Camerarius an Unbekannt, 29.11.1572

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0562
Zitation Camerarius an Unbekannt, 29.11.1572, bearbeitet von Manuel Huth (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0562
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 129-131
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum 1572/11/29
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Superioribus diebus allatae fuere litterae tuae domum meam nescio a quo
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Nachlass (Seld); Drucklegung; Biographisches (Krankheit); Biographisches (Universitätswesen)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen Adressat vermutlich Georg Cracow, s. Email Woitkowitz vom 04.10.2019 --> An Cracowbriefwechsel verifizieren
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.06.2020
Werksigle OCEp 0562
Zitation Camerarius an Unbekannt, 29.11.1572, bearbeitet von Manuel Huth (07.06.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0562
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 129-131
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum 1572/11/29
Datum gesichert? ja
Sprache Latein;Griechisch
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Superioribus diebus allatae fuere litterae tuae domum meam nescio a quo
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Nachlass (Seld); Drucklegung; Biographisches (Krankheit); Biographisches (Universitätswesen)
Datumsstempel 7.06.2020


Zum Empfänger

Nach freundl. Hinweis von Torsten Woitkowitz (2019) dürfte der Brief an Georg Cracow gerichtet sein.

Regest

In den letzten Tagen habe Camerarius einen Brief des Adressaten erhalten. Seine Familie habe ihm aber nicht sagen können, wer der Bote (unbekannt) gewesen sei. Es freue ihn, dass der Adressat sich nun besserer Gesundheit erfreue. Hoffentlich werde er wieder so gesund wie früher. Oft hatte Camerarius gedacht, dass ein so langer und beschwerlicher Weg der Gesundheit des Adressaten nicht zuträglich sein könne. Aber man solle nicht an Vergangenes denken.

Was Camerarius von dem Rechtsgelehrten Georg Tanner über gewisse Bücher (unklar) mitgeteilt wurde, hatte er vorher bereits teilweise von Caspar (Jungermann oder Peucer?) erfahren. Und was insbesondere den Nachlass (Georg Sigismund) Selds (Seldiana) betreffe, so biete Ernst (Vögelin) seine Hilfe an, bitte aber zugleich darum, dass all das, was zur Bibliothek Selds gehöre, möglichst bald hierher (nach Leipzig) gebracht werde. Ernst (Vögelin) habe nämlich versprochen, dafür Sorge zu tragen, dass diese Schriften möglichst genau ediert würden. Sobald sie ediert seien, könne Tanner, wenn er wolle und ihm das gedruckte Exemplar gefalle, auch für die übrigen Schriften Ernsts Dienste in Anspruch nehmen. Der Adressat möge also Tanner bitten, die Bücher Selds möglichst bald (nach Leipzig) zu schicken, und ihm zusichern, dass auch Camerarius bei der Edition helfen werde. Tanner sei Camerarius bereits vor vier Jahren mit größter Freundlichkeit begegnet, als sich dieser in Wien befand und gezwungen war, die Zeit mit nutzloser Untätigkeit zu verbringen. Auch Camerarius wolle den Nachlass Selds gern sehen, denn es seien zweifellos hervorragende und ansehnliche Schriften. Der Adressat möge zusehen, dass Camerarius die Schriften schnell erhalte.

Gerade würden die Ὁμιλίαι für die Kinder auf Griechisch und Latein ediert (s. Anm.), die von seinem Sohn Ludwig gesammelt wurden, weil Camerarius der Meinung war, die Lektüre könne einigen nützlich sein. Er werde das Buch an den Adressaten schicken, sobald es fertig sei.

Nachdem (Hubert) Languet abgereist sei, sei die Gesundheit des Camerarius stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bald zeichnete sich ein neuer Krankheitsanfall ab und das Augentriefen (lippitudo) sei überaus lästig gewesen. Den Brief habe er deswegen nicht so deutlich schreiben können. Zweifellos werde der Adressat ihm aber weiterhin wohlgesinnt sein.

(Das Folgende auf Griechisch:) Es kämen einige Probleme bei der Verwaltung der Universität (Leipzig) hinzu. Es gebe nämlich einige Leute, die sich nur um ihre privaten Interessen kümmerten und dabei dem Gemeinwohl schadeten. Camerarius wisse mit Sicherheit, dass Kurfürst August die Universität erhalten wolle, aber es falle doch einiges vor, über das man sich genauer erkundigen und nachdenken müsse, wenn einige die Dinge derart zersetzten. Einige Dinge missfielen Camerarius an der (Universitäts-)Verwaltung ziemlich. Aber der Adressat kenne ja die Sprüche: "Ein Übel, das gut liegt (soll man nicht bewegen)" und "Es ist leicht, einen Staat in Unruhe zu versetzen." Camerarius halte es für seine Pflicht, dies dem Fürsten mitzuteilen – im Interesse des Gemeinwohls und zum Ruhme des Fürsten. Es gehe ihm nicht um persönliche Interessen.

Könnten sie den Rest doch nur persönlich besprechen! Mehr könne Camerarius nämlich nicht schreiben, und man dürfe nicht alles einem Brief anvertrauen. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Gerade würden die Ὁμιλίαι für die Kinder auf Griechisch und Latein ediert": "Edebantur" scheint Brieftempus zu sein und muss präsentisch übersetzt werden. Die Ὁμιλίαι erschienen nämlich Anfang 1573, wie der im Dezember verfasste Widmungsbrief nahelegt.