Sifridi an Camerarius, ca. 1521

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0357
Zitation Sifridi an Camerarius, ca. 1521, bearbeitet von Manuel Huth, Alexander Hubert und Vinzenz Gottlieb (02.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0357
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. D2v-D3r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Valentin Sifridi
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Unscharfes Datum Beginn 1521
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Erfurt
Gedicht? nein
Incipit Cur tibi vero tu a me tantopere metuis
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI; Benutzer:VG
Gegengelesen von
Datumsstempel 2.11.2022
Werksigle OCEp 0357
Zitation Sifridi an Camerarius, ca. 1521, bearbeitet von Manuel Huth, Alexander Hubert und Vinzenz Gottlieb (02.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0357
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. D2v-D3r
Fremdbrief? nein
Absender Valentin Sifridi
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Unscharfes Datum Beginn 1521
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Erfurt
Gedicht? nein
Incipit Cur tibi vero tu a me tantopere metuis
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 2.11.2022


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich

Regest

Adressat: Camerario inter funambulos progredienti ad honores - An Camerarius, der unter den Seiltänzern Ehren erlangt.
Warum fürchte Camerarius Sifridis Anzeige? Keine geschwätzige Alte werde schweigsamer sein als er. Das reiche nicht? Nicht einmal das Metall von Dodona werde ihn im Schweigen besiegen (s. Anm.). Immer noch nicht?
Camerarius solle sich hüten, an Sifridis Vertrauenswürdigkeit zu zweifeln. Er werde über Camerarius' lächerliche und bemerkenswerte Tat schweigen. Und dazu hätte es einer solche Bitte und Ermahnung nicht bedurft, denn er hätte es von sich aus getan. Er kenne sie (die Fünf, die über Camerarius urteilen, Anm. d. Bearb.). Er kenne die Gefahr. Er habe selbst die Gefahr erlebt, als er sich neulich auf diesem Sportplatz abgekämpft habe. Camerarius solle also ruhig schlafen. Sifridi sei nicht der Typ, der aus Spaß anderen schade, er wisse zu schweigen über das, was zu verschweigen sei.
Er sei etwas verstört gewesen, als er Camerarius' Brief bekommen habe. Er habe nämlich geglaubt, Camerarius schriebe bezüglich einer anderen Angelegenheit und dränge ihn zu seinem Versprechen. Daran denke er tatsächlich, doch er schreite zu wenig sorgsam und mit einer gewissen Unverschämtheit voran. Viele vergäßen Wohltaten schnell, andere hätten andere Entschuldigungen. Jedoch dürfe die Angelegenheit nicht vernachlässigt werden, nicht so wegen Camerarius als wegen anderer und ihrer gemeinsamen Bemühungen / Studien (communium studiorum (causa)), die täglich weniger wert seien und über deren Lehre er sich erinnere, was ihr Theologe gesagt und geraten habe. Er werde sich um die Sache kümmern. Entweder werde etwas erreicht, dann sei es zu Camerarius' Nutzen; oder man erreiche nichts, dann werde Camerarius es dennoch tun, nicht nur aufgrund seiner humanitas, sondern auch aufgrund seiner Großherzigkeit.
Lebwohl.

(Alexander Hubert)


Anmerkungen

  • Der Brief ist Sifridis Antwort auf Camerarius' Bitte um Stillschweigen.
  • "das Metall von Dodona": Im Orakel von Dodona wurde der Klang metallener Windspiele interpretiert.
  • Das besagte Ereignis bezieht sich wohl auf einen nächtlichen Schabernack. Ob es dieselbe Aktion war, die Antonius Niger von der Magisterpromotion ausschloss, ist nicht klar; die Angst des C. vor ähnlichen Folgen ließe sich aber dadurch erklären. Dieser Zusammenhang und der Verweis auf C.'s im vorherigen Brief erwähnten Prüfungstermin (illa dies mea) deuten auf eine Datierung Anfang 1521 hin.

Literatur

Krause 1879, S. 231-232