der Fürst werde bei der nächsten Gelegenheit das genießen, was er selbst freigiebig und freiwillig anbiete. Wenn etwas bei der heutigen Jagd gefangen werde, werde man ihn (wohl: Ziegler) berücksichtigen. Er sei ein würdiger Mann wegen seiner Verdienste gegenüber Helt und den Seinen.
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Alles weitere würden Camerarius und [[Erwähnte Person::Bernhard Ziegler|(Bernhard?) Ziegler]] von [[Erwähnte Person::Johannes Gigas|Maximus]] (Johannes Gigas?) erfahren (''discetis'' verdruckt zu ''discent''?). Camerarius möge ihn bei Ziegler entschuldigen, dass er ihm keinen Brief schickte. Er hatte zu viel zu tun. (Undeutlich:) Der Fürst werde bei der nächsten Gelegenheit das genießen, was er selbst freigiebig und freiwillig anbiete. Wenn etwas bei der heutigen Jagd gefangen werde, werde man ihn (wohl: Ziegler) berücksichtigen. Er sei ein würdiger Mann wegen seiner Verdienste gegenüber Helt und den Seinen.
  
 
Grüße an die Gattin ([[Erwähnte Person::Anna Truchseß von Grünsberg|Anna]]).
 
Grüße an die Gattin ([[Erwähnte Person::Anna Truchseß von Grünsberg|Anna]]).

Aktuelle Version vom 16. September 2022, 08:54 Uhr



Chronologisch vorhergehende Briefe
Briefe mit demselben Datum
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Helt, 05.05.1542(?)5 Mai 1542 JL
Helt an Camerarius, 15.03.154215 März 1542 JL
Camerarius an Helt, 07.03.15367 März 1536 JL
 Briefdatum
Helt an Camerarius, 03.01.15433 Januar 1543 JL
 Briefdatum
Helt an Camerarius, 05.06.15435 Juni 1543 JL
Werksigle OCEp 0238
Zitation Helt an Camerarius, 03.01.1543, bearbeitet von Manuel Huth (16.09.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0238
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. G4v-G5r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Georg Helt
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1543/01/03
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Dessau
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quod tibi tuisque adhuc Dei benignitate recte sit gaudens exultansque accipio
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Theologie
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen VG, 15.9.22: Wer ist Maximus? Er müsste sich im Umkreis von Georg (Wittenberg oder Dessau) bewegen und nach Leipzig aufbrechen. Ist Maximus sein echter Name? Maximus von Kötzschau (www.aerztebriefe.de/pe/00019588) kommt vermutlich nicht infrage. Ist es ein Wortspiel? Dann vielleicht Georg Major oder Johann Lange (Theologe) (letzterer wird von Hessus mit diversen Superlativen angesprochen, darunter Maximus: vgl. Hessus, Epistolae familiares, 1543, S. 74-75.

Oder ist es Johannes Gigas, der erste Rektor Schulpfortas? Er hatte Kontakt mit der Leipziger und der Wittenberger Universität, auch mit Fürst Georg und mit Helt (vgl. Schmieder 1843, S. 17-18), auf dessen Tod er ein Gedicht schrieb. Er scheint von allen Kandidaten am besten zu passen.

Um was für eine Mitteilung geht es? Wäre der Brief auf 1544 datiert, könnte man an die anstehende Erhebung Georgs III. zum Koadjutor Merseburgs denken, weil er dann C. besser unterstützen könnte. Vielleicht ist eine Verwendung für Ziegler geplant, der in der Zeit seine Doktorpromotion hatte? (vgl. MBW 3392.2). Um den 5.1.1544 war Melanchthon auch bei JC und Ziegler, vgl. MBW 3426. Oder es geht um den Inhalt von MBW 3135.4. Denkbar wäre auch ein Bezug auf OCEp 0239.

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US; Benutzer:VG
Datumsstempel 16.09.2022
Werksigle OCEp 0238
Zitation Helt an Camerarius, 03.01.1543, bearbeitet von Manuel Huth (16.09.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0238
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. G4v-G5r
Fremdbrief? nein
Absender Georg Helt
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1543/01/03
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Dessau
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quod tibi tuisque adhuc Dei benignitate recte sit gaudens exultansque accipio
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Theologie
Datumsstempel 16.09.2022


Regest

Gern höre er, dass es Camerarius und seiner Familie gut gehe, da der unversehrte Camerarius der gelehrsamen Jugend von großem Nutzen sein könne. Dies werde zweifellos zum Nutzen und Gedeihen der Kirche geschehen. Hoffentlich arbeiteten alle frommen Menschen darauf hin. Da doch über so viele Jahre des Evangeliums hinweg nicht nur das Licht Gottes auf die Augen der Menschen traf und seine Stimme auf ihre Ohren, würde es ihn doch sehr wundern, wenn tatsächlich jemand sich zur epikureischen Verachtung der wahren Religion hinreißen lasse, wenn er nicht wüsste, dass der Wille Gottes unergründlich sei. Camerarius habe gut daran getan, jenes Monster (= die falsche Religion) mit seinem Dolch zu erlegen oder zumindest zu verletzen. Camerarius solle also mit seinen griechischen Studien fortfahren, deren Studium Helt ihn einst so sorgfältig zugeführt hatte. Er hatte nämlich den Erfolg des Camerarius vorausgeahnt. Noch sei (jedoch) nicht der Zeitpunkt gekommen, dass ihm Fürst (Georg von Anhalt) seine Gunst zeige und Helt sein Wohlwollen. Bei der passenden Gelegenheit werde Camerarius dies besser verstehen.

Alles weitere würden Camerarius und (Bernhard?) Ziegler von Maximus (Johannes Gigas?) erfahren (discetis verdruckt zu discent?). Camerarius möge ihn bei Ziegler entschuldigen, dass er ihm keinen Brief schickte. Er hatte zu viel zu tun. (Undeutlich:) Der Fürst werde bei der nächsten Gelegenheit das genießen, was er selbst freigiebig und freiwillig anbiete. Wenn etwas bei der heutigen Jagd gefangen werde, werde man ihn (wohl: Ziegler) berücksichtigen. Er sei ein würdiger Mann wegen seiner Verdienste gegenüber Helt und den Seinen.

Grüße an die Gattin (Anna).

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Literatur und weiterführende Links