Chyträus an Camerarius, 1572 (?)

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Camerarius an Chyträus, 14.02.156914 Februar 1569 JL

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Werksigle OCEp 1534
Zitation Chyträus an Camerarius, 1572 (?), bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1534
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 0411-0412
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender David Chyträus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1572
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr mutmaßlich (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1552
Unscharfes Datum Ende 1574
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum honestissima cupiditate
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Empfehlungsschreiben; Biographisches (Rezeption)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 3.05.2020
Werksigle OCEp 1534
Zitation Chyträus an Camerarius, 1572 (?), bearbeitet von Moritz Stock (03.05.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1534
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Chyträus, Epistolae, 1614
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 0411-0412
Fremdbrief? nein
Absender David Chyträus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1572
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Jahr mutmaßlich (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1552
Unscharfes Datum Ende 1574
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum honestissima cupiditate
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Empfehlungsschreiben; Biographisches (Rezeption)
Datumsstempel 3.05.2020


Hinweise zur Datierung

Terminus post quem ist Chyträus' Aufnahme der Lehrtätigkeit an der Universität Rostock (1552) und terminus ante quem Camerarius' Tod (1574).

Vielleicht ist der Brief ins Jahr 1572 zu datieren: Chyträus las 1572 ein zweites Mal Herodot (vgl. Krabbe 1870, S. 101 Anm.). Seine vorherige, erste universitäre Beschäftigung mit Herodot Anfang der 1560er Jahre deutet Chyträus mit der Verwendung des Perfekts an: quia … defensione Herodoti tua adductus et … adnotationibus … adiutus … autorem illum in scholam praelegi. Die Formulierung, er wünsche Erklärungen zu Stellen, die ihm jetzt (hoc tempore) in den Sinn kamen, bezieht sich daher wohl auf eine zweite, von der ersten zeitlich getrennte Beschäftigung mit Herodot.
Weiterhin befragt Chyträus im Brief überwiegend Stellen des ersten Buches, das er in der ersten Phase überhaupt nicht behandelte (s. Scripta in Academia Rostochiensi publice proposita (…), Rostochium, 1567“ (VD16 ZV 13369) mit den Anmerkungen bei Krabbe 1870, S. 102 bzw. S. 47 Anm. †).
Krabbes Hinweis, Chyträus habe im Jahr 1592 das erste Buch und unklare Stellen im kleinen Kreise erklärt, würde auch zu der späten Datierung passen. Hier dürfte Chyträus die von Camerarius gegebenen Ratschläge verarbeitet haben.

Regest

Da begabte junge Schweden (unbekannt; adolescentes Gothi et Sueones) mit dem Wunsch, Camerarius, die Kirche und die Schule (Universität Leipzig) zu sehen aufbrachen, habe Chyträus sie, die eifrig um ein Empfehlungsschreiben baten, nicht im Stich lassen dürfen. Obgleich ihn die Scheu vom Schreiben abhielt, hoffe er im Vertrauen auf Camerarius‘ Freundlichkeit und Milde, dass diese Erfüllung seiner Pflicht Camerarius nicht lästig sei.

Er habe beschlossen, Camerarius die jungen Männer anzuvertrauen und ihn zugleich über gewisse unverständliche Stellen bei Herodot zu befragen. Diese Wohltat werde Camerarius ihm umso bereitwilliger erweisen, da Chyträus, bewogen durch Camerarius‘ Verteidigung Herodots und unterstützt durch seine kleinen Anmerkungen in der Basler Edition, über diesen Autor an der Universität (Rostock) gelesen habe. Es handle sich um recht schwere Stellen, die ihm jetzt in den Sinn kamen und zu denen er respektvoll Aufklärung wünsche.

Chyträus fragt nach Erläuterungen zu Stellen in 5,71, 1,73, 1,74, 1,167 und 6,58.

(…)

(Moritz Stock)

Anmerkungen

  • Der Brief ist unvollständig und endet im Druck mit der Bemerkung caetera desunt. Ort und Datierung fehlen. Camerarius' Antwort wurde nicht mitveröffentlicht (vgl. Ben-Tov 2009, S. 69).
  • „Basler Edition“: Camerarius‘ Herodotausgabe erschien zweimal, beide Male in Basel (1541 und 1557). Die im Brief zitierten Ausschnitte lassen keinen Rückschluss zu, welche Auflage Chyträus verwendete. Ohne Begründung geht Ben-Tov 2009 (S. 69 mit Anm. 120) von der Benutzung der früheren Ausgabe aus.
  • „da er … diesen Autor … gelesen habe“: Leider ohne Angabe einer genauen Quelle schreibt Otto Krabbe: „Chyträus hat zwei Mal über den Herodot gelesen, zuerst vom Jahre 1559 an bis zum Schlusse des Jahres 1562, wo er ihn ganz absolvirt hatte, aus welcher Vorlesung seine Chronologia historiae Herodoti hervorging. Das zweite Mal las er im Jahre 1572 über Herodot. Endlich hat er im Jahre 1592 während einer Krankheit seinem Sohne Ulrich David und Anderen das erste Buch und einige merkwürdige Stellen aus den übrigen Büchern privatim erklärt.“ (Otto Krabbe: David Chytraeus. Rostock 1870, S. 101 Anm.). Die erste von Krabbe genannte Phase ist belegt, denn Chyträus‘ Ankündigungen der Herodotvorlesungen des Jahres 1560/61 wurden später (1567) publiziert (Vgl. die Anmerkungen bei Krabbe 1870 S. 102 bzw. S. 47 Anm. †) als Scripta in Academia Rostochiensi publice proposita (VD16 ZV 13369). Chyträus las demnach im Zeitraum 1560/61 über Buch 2-9.
  • „an der Universität (Rostock)“: Chyträus lehrte ab 1552 bis zu seinem Tode an der Universität Rostock (vgl. Krabbe 1870, S. 85).

Forschungsliteratur

Ben-Tov 2009, S. 69f.