Hessus an Camerarius, 18.07.1535

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Hessus an Camerarius, 15.06.153515 Juni 1535 JL
Hessus und Sturtz an Camerarius, 03.1535März 1535 JL
Hessus an Camerarius, Anfang 02.1535Februar 1535 JL
 Briefdatum
Camerarius an Hessus, 15361536 JL
Hessus an Camerarius, 05.04.15365 April 1536 JL
Hessus an Camerarius, 24.04.153624 April 1536 JL
Werksigle OCEp 0117
Zitation Hessus an Camerarius, 18.07.1535, bearbeitet von Manuel Huth (29.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0117
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M4v-M5v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1535/07/18
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum (postridie Alexii)
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Accepi tuas literas in convivio celebri
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Rezeption)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von
Datumsstempel 29.04.2019
Werksigle OCEp 0117
Zitation Hessus an Camerarius, 18.07.1535, bearbeitet von Manuel Huth (29.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0117
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M4v-M5v
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1535/07/18
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum (postridie Alexii)
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Accepi tuas literas in convivio celebri
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Rezeption)
Datumsstempel 29.04.2019


Regest

Hessus habe die Briefe des Camerarius bei einem Gastmahl erhalten und allen Gästen zum Lesen gegeben. Dennoch bekümmere es Hessus und (Georg) Sturtz, dass er gegen ihren Willen nach Tübingen fortgehe. Aber sie wollten seine Entscheidung gutheißen, sie sei ja nötig gewesen und man könne ja ohnehin etwas, das geschehen sei, nicht wieder rückgängig machen.

Nur die Kürze des von Camerarius verfassten Briefes mache ihn wütend, denn vermutlich habe Camerarius nicht alles geschrieben. Hessus habe nämlich zu der Stunde, in der er diesen Brief schreibe, einen Brief aus Wittenberg erhalten, in dem es heiße, Thomas Venatorius wandere mit Camerarius nach Tübingen. So viel schneller wisse man in Wittenberg als in Erfurt, was Camerarius plane!

Hessus habe das Buch des Camerarius noch nicht ganz lesen können. Er habe allerdings bemerkt und darüber gelacht, dass für Camerarius die Fehler anderer so wichtig seien. Er solle aufpassen, dass er nicht dem Melampgyus (Erasmus von Rotterdam) begegne. Außerdem solle er, wenn er Verse machen, aufpassen, dass keiner schreie, dass er mehr cura als natura habe (s. Anm.). Lache Camerarius nun oder sei er aufgebracht? Hessus war, sei und werde die cura des Camerarius tausendmal wertvoller sein als die natura vieler.

Hessus und Sturtz beglückwünschten Camerarius für seine Anstellung und wünschten ihm das Beste, obwohl sie es lieber gesehen hätten, er wäre an die Universität Wittenberg gegangen und nicht an die Universität Tübingen. Aber das ließe sich nun nicht mehr ändern.

Hessus sei ganz mit der Übersetzung des Psalteriums beschäftigt. Camerarius könne sich nicht vorstellen, wie aufwändig das Projekt sei. Hessus nutze alle Mittel, die er bekommen könne. Er habe einst in Nürnberg ein Psalmenbüchlein gesehen. Wenn er sich nicht irre, wurde es von einem Gissus (unbekannt) in elegischem Versmaß geschrieben. Hier (in Erfurt) könne er das Büchlein nicht finden. Wenn Camerarius es in Nürnberg oder anderswo finden und ihm schicken könnte, wäre er sehr dankbar.

In Wittenberg beginne die Pest zu wüten. Die Universität werde nach Jena verlegt. Kurfürst (Joachim) sei gestorben.

(Georg) Sturtz und seiner Familie gehe es gut. Täglich kaufe er neue Grundstücke, erwerbe neue Latifundien und bleibe dennoch der ihr alter Freund. Sturtz grüße Camerarius und seine Familie.

Hessus hätte mehr geschrieben, wenn er nicht noch, wie es bei ihm üblich sei, unter der gestrigen "Erschöpfung" (defatigatio) leiden würde. Camerarius kenne ihn ja. Camerarius solle über seine veränderten finanziellen Verhältnisse und seine Situation in Schwaben schreiben.

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "dass er mehr cura als natura habe": Scherzhafte Anspielung darauf, dass Erasmus genau dies Camerarius vorgeworfen hatte. Die Publikation des Erratums diente der Verteidigung gegen Erasmus.