Camerarius an Schegk, 28.10.1565

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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 Briefdatum
Camerarius an Schegk, 25.05.15XX25 Mai 1573 JL
Camerarius an Schegk, 31.05.15XX31 Mai 1573 JL
Werksigle OCEp 1230
Zitation Camerarius an Schegk, 28.10.1565, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (29.01.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1230
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 438-440
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Jakob Schegk
Datum 1565/10/28
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 5. Cal. IXbr.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Quod scribis tibi gratum esse me non oblivisci veterum amicorum
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? nein
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Werkgenese; Pest (Leipzig); Biographisches (Familie)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von
Datumsstempel 29.01.2021
Werksigle OCEp 1230
Zitation Camerarius an Schegk, 28.10.1565, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (29.01.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1230
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 438-440
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Jakob Schegk
Datum 1565/10/28
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 5. Cal. IXbr.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit Quod scribis tibi gratum esse me non oblivisci veterum amicorum
Regest vorhanden? nein
Paratext ? nein
Register Werkgenese; Pest (Leipzig); Biographisches (Familie)
Datumsstempel 29.01.2021


Zielort ermittelt.

Hinweise zur Datierung

Das Datum kann aufgrund der im Brief erwähnten Werke als gesichert gelten.

Regest

Da Schegk schreibe, dass er dankbar sei, dass Camerarius alte Freunde nicht vergesse, solle er versichert sein, dass Camerarius sich gerne an den Umgang mit diesen guten und gelehrten Menschen in früherer Zeit erinnere, unter denen Schegk einen besonderen Platz einnehme.

Wortreiche Freundschaftsbekundung gegenüber Schegk und den anderen Freunden, die Camerarius in Tübingen zurückgelassen hatte.

Schegks Klagen über die Unsitte der Zeit und einiger Zeitgenossen seien sehr berechtigt, doch offensichtlich nutzlos. Deshalb bemühe sich Camerarius, seine Emotionen so zu zügeln, dass er überhaupt keinen Ärger zulasse oder ihn zumindest verberge, wenn er gegen seinen Willen davon doch übermannt werde. Denn er könne nicht der Sitte und der Gemütsverfassung Demokrits folgen und in der gegenwärtigen Situation auch noch die Dummheit der Menschen verspotten.

Er freue sich, dass Schegk die Studien, denen er sich von Kindheit an gewidmet habe, weiterverfolge. Auch er wolle weiterhin allen Menschen einen Nutzen bringen mit seinen Studien, die Schegk ja bekannt seien, beim Lesen und beim Schreiben. Er habe neulich zwei Bücher Plutarchs über Dämonen herausgegeben. Er wünschte, er hätte sie (nach Tübingen) schicken können, so dass Schegk sie hätte lesen können. Außerdem habe er auch ein Werk von Thukydides mit seinen Anmerkungen herausgegeben (Historiae). Er habe aber keine Gelegenheit, es (nach Tübingen) zu schicken. Er habe sich schon mit einem Kommentar zu Aristoteles‘ Politik beschäftigt und auch mit anderen Vorhaben, aber die Drucker hielten ihn oft auf und vielleicht schade es nicht, dass sein Drang, seine Werke herauszubringen, gezügelt werde.

Schegk solle den Mathematiker (Johannes) Scheubel (Scheubelius verdruckt zu Schenbelius) von ihm grüßen. Er habe gehört, dass die Nürnberger Schüler, die sich auf sein Anraten dorthin (nach Tübingen) begeben hatten, Schegk wieder verlassen hätten. Er habe einem von ihnen geschrieben, ob Johann Scheubel die drei folgenden Bücher der 10 Bücher von Euklids Büchern in deutscher Sprache ediert habe, so wie er die vorigen bereits (allerdings auf Latein) ediert habe (s. Anm), und ob er versuchen könne, ihm ggf. ein oder zwei Exemplare zu schicken. Er habe aber keine Antwort erhalten. Nun bitte er also Schegk um diesen Gefallen. Da sich sein Sohn Joachim in Nürnberg niedergelassen habe, könne er alles, was er an Camerarius überbringen wolle, zu ihm schicken. Er werde sich aber bemühen, Schegks Bemühungen zu vergelten.

Seit der letzten Messe gebe es bei ihm (in Leipzig) eine Art Seuche, die sich aber nur langsam ausbreite, so dass die Hoffnung bestehe, dass der Winter sie beende. Einige Menschen in seiner Gegend würden durch die Kriegsgerüchte merklich in Schrecken versetzt.

Er bitte ihn darum, häufiger zu schreiben.

Lebewohl.

(Anne Kram / Manuel Huth)

Anmerkungen

Literatur und weiterführende Links