Camerarius an Karlowitz, 30.10.1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Karlowitz, 31.08.156831 August 1568 JL
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Camerarius an Karlowitz, 09.08.15689 August 1568 JL
 Briefdatum
Camerarius an Karlowitz, 30.10.156830 Oktober 1568 JL
 Briefdatum
Camerarius an Karlowitz, 05.12.15685 Dezember 1568 JL
Camerarius an Karlowitz, 17.12.156817 Dezember 1568 JL
Camerarius an Karlowitz, 01.(?)1569Januar 1569 JL
Werksigle OCEp 0537
Zitation Camerarius an Karlowitz, 30.10.1568, bearbeitet von Manuel Huth, Torsten Woitkowitz und Michael Pöschmann (06.04.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0537
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 097-098
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph von Karlowitz
Datum 1568/10/30
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum die 30. m. VIIIbris. 68.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Wien
Zielort Rothenhaus
Gedicht? nein
Incipit Interea dum tu fortasse non diu consistis
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Wienreise)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:TW; Benutzer:HIWI4
Gegengelesen von Benutzer:VG
Datumsstempel 6.04.2022
Werksigle OCEp 0537
Zitation Camerarius an Karlowitz, 30.10.1568, bearbeitet von Manuel Huth, Torsten Woitkowitz und Michael Pöschmann (06.04.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0537
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 097-098
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Christoph von Karlowitz
Datum 1568/10/30
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum die 30. m. VIIIbris. 68.
Sprache Latein
Entstehungsort Wien
Zielort Rothenhaus
Gedicht? nein
Incipit Interea dum tu fortasse non diu consistis
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Wienreise)
Datumsstempel 6.04.2022


Zielort ermittelt.

Regest (von Torsten Woitkowitz)

(1) Während K. umherreist, sitzt C. beinahe müßig in seinem Quartier (in Wien), nur zum Frühstück und zur Hauptmahlzeit kommt er heraus.

(2) C. hat seit einem Monat keinen Brief aus Leipzig erhalten, nicht einmal von (Johann) Pfeffinger, an den C. über eine wichtige Sache geschrieben hatte, obwohl Briefboten aus Leipzig und anderswoher angekommen sind. C. wird das Geschäft täglich schwerer. Er verlangt nach einer anderen Art des Schreibens, doch fehlt ihm dazu die alte Muße und seine Beunruhigung wächst.

(3) (Giovanni) Commendonus, der gestern eingetroffen sein soll, hat das Haus von C. bezogen, in dem sich das Quartier von K. befunden hat. An der Tür sind die Namen schon ausgetauscht worden. C. wird dafür sorgen, dass K. nach seiner Rückkehr (von Rothenhaus nach Wien) wieder ein Quartier hat. Herr (Georg) Gienger (von Rotteneck) sagt, dass diese kurz vor dem 13. November erfolgen wird.

(4) Ende des Monats erwägt der Kaiser (Maximilian II.) nach Linz (zum Landtag) zu reisen.

(5) Ihr Cocus (Valerius Krakau?) wird für die Übermittlung dieses Briefes sorgen.

(6) Wohlergehenswunsch für K., seine Frau (Clara von Gersdorf, geb. von Breitenbach) und die Seinen.

(Torsten Woitkowitz)

Anmerkung

Wegen der Stagnation der Verhandlungen haben Karlowitz und Camerarius das Angebot erhalten, vorübergehend aus Wien abzureisen, unter der Bedingung, dass sie am 13. November oder wenige Tage später zurückkehren. Camerarius hat das Angebot nicht angenommen in Unsicherheit, ob er die Rückkehr ermöglichen könnte (vgl. Camerarius in seinem Brief vom 4. Oktober an seinen Schwiegersohn Caspar Jungermann I., Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Thott 503, Nr. 2). Karlowitz ist am 5. Oktober von Wien abgereist (vgl. Camerarius in seinem Brief vom 7. Oktober an Jungermann, Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Thott 503, Nr. 1). Die Gespräche sollten erst nach der Ankunft des Rostocker Theologieprofessors David Chyträus fortgesetzt werden. Am 25. September hatte Kaiser Maximilian an die Herzöge von Mecklenburg die Bitte um Entsendung von Chyträus geschrieben. Dies war, wie auch aus brieflichen Mitteilungen von Camerarius an Jungermann, Ludwig Camerarius an Sigismund Melanchthon in Heidelberg und Karlowitz an Kurfürst August hervorgeht, von den flacianischen Kräften in Wien erwirkt worden, wodurch zugleich der Fortgang der Hauptverhandlungen bis zum mutmaßlichen Ankunftstag des Chyträus am 13. November unterbrochen worden ist. In einem Brief von der Reise nach Wien vom 26. August aus Rothenhaus sowie einem vom 9. September aus Wien, jeweils an Jungermann nach Leipzig geschrieben, bestellte Camerarius Grüße an den Leipziger Superintendenten und Theologieprofessor Johann Pfeffinger (vgl. Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Thott 503, Nr. 7 sowie Nr. 3. Im Brief vom 4. Oktober aus Wien von Camerarius an Jungermann ist ein umfangreicher Absatz auf der Rückseite des Briefes von einer anderen Hand hinzugefügt. Darin heißt es am Ende: „Petij a Reverendo D. Pastore Pfeffingero, ut cuiusdam libri exemplum descriptum ad me mitteret. In quam rem cupio operam abs te dare diligentem, et uidere ut liber ille quamprimum ad me perueniat. De quo cum Magnifico Domino Carolouicio agi recte posset, si illo adhuc praesente liber describeretur. Haec igitur magnae tibi curae esse fuerat.“ (Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Thott 503, Nr. 2). Dieser kurze Passus existiert auch von eigener Hand des Camerarius in 5 Zeilen auf einem schmalen Zettel, mit einem zusätzlichen „V.“ vor „D.“ und mit einer Wortumstellung „ad me quamprimum“ (Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Thott 503, Nr. 16). Jungermann hat den Brief am 14. Oktober erhalten, wie er auf dem Brief vermerkte. Bei der für die Verhandlungen des Karlowitz notwendigen Abschrift hat es sich vielleicht um eine Kirchenordnung gehandelt. Am 10. September, am Tag der Audienz von Camerarius und Karlowitz beim Kaiser, hatte Karlowitz aus Wien von Kurfürst August um die Zusendung der nie veröffentlichten Georgsagende gebeten, worauf dieser am 24. September geantwortet hat, dass diese nicht zu finden sei. Unter den im Sächsischen Staatsarchiv Dresden aufbewahrten Dokumenten im Zusammenhang mit den Verhandlungen von Camerarius in Wien findet die Heinrichsagende Erwähnung (vgl. Loc. 9936, Bl. 11ff.). Vgl. hierzu Friedrich Albert von Langenn: Christoph von Carlowitz: eine Darstellung aus dem XVI. Jahrhundert. Leipzig 1854, S. 319ff.; Johann Georg Schelhorn: De Vita, fatis ac meritis Philippi Camerarii … Noribergae 1740, S. 191ff.

(Torsten Woitkowitz)

Zum Brief vgl. Otto 1889, S. 30.