Camerarius an Lindemann, 03.01.1550

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Lindemann, 14.10.154914 Oktober 1549 JL
 Briefdatum
Camerarius an Lindemann, 03.01.15503 Januar 1550 JL
 Briefdatum
Camerarius an Lindemann, 05.06.15645 Juni 1564 JL
Camerarius an Lindemann, 11.10.156711 Oktober 1567 JL
Werksigle OCEp 0602
Zitation Camerarius an Lindemann, 03.01.1550, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Alexander Hubert (14.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0602
Besitzende Institution Weimar, ThHStA
Signatur, Blatt/Seite Nachlaß Karl Wilhelm Schumacher Nr. 77, Bl. 16
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 192-193
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Cyriacus Lindemann
Datum 1550/01/03
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum III. Non. Ian. (o.J.); Jahr ermittelt (s. Bemerkung); im Druck o.D.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quantum dolorem ceperim infelice casu isto infortunii
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Übersetzung; Büchersendung
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen Digi+
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von Benutzer:US; Benutzer:VG
Datumsstempel 14.11.2022
Werksigle OCEp 0602
Zitation Camerarius an Lindemann, 03.01.1550, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Alexander Hubert (14.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0602
Besitzende Institution Weimar, ThHStA
Signatur, Blatt/Seite Nachlaß Karl Wilhelm Schumacher Nr. 77, Bl. 16
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 192-193
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Cyriacus Lindemann
Datum 1550/01/03
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum III. Non. Ian. (o.J.); Jahr ermittelt (s. Bemerkung); im Druck o.D.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quantum dolorem ceperim infelice casu isto infortunii
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Übersetzung; Büchersendung
Datumsstempel 14.11.2022


Regest

Wie tief es Camerarius getroffen habe zu sehen, wie sehr nicht nur Lindemann gelitten habe, sondern auch die von ihm in nicht geringem Maße unterstützte Schule (in Schulpforta) gelitten habe, habe er schon damals verkündet, als das Übel noch frisch war, und er fühle es immer wieder. Er habe jedoch schon lange gelernt, ohne Anklage zu ertragen, was er nicht ändern könne, und das Alte hinter sich lassend für das Jetzt zu sorgen; das solle auch Lindemann tun. Doch solche Belehrung brauche Lindemann wohl kaum.
Dass, wie Lindemann schreibe, die Wahrheit momentan verdunkelt werde, stimme und sei leider häufig so; auch Demokrit habe sie im tiefsten Brunnen versenkt. Doch man müsse ihr dennoch folgen und sich dabei nicht von den Affekten behindern lassen. Doch er schweife wieder zu Belehrungen ab.
Dass Lindemann Camerarius' Verse übersetze, freue ihn, er habe Lindemanns Schrift direkt an seinen Schwiegersohn (Esrom Rüdinger) weitergesandt. Den Theognis schicke Camerarius Lindemann wie gewünscht zurück. Wie ihm scheine, entspreche in der Übersetzung manches eher Lindemanns Meinung als der Aussage der griechischen Verse, zumal Lindemann auch schreibe, er habe sich teils bewusst von der Meinung des Autors entfernt. Camerarius habe angefangen, griechischen Text und Übersetzung zu vergleichen, da er ersteren kommentieren wolle. Wenn er damit fertig sei, werde er Lindemann schreiben. Nun habe er nicht mehr zu schreiben.
Lebwohl. Grüße an den Schwiegervater (vgl. Anmerkung!).

(Alexander Hubert)

Zur Datierung

Das Jahr ergibt sich zweifelsfrei aus dem handschriftlichen Brieftext, dessen klarstes Datierungsindiz von den Herausgebern des Drucks fortgelassen wurde: Zu seinem Schwiegersohn bemerkt C.: qui hunc mensem tertium in ludo Cycnaeo magister est. Rüdinger wurde aber im September 1549 durch Melanchthon nach Zwickau empfohlen: MBW, Regest Nr. 5625.

Der abschließende Gruß an Lindemanns Schwiegervater ist jedoch nicht plausibel erklärbar, da dieser (Friedrich Myconius) am 7.4.1546 verstarb, Lindemanns Eheschließung mit Myconius' Tochter jedoch erst 1548 (Wikipedia) oder 1549 (ADB) stattfand. Vielleicht ist an einen Vormund zu denken.