Camerarius an Sabinus, 01.05.1550

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Sabinus an Camerarius, 06.12.15496 Dezember 1549 JL
Sabinus an Camerarius, 28.07.154828 Juli 1548 JL
Sabinus an Camerarius, 18.02.154818 Februar 1548 JL
 Briefdatum
Sabinus an Camerarius, 04.09.15504 September 1550 JL
Sabinus an Camerarius, 09.12.15509 Dezember 1550 JL
Camerarius an Sabinus, 05.01.15515 Januar 1551 JL
Werksigle OCEp 0782
Zitation Camerarius an Sabinus, 01.05.1550, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (05.07.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0782
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 405-408
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Sabinus
Datum 1550-05-01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 1.05.(o.J.) (Cal. Maii.). Jahr erschlossen
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Königsberg (Preußen)
Gedicht? nein
Incipit Ordiar a fine litterarum tuarum
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Familie); Reichstag 1550/51 (Augsburg)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen [[Notizen::VG, 25.05.2022: Empfänger, Zielort und Jahr erschlossen. Siehe dazu die Anmerkungen. Einiges ist noch unklar, u.a. die die Probleme der Universität: geht es da schon um den Osiandrischen Streit? Möglicherweise ist Osiander der Verleumder: er hatte eine theologische Auseinandersetzung mit Ziegler (vgl. Stupperich 1973, S. 53ff.; vgl. MBW 5704a).

VG, 5.7.22: Anmerkungen von TW: Erhardus ist wahrscheinlich Erhard Heckelmann (vgl. Melanchthons Briefwechsel, Bd. 12, Personen F-K, S. 241; GND 1140614576; vgl. MBW 4092.4).]]

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:VG
Gegengelesen von
Datumsstempel 5.07.2022
Werksigle OCEp 0782
Zitation Camerarius an Sabinus, 01.05.1550, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (05.07.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0782
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 405-408
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Georg Sabinus
Datum 1550-05-01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 1.05.(o.J.) (Cal. Maii.). Jahr erschlossen
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Königsberg (Preußen)
Gedicht? nein
Incipit Ordiar a fine litterarum tuarum
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Familie); Reichstag 1550/51 (Augsburg)
Datumsstempel 5.07.2022


Regest

C. beginne mit der Antwort auf N‘.s Brief in umgekehrter Reihenfolge: C. hoffe, dass seine Bitten und seine Ermahnungen bei N. irgendetwas ausrichten könnten. Die Ehe von N. möge gut gelingen. Hoffentlich könne er den Brief schon als Verheirateter lesen. Was die (ungenannte) Angelegenheit betreffe, so heiße C. N.‘s Vorhaben gut, bis auf die Verzögerung. C. sei betrübt, dass N.‘s Universität (Königsberg), die trotz Schwierigkeiten ganz passabel eingerichtet worden sei, so schwere Zeiten durchmache. Auch darin äußere sich das Unglück der Zeit und man müsse es Gott überlassen. C. habe von Verleumdungen gehört: ein Freund von N. habe einen Brief im Namen C.‘s herausgegeben, worin er etwas über Laterensis geschrieben und ihn zur Antwort aufgefordert habe. Es sei unverschämt von ihm (dem Freund), bewusst solche Unwahrheiten zu verbreiten. Daher bitte er N., seine Unschuld zu verteidigen, wo es nötig sei. Denn diese vorgeblichen Briefe, aus einem Zeitraum von vier Jahren, würden ja eine Kommunikation zwischen beiden gegen einen Freund (Laterensis) vorgaukeln. C. scheue sich vor einer Verteidigung, um sich nicht selbst anzuklagen. Aber er mache sich weniger Sorgen um sich selbst, sondern mehr um den Staat. N. möge helfen, dass C.‘s Name nicht mit den Streitereien in Verbindung gebracht werde. Laterensis sei aber ohne Schuld. C. zweifle nicht, dass sein Sohn bei N. in guten Händen sei. Über dessen Studienfortschritte habe er aber keine Kenntnis. Der Tod von Erhard (Heckmann) habe die Pläne durcheinandergebracht. Wenn eine Hoffnung auf Studienfortschritt bestanden hätte, hätte C. anders entschieden; so aber brauche er N.‘s Hilfe. Der Zugang zum Fürsten sei ausreichend für die Kosten, aber C. wolle prüfen, wie erfolgversprechend die Studien seien. N. solle ihm genauere Informationen geben. C. habe überlegt, zur Hochzeit von N.‘s Verwandten zu reisen. Am Ort (wohl Leipzig) sei allem beim alten. Am 25.6. solle ein Reichstag in Augsburg gehalten werden. Der Kaiser werde dort Anfang Juni erwartet und sei schon unterwegs. Die Tagesordnungspunkte seien Religion und Ungehorsam. Die Fürsten seien zur Teilnahme verpflichtet. Es gebe Verwirrung, über die C. aber nicht schreiben dürfe. Gruß im Namen der Familie auch an N.‘s neue Frau und seine Kinder.

(Vinzenz Gottlieb)

Anmerkungen zum Adressaten und Datum

Der Adressat (hier als N. bezeichnet) ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Georg Sabinus, das Entstehungsjahr 1550. Dafür sprechen verschiedene Aspekte:
(1) Der Zeitpunkt der Eheschließung: Sabinus ging im Juni 1550 seine zweite Ehe mit Anna Kromer ein (vgl. Beuttenmüller 1997, S. 12). Die im Schlusssatz erwähnten Kinder weisen darauf hin, dass N. vorher schon verheiratet gewesen war.
(2) Die Erwähnung von C.‘s Sohn (wohl Johannes Camerarius II.), der sich in N.‘s Obhut befinde: Johannes war 1546-1551 zum Studium in Königsberg. Da er der älteste von C.‘s Söhnen war, ist der Brief nicht vor 1546 entstanden.
(3) Der Tod von Laterensis im Jahr 1552 ist Terminus ante quem. Selbst die Angabe 1556 (laut GND, wohl falsch) würde den Zeitraum immer noch ausreichend begrenzen.
(4) Der angekündigte Augsburger Reichstag: im Zeitraum kommen nur die Reichstage 1547/48, 1550/51 und evtl. 1555 in Frage. Der einzige von ihnen, der im Sommer begann, war 1550/51. Der eine Monat Abweichung sollte sich durch kurzfristige Verzögerungen erklären lassen.

Freundliche Hinweise von Torsten Woitkowitz: Der erwähnte Erhardus ist wahrscheinlich Erhard Heckmann, preußischer Obersekretär, gestorben 1550 (GND 1140614576).
Die Hochzeit des Verwandten bezieht sich auf Melanchthons Sohn Philipp, der am 5. Mai 1550 in Torgau Katharina Waldener heiratete (vgl. MBW 5780 und 5793).
Entstehungsort erschlossen.