Micyllus an Camerarius, vor dem 28.01.1558

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Camerarius an Micyllus, nach 09.08.15409 August 1540 JL

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Werksigle OCEp 0368
Zitation Micyllus an Camerarius, vor dem 28.01.1558, bearbeitet von Michael Pöschmann und Manuel Huth (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0368
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. E3r-E4r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Micyllus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; ermitteltes Datum: vor dem 28.01.1558 (Tod des Micyllus)
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende 1558-01-28
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Divitias alii mittant ac splendida dona
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefgedicht
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen nicht München, Clm, 10366, 135-138

"Während zwar große Könige diese strahlenden Geschenke bewunderten, so stehe (bei ihnen) der Helikon samt seiner Musen entblößt da." verstehe ich nicht, US

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:HIWI4; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.07.2019
Werksigle OCEp 0368
Zitation Micyllus an Camerarius, vor dem 28.01.1558, bearbeitet von Michael Pöschmann und Manuel Huth (07.07.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0368
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. E3r-E4r
Fremdbrief? nein
Absender Jakob Micyllus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; ermitteltes Datum: vor dem 28.01.1558 (Tod des Micyllus)
Unscharfes Datum Ende 1558-01-28
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Divitias alii mittant ac splendida dona
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefgedicht
Datumsstempel 7.07.2019


Regest

(Micyllus eröffnet das Gedicht mit einer Priamel:) Mögen andere goldene, glänzende Geschenke, Purpurstoffe und Gemälde alter Schlachten schenken, Gedichte hingegen seien das Geschenk Micylls. Im Vergleich zu jenen natürlich bei weitem unterlegen, so dürften die Gedichte doch nicht weniger dem Naturell des Camerarius entsprechen. Während zwar große Könige diese strahlenden Geschenke bewunderten, so stehe (bei ihnen) der Helikon samt seiner Musen entblößt da. Doch werden keine edlen Gewänder dies ändern können, sondern allein die Dichtkunst erfreue die Musen. Beispiele für die beschwichtigende Kraft der Lieder mit Verweis auf Orpheus. Weder Götter noch Tod könnten Gedichten etwas anhaben, sie seien unsterblich, wohingegen Pyramiden und Mausoleen irgendwann vergehen müssten. Wen aber die Lieder besängen, der werde solange leben, wie es Sterne am Himmel und Gras auf Erden gebe und Flüsse Wasser führten. Camerarius möge dieses Gedicht wohlwollend annehmen. Bescheidenheitstopoi. Camerarius sei Micylls Lehrer des Griechischen gewesen und habe in ihm die Leidenschaft für die Sprache entfacht. Dafür möge auch Gott ihm angemessen danken, denn Micyll selbst könne es aufgrund seiner bescheidenen Verhältnisse nicht tun. Weder alten Wein, noch libysches Ackerland noch Gold und Edelsteine könne er aufweisen, doch diese Verse seien der wahre Micyll. Er erinnert an das friedliche goldene Zeitalter Saturns, als niemand reicher war als andere und es die Armut noch nicht gab, von der Micyllus nun so sehr gebeutelt werde und die es ihm nicht erlaube, Camerarius einen würdigeren Dank für seine Leistungen zu übermitteln. Camerarius möge es gewogen aufnehmen. Gott möge Camerarius gnädig sein und ihm ein besseres Schicksal als Micyllus gewähren.

(Michael Pöschmann)