Camerarius an Crato, 16.09.1570

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
(Weitergeleitet von OCEp 1196)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 07.08.15707 August 1570 JL
Camerarius an Crato, 12.09.156912 September 1569 JL
Camerarius an Crato, 11.02.156911 Februar 1569 JL
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 05.10.15705 Oktober 1570 JL
Camerarius an Crato, 19.05.157219 Mai 1572 JL
Camerarius an Crato, 25.07.157225 Juli 1572 JL
Werksigle OCEp 1196
Zitation Camerarius an Crato, 16.09.1570, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (21.03.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1196
Besitzende Institution Paris, BSG
Signatur, Blatt/Seite Ms 1456, Bl. 470v-471r
Ausreifungsgrad Abschrift
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 395-397
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1570/09/16
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr nur im Druck
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Speyer
Gedicht? nein
Incipit Quas literas scribis te ad nos dedisse, eas videmur accepisse universas
Link zur Handschrift https://archive.org/stream/MS1456
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Familie); Drucklegung; Reichstag 1570 (Speyer)
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von
Datumsstempel 21.03.2022
Werksigle OCEp 1196
Zitation Camerarius an Crato, 16.09.1570, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (21.03.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1196
Besitzende Institution Paris, BSG
Signatur, Blatt/Seite Ms 1456, Bl. 470v-471r
Ausreifungsgrad Abschrift
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 395-397
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1570/09/16
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr nur im Druck
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Speyer
Gedicht? nein
Incipit Quas literas scribis te ad nos dedisse, eas videmur accepisse universas
Link zur Handschrift https://archive.org/stream/MS1456
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Familie); Drucklegung; Reichstag 1570 (Speyer)
Datumsstempel 21.03.2022


Zielort mutmaßlich (Crato befand sich von Ende Juni bis Dezember 1570 auf dem Reichstag in Speyer).

Regest

Camerarius habe anscheinend alle Briefe erhalten, die Crato ihm geschickt hatte. Dank für die Aufrechterhaltung des Briefwechsels.

Vermutlich habe Camerarius’ Sohn Philipp schon Crato getroffen. Wie er wisse, habe sich Crato gewundert, dass Philipp keinen Brief seines Vaters mitgebracht hatte. Philipp habe den Grund sicherlich schon genannt. Bei seiner Abreise (aus Leipzig) habe Philipp noch nicht gewusst, ob er diese Reise unternehmen werde.

Zum letzten Punkt in Cratos Brief: Darin habe gestanden, dass jemand auf Anraten von Camerarius gemäßigter gewesen soll, und dass Crato Camerarius verteidigen musste. Camerarius könne nicht verstehen, was es mit der ganzen Sache auf sich habe. Denn weder hätte der Mann des Zuspruchs von Camerarius bedurft, und jemandem zur Mäßigung aufzufordern sei keine Sache, die man entschuldigen müsse. Camerarius könne das wohl nicht verstehen. Ansonsten danke er Crato dafür, dass er in vertrautem Tonfall und zugleich umsichtig und sorgfältig an Camerarius schreibe.

Hoffentlich werde (in Speyer) darüber nachgedacht und darauf hingearbeitet, dass man wenigstens auf ein besseres Schicksal hoffen könne, wenn es sich schon nicht verwirklichen lasse.

In Bezug auf (Theodor) Zwinger stimme Cratos Meinung mit der des Camerarius überein. Camerarius habe von ihm ein oder zwei gelehrte Briefe erhalten, über öffentliche Unruhen, die zwischen Theologen herrschten und anderen Leuten.

Crato habe Einiges mit einem Sinn für Frömmigkeit und einem herausragenden Bemühen um die Wahrheit gesammelt (gemeint ist wohl ein Werkentwurf oder Aufzeichnungen, die er mit dem letzten Brief verschickte). Camerarius könne in einem Brief nicht ausführlich antworten und er habe noch keine Zeit gehabt, genau darüber nachzudenken, weil er von anderen Dingen abgelenkt war. Deshalb wolle er, wenn Crato schon seine Kunst (die Medizin erwähne, hinzufügen, dass man nichts Unverdautes aufrühren solle. Und er verweise auf alles, was zu den Ermahnungen und Lehren Christi gehöre: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ (Matthäus 10, 16). Bestimmt gefalle Gott nicht die Unbesonnenheit und Streitsucht.

In Bezug auf den, den er einen sehr großen Mann zu nennen pflege, irre sich Camerarius nicht, wie er glaube. Crato solle ihn mit der gebührenden Hochachtung grüßen.

Für die von (Johannes) Sambucus und Crato verfassten Briefe habe Camerarius noch keinen Drucker finden können und zur Zeit seien alle Druckerpressen besetzt. Bei der nächsten Buchmesse werde er aber einen Drucker finden. Im Vertrauen gesagt: Er wünschte, Sambucus wäre sorgfältiger bei der Ausarbeitung gewesen, wenigstens beim Brief Cratos. Aber jedem das Seine. Crato kenne den Rest des Spruchs von Cicero (sc. „Die Gerechtigkeit teilt jedem das Seine zu“).

Crato, seine Frau (Maria) und sein Sohn (Johann Baptist) möchten wohlleben. Grüße von Camerarius’ Familie.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

Literatur und weiterführende Links