Camerarius an Schroeter, 01.11.1566

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Schroeter, 18.01.156618 Januar 1566 JL

kein passender Brief gefunden

Werksigle OCEp 1234
Zitation Camerarius an Schroeter, 01.11.1566, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (14.03.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1234
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 444-445
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes von Schroeter
Datum 1566/11/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Cal. IXbr.; Datum unsicher (s. Hinweise zur Datierung)
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Jena
Gedicht? nein
Incipit Quod ad literas tuas non solum familiariter
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Türkenkriege/Türkengefahr; Pest (Leipzig)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 14.03.2021
Werksigle OCEp 1234
Zitation Camerarius an Schroeter, 01.11.1566, bearbeitet von Manuel Huth und Anne Kram (14.03.2021), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1234
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 444-445
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes von Schroeter
Datum 1566/11/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Cal. IXbr.; Datum unsicher (s. Hinweise zur Datierung)
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Jena
Gedicht? nein
Incipit Quod ad literas tuas non solum familiariter
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Türkenkriege/Türkengefahr; Pest (Leipzig)
Datumsstempel 14.03.2021


Zielort ermittelt.

Hinweise zur Datierung

Die Datierung ist unsicher. Vermutlich spielt Camerarius in dem Brief auf den Tod der Frau Schroeters an. Sie war aber bereits 1565 gestorben. Gegen eine Umdatierung auf dieses Jahr spricht allerdings die Erwähnung des Krieges in Ungarn sowie die Erwähnung einer Seuche in Leipzig, die auch in anderen Briefen aus dem Jahr 1566 thematisiert wird (s. Pest (Leipzig)).

Regest

Dass Camerarius bisher nicht auf Schroeters Brief geantwortet habe, liege nicht an seiner Nachlässigkeit, sondern an der des Boten, der ihm bei der Übergabe einige Dinge persönlich berichten sollte. Da er den Brief gebracht habe, als Camerarius nicht zu Hause war, und auch später immer wieder gekommen sei, wenn er nicht da war, habe sich seine Antwort bis jetzt verzögert.

Er wünschte, es wäre jemand aus Schroeters Familie zu ihm gekommen, um ihre Angelegenheiten persönlich besprechen zu können - nicht weil er glaube, dass er etwas Erfreuliches erfahren würde, sondern um genaue Kenntnis über das Schicksal seiner Freunde zu erlangen. Auch wenn dies sehr betrübliche Umstände seien, so werde Gott sie doch insoweit lindern, dass er ihnen in ihrem Leid auch Trost aufzeige. Denn so wie der Tod eines Angehörigen immer Kummer mit sich bringe, müsse man doch alle zu einem solchen Tod beglückwünschen, denen er durch Gottes Güte zuteil wurde - gerade in solchen Zeiten, in denen beinahe nirgendwo – weder im Privaten noch im Öffentlichen – Hoffnung auf Freude in Sicht sei (s. Anm.).

Über den Krieg in Ungarn werde Schreckliches berichtet, und die übrigen, näher liegenden Übel habe man vor Augen und sie seien geradezu mit Händen zu greifen, wie der Dichter (Vergil) sage (Verg. Aen. 11,311). Neulich sei Camerarius auf eine gewisse Schrift des (Joseph a) Pinu (s. Anm.) gestoßen, mit dem ihn eine sehr lange und so enge Freundschaft verbinde, dass er vermutlich auch jetzt noch in seiner Gunst stehe. (Unsicher:) Wenn er sich nicht täusche (nisi verdruckt zu si), reihe sich auch diese Schrift in die unglückselige Tendenz ihrer Zeit ein, in der das Beharren auf den eigenen Meinungen verbreitet sei und sich dabei noch irgendwie als religiöser Eifer ausgebe und üblicherweise nicht einmal Halt vor Freundschaften mache. Aber was sollte er schon sagen? In seinem hohen Alter würde er sich selbst der Demenz bezichtigen (möge Pinu auch älter sein als er), wenn er verkünde, dass solche Schriften die Autoren in Verruf brächten und der allgemeine Frieden gestört werde. Wenn aber Camerarius Recht habe und sein Verstand nicht so sehr wie seine Augen mit dem Alter nachgelassen hätten, so hätte Pinu sich um sein Ansehen und um seine angeschlagene Heimat kümmern können und sollen - und sich unter diesen Umständen nicht dieser Literaturgattung bedienen sollen. Aber wie gesagt werde er sich damit eher selbst verurteilen als jemand, der in dieser Hinsicht einem Irrtum erlegen und blind oder zumindest kurzsichtig sei (lippus). Es werde sich zeigen, wie die Dinge ausgingen.

Er habe dies mit großem Kummer geschrieben, aber müsse es dem unglücklichen Schicksal ihrer Zeit zuschreiben und sich bemühen, die Bürde gelassen zu ertragen.

Die Seuche (in Leipzig; pestilentes contagiones) habe weder gänzlich aufgehört noch sei ihre Verbreitung beendet.

Er würde sich sehr freuen, wenn Schroeter gelegentlich zurückschriebe. Schroeter solle seinen Freunden (in Jena) Grüße ausrichten.

(Anne Kram / Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Schrift des (Joseph a) Pinu": Die Schrift konnte nicht identifiziert werden.
  • „Hoffnung auf Freude in Sicht sei“: In diesem Absatz scheint es um den Tod seiner 1565 gestorbenen Frau Ursula zu gehen.

Literatur und weiterführende Links