Benutzer: HIWI

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Alexander Hubert

Schmutzige Gedichte von JC: vgl. OCEp 1358

Hessus: quod affectionem amoris attinet, facile tibi indulgeo ... non obsistendum esse OCEp 0123 --> Hat JC eine Liebschaft?

JC-Biographie durch JCII

Inhaltsverzeichnis

Von mir bearbeitete Seiten

 
Mosellanus an Camerarius, 1520
Francke an Camerarius, 01.08.1520
Sifridi an Camerarius, ca. 1521
Camerarius an Sifridi, ca. 1521
Camerarius an Sodalität (Wittenberg), 01.10.1524
… weitere Ergebnisse

432 Stück

Außerdem, oben nicht mitgezählt:

 
Astrologie (CamLex)
Mathematische Wissenschaften (CamLex)

CamLex - Naturkunde

Naturkundliches bei Camerarius - Formen und Inhalte

Die Naturkunde ist eines der weniger umfangreichen Wissensgebiete in Camerarius' Oeuvre. Dabei ist es vor allem die Tiermotivik, die in verschiedenen Gattungen auftaucht. So umfasst Camerarius' naturkundliches Corpus verschiedene ↓ Dichtungen mit Tiermotivik, darunter:

Außerdem schrieb und edierte Camerarius ↓ Lehrgedichte naturkundlichen Inhalts: Dazu gehört einerseits das ↓ Lehrgedicht des Manuel Philes über die Eigenschaften der Tiere, dessen Edition und Übersetzung Camerarius plante und anleitete; außerdem dichtete er selbst einen Zusatz zu Manuel Philes' Gedicht. Die Fertigstellung des Drucks erlebte er allerdings nicht mehr. Ebenfalls in die Gattung des Lehrgedichts fallen die zusammen veröffentlichten Schriften "Aeolia", die die Winde zum Gegenstand haben, und "Prognostica", wo es um Wetterzeichen geht (↓ Wind, Sterne, Wetter - Der Werkverbund von 1535).

Tierische Motivik wiederum weist auch die größte Gruppe unter Camerarius' naturkundlichen Schriften auf: Die ↓ hippologischen Prosaschriften. Diese umfassen:

Schließlich findet sich auch in Camerarius' Briefen zuweilen Naturkundliches. Dominierend ist dabei bei Weitem die hippologische Thematik (↓ Die hippologischen Schriften - Camerarius' Steckenpferd?); aber auch philosophische Betrachtungen über Tiere finden sich hier (↓ Anima pro sale - Seele und Verstand im Tier). Diese wie auch andere kleinere naturkundliche Themen und Fragestellungen spielen auch als Disputationsgrundlage eine Rolle (↓ Die "Decuriae").

(Alexander Hubert)

Von Vögeln, Pferden und allerlei Getier - Kleinere Dichtungen mit Tiermotivik

Inter aves priscas - Epitaphien für Tiere

Schon früh finden sich bei Camerarius naturkundliche Motive in Form von Tiergedichten. Es handelt sich dabei zunächst um Epitaphien für Tiere, die 1531 in dem von Camerarius gemeinsam mit Helius Eobanus Hessus veröffentlichten Epicedienband abgedruckt wurden, der in der ersten Hälfte von Hessus verfasste Epicedien enthält und in der zweiten Epitaphien des Camerarius. Diese sind dabei an ganz verschiedene Adressaten gerichtet, beginnend bei öffentlichen Persönlichkeiten wie Kaiser Maximilian I. und Friedrich dem Weisen über Privatpersonen aus Camerarius' Umfeld wie seinen Bruder Joseph bis hin zu rein literarischen Epitaphien wie den drei Tiergedichten: Zwei in griechischer Sprache für eine Nachtigall und ein Pferd, die 1538 in den "Ἐπιγράμματα" noch einmal abgedruckt wurden, und eines auf Latein für eine Lerche.

Alle drei Epitaphien sind deutlich antik inspiriert. So schreibt Martial im siebten Buch seiner Epigramme, die frühgriechische Dichterin Telesilla habe einer Nachtigall (luscinius) einen Grabhügel (tumulus) gegeben,[1] worunter gewiss zu verstehen ist, dass sie ein Epitaph für eine Nachtigall schrieb. Von Telesilla, die im fünften Jahrhundert v.Chr. in Argos lebte, sind nur wenige Fragmente erhalten.[2] Möglicherweise nahm Camerarius also die Stelle bei Martial zum Anlass, ein Gedicht zu schreiben, wie Telesilla es hätte schreiben können. In seinen 13 Hendekasyllaben lobt er die fleißige Nachtigall, die nicht nur den ganzen Tag über gesungen habe, sondern nachts noch viel mehr; schließlich sei verhungert sei, weil sie darüber zu essen vergaß.[3] Das Gedicht fällt somit nicht nur in die Gattung der Epitaphien, sondern hat außerdem enkomiastische Züge. Das Motiv, dass die Nachtigall Tag und Nacht unaufhörlich singe, findet sich u.a. bei Plinius d.Ä.,[4] ebenso die Vorstellung, dass eine Nachtigall eher sterbe als aufhöre, zu singen.[5] Wenn Camerarius den Gesang der Nachtigall als Klage (θρῆνος) bezeichnet, reiht er sich damit in die antike Tradition ein: Ovid berichtet, wie Tereus Philomela, die Schwester seiner Gattin Procne, misshandelt. Die beiden Frauen töten daraufhin seinen und Procnes Sohn Itys und bringen Tereus dazu, ihn zu verspeisen. Anschließend schildert Ovid die Verwandlung Procnes in eine Nachtigall, Philomelas in eine Schwalbe und des Tereus in einen Wiedehopf. Seitdem findet sich in der antiken Dichtung die Interpretation des Nachtigallengesangs als Procnes Klage über den Tod ihres Sohnes oder, durch Vertauschung von Nachtigall und Schwalbe, die Klage Philomelas über das erlittene Unrecht.[6]

Mit seinem lateinischen Epitaph für eine Lerche in 19 Hendekasyllaben[7] reiht sich Camerarius dagegen selbst in eine Reihe von Dichtern ein, die Vögel besangen. Wenn er schreibt, die Lerche streife nun über die Elysischen Felder im Gefolge der "alten, frommen Vögel" (inter veteres pias volucres), und im Folgenden Catulls Sperling (passer ... Catulli), Corinnas Papagei (psittacus in sinu Corinnae) und Stellas Taube (Stellae cura recens ... columba) erwähnt, spielt er gleich auf drei Gedichte an: Catulls passer-Gedichte 2 und 3,[8] Ovids Gedicht auf den verstorbenen Papagei seiner Geliebten,[9] der sterbend in Corinnas Armen ausruft "Lebe wohl, Corinna!" (clamavit moriens lingua: 'Corinna, vale!', V. 50) sowie auf Martials Gedicht, in dem er verkündet, dass die Taube seines Freundes, des Dichters L. Arruntius Stella, über Catulls Sperling gesiegt habe und dass sein Freund Stella Catull ebensoweit überlegen sei, wie eine Taube größer sei als ein Sperling.[10] Ein weiterer Bezug ergibt sich überhaupt aus dem Wunsch, das die Lerche inter veteres pias volucres über die Elysischen Felder ziehen möge, der ebenfalls Ovids Papagei-Gedicht reflektiert.[11] Unter diesen altehrwürdigen Vögeln soll, so Camerarius' Wunsch in den letzten beiden Versen, auch seine Lerche ihren Platz finden, und mithin sein Gedicht in einer Reihe mit denen der drei antiken Dichter stehen. So stellt sich Camerarius hier explizit in die Nachfolge der drei Dichter, Catull, Ovid und L. Arruntius Stella, dessen Talent Martial wiederholt rühmt.[12] und für den Statius ein Epithalamion schrieb[13].

Mit dem dritten, auf Griechisch verfassten Epitaphium auf ein falbes Pferd,[14] das Jochen Schultheiß ausführlich behandelt hat,[15] sucht Camerarius schließlich den Bezug zur Anthologie Planudea: Wenn er im letzten Vers schreibt, einer der Alten habe einer Heuschrecke ein Epitaph verfasst, spielt er auf einen ganzen Gedichtzyklus von Epitaphien auf Heuschrecken in dieser Gedichtsammlung an.[16]

Somit folgt Camerarius mit seinen Epitaphien für Tiere einer antiken Tradition: Neben den genannten Gedichten sind noch eines des Statius auf einen verstorbenen Papagei und ein Epitaph aus der Anthologia Planudea zu Ehren eines Rebhuhns zu nennen, das von einer Katze gefressen wurde.[17] Camerarius lässt es aber nicht dabei bewenden, den antiken Vorbildern nachzueifern; stattdessen zeigt er mehr oder weniger explizit, dass er diese kennt und stellt sich mit ihnen in eine Reihe.

(Alexander Hubert)

Von Löwen und Chimären - Mantisches mit Tiermotivik

Die beiden griechischen Epitaphien finden sich dann auch in Camerarius' Epigrammband von 1538, der auch im Erstdruck Camerarius' lateinische Version einer Prophezeiung der Pythia an die Bacchiaden enthält, das alte Korinthische Herrschergeschlecht. Herodot überliefert den griechischen Text der Prophezeiung,[18] nach der einst auf einem Felsen ein Adler einen Löwen zeugen werde, der der Stadt viel Unglück bringen werde; Camerarius überträgt sie recht frei in lateinische Hexameter.[19] Diese Übersetzung ist nicht nur im Kontext seiner Gedichte mit Tiermotivik, sondern auch seines Interesses an → Mantik und seiner zahlreichen mantischen Gedichte im Epigrammband von 1538 zu sehen.

Mantische Motive finden sich auch in Camerarius' Briefgedicht an Melanchthon vom 17.07.1541, das eine Antwort auf dessen Gedicht darstellt, das in den "Scripta publice proposita" der Universität Wittenberg von 1559 unmittelbar vor Camerarius' Brief abgedruckt ist; die gleiche Konstellation findet sich in der ersten Auflage Melanchthons Epigrammsammlung von 1560 und den "Scripta publice proposita" von 1570. Melanchthon berichtet in seinem Gedicht[20] von einem Traum, in dem ihm die Fürsten befehlen, ein Untier zu malen, das als hyaena und monstrum bezeichnet wird; im Folgenden wird das Muster beschrieben, dass sie Melanchthon dafür vorgeben.[21] Es handelt sich dabei um ein scheußliches chimären- oder skyllaartiges Mischwesen[22] mit dem Gesicht einer Jungfrau mit feurigen Augen, mit bläulicher Haut, Schlangen, die Hals herabhängen und Füßen, die mit denen der Skylla verglichen werden. Melanchthon erschrickt fast zu Tode und weigert sich, dem Befehl der Fürsten zu folgen, da er die Füße nicht darstellen könne; dann macht er den Fürsten Vorwürfe, dass sie solch ein Bild in der Kirche aufstellen wollen. Das Gedicht endet mit Melanchthons Erwachen und der Bitte um Unterstützung Gottes.

Camerarius geht in seinem Antwortgedicht direkt auf Melanchthons Gedicht ein; so vollzieht er nicht nur den Ablauf der Diskussion mit den Fürsten nach, sondern auch das Aussehen des Untieres. Dabei bedient er sich einer ungleich blumigeren und dunkleren Sprache als Melanchthon. Auch Camerarius schließt mit einer Bitte um Gottes Beistand und gibt zu, dass ein solcher Traum gewiss eine Bedeutung habe;[23] bezüglich einer Interpretation des Traumes hält er sich jedoch bedeckt und geht nicht über Andeutungen hinaus, wonach der Traum möglicherweise auf das zu beziehen sei, woran Melanchthon gerade arbeite.[24]

Melanchthons Gedicht wurde schon zeitgenössisch auf verschiedene Weise interpretiert.[25] Während in den "Scripta publice proposita" von 1559 und 1570 nur die Entstehung des Gedichts auf 1541 in Regensburg festgelegt wird, bezieht die Überschrift von Melanchthons Traum in seiner Epigrammsammlung den Traum explizit auf das Regensburger Religionsgespräch von 1541 (De comitiis Ratisb(onensibus) anni 1541. Somnium.). Wenn die lokale Einordnung der Überschrift stimmt und das Gedicht während der Religionsgespräche entstand, wird auch Camerarius' Äußerung zur Deutung des Traumes so zu verstehen sein, dass er das Gedicht auf diese bezog.[26] Melanchthon selbst verwendet die Bezeichnung "Hyäne" sowohl für das Regensburger Buch[27] als auch für diejenigen Theologen, die bereit waren, durch eine zweideutige Formulierung im Regensburger Buch einen Kompromiss mit der altgläubigen Seite zu erwirken.[28] Es ist vermutlich Georg Sabinus,[29] der in einem Kommentar zu Ovids "Metamorphosen" von 1554 in Anlehnung an dessen Aussage, die Hyäne wechsle ihr Geschlecht,[30] als Hyänen solche Theologen bezeichnet, die sich auch in den wichtigsten Fragen so zweideutig ausdrückten, dass man nicht wissen, welche Meinung sie nun unterstützten[31] Dem folgt die moderne Forschung weitestgehend. Dementsprechend stehe die Hyäne für das Regensburger Buch, an dem Melanchthon mitwirken sollte. Dies "ängstigte ihn bis in seine Träume hinein: Als Hyäne, als ein hässliches Untier, erschien ihm dieses Buch, und ihm wurde befohlen, es zu verschönen. Bewältigt hat er diese Angst, indem er ein Gedicht darüber machte".[32] Thorsten Fuchs sieht die Hyäne unter der Voraussetzung, dass es sich bei der geschilderten Vision überhaupt um einen echten Traum handelt wie in der Forschung in der Regel angenommen, eher als Symbol für die allgemeine Kompromissbereitschaft der protestantischen Fürsten. Nach Abschluss des Regensburger Buchs, dass alle seine Ängste bestätigte, sei die konkrete Deutung der Hyäne als das Regensburger Buch für den traumgläubigen Melanchthon nur naheliegend gewesen.[33]

Camerarius' Antwortgedicht fehlt in der zweiten, deutlich erweiterten Auflage von Melanchthons Epigrammen; stattdessen wurde mehrere Lagen später ein Distichon eingefügt, dass auf die Hyäne Bezug nimmt: IN HYAENAM RATISbonensem distichon. Emendare Strophas huius fraudesque libelli / Non multae possunt, una litura potest.[34] Mit der Hyaena Ratisbonensis in der Überschrift wird wiederum auf das Regensburger Buch angespielt. Dieses benötigt demnach nicht viele Korrekturen, um annehmbar zu werden: Stattdessen reicht eine einzige aus, nämlich einfach das komplette Buch zu streichen.[35]

(Alexander Hubert)

Tierepigramme als gelehrtes Spiel

Unter den kleineren Tiergedichten des Camerarius sind schließlich noch zwei kurze, im elegischen Distichon verfasste Werke zu nennen. Beide sind im Hessus-Briefband von 1557 abgedruckt: Zusammen mit drei anderen Gedichten sind sie dort einem Brief des Camerarius an Daniel Stiebar von Rabeneck vom 15.10.1544 nachgestellt.[36] Da Camerarius in diesem Brief die Übersendung von Versen ankündigt, die er während eines vorausgehenden Besuches bei Stiebar begonnen habe,[37] läge es nahe, ebendiese Verse in den fünf folgenden Gedichten zu erkennen. Damit ließen sich beide Gedichte auf 1544 datieren.

Das erste der beiden Gedichte trägt den Titel Epigramma ad cornua cervi inserta parieti, Wurceburgi. Es erzählt in acht Distichen, wie Stiebar einen jungen Hirsch aufzog, der schließlich mit einem Weibchen ein Junges bekam, das nun auch bei Stiebars Haus weidet. Nachdem der Hirsch aber sein Weibchen angreift und tötet und sich anschließend sogar gegen Stiebar selbst wendet, tötet dieser das Tier und hängt das Geweih als Erinnerung an die Wand. Camerarius lobt zum Abschluss Stiebar, in dessen Haus junge Hirsche geboren würden, der aber zugleich falsches Verhalten entsprechend ahnde.[38]

Das zweite Gedicht (zehn Distichen) mit dem Titel De dimicatione ursi et scropharum ist an Stiebars engen Freund Moritz von Hutten gerichtet, der bei einem Gastmahl ein Schauspiel geliefert habe: Ein in der Arena angeketteter Bär habe sich vom Bellen eines Molossers nicht einschüchtern lassen; doch als in der Folge zwei Wildschweine in die Arena gelassen wurden, suchte der mittlerweile von der Kette befreite Bär schnell das Weite.[39] Gegen Ende des Gedichts reflektiert Camerarius, ob es die Natur sei, die beide Tierarten mit so intensivem Hass aufeinander ausgestattet habe, ob die beiden Schweine nur durch Vereinigung ihrer Kräfte in der Gruppe so stark waren, oder ob Schweine im Allgemeinen stärker seien, als es den Anschein habe.

Ein ähnliches Motiv der Stärke einer vereinten Gruppe einem Feind gegenüber findet sich in Camerarius "Προσθήκη" zu Manuel Philes (s.u.) im vorletzten Abschnitt zu Gänsen und Schweinen (Περὶ χηνῶν καὶ ὑῶν): Auch hier warnt Camerarius davor, Schweine zu unterschätzen, die nicht einmal der Wolf angreifen würde, wenn sie in der Gruppe geschlossen auftreten.[40] Selbst der mächtige Elefant fürchte das Schwein, wenn er es nur höre.[41] Das Motiv des Kampfes zwischen Bär und Schwein hat Camerarius im letzten Abschnitt der "Προσθήκη" wieder verarbeitet; dort trifft eine Gruppe von Jägern auf die Spuren des Kampfes und findet bald darauf die Leichname von Bär und Wildschwein.[42]

(Alexander Hubert)

Naturkundliche Lehrgedichte

Naturkundliche Themen wurden von Camerarius zu zwei Gelegenheiten in Form von Lehrgedichten behandelt: Zunächst erschien 1535 ein Werkverbund, der mehrere lehrhafte Dichtungen enthielt. Erst posthum ein Jahr nach Camerarius' Tod veröffentlicht wurde dagegen eines seiner Spätwerke, eine Edition von Manuel Philes' Lehrgedicht über Tiere mit Zugaben von Camerarius.

(Alexander Hubert)

Wind, Sterne, Wetter - Der Werkverbund von 1535

Die "Aeolia"

In Camerarius' frühe Schaffensphase fällt sein lateinisches Lehrgedicht "Aeolia": Ein sphragisähnlicher Teil in den letzten sieben Distichen verortet das Werk in die späte Nürnberger Zeit.[43] Das Gedicht ist dem Würzburger und Eichstätter Domherrn Moritz von Hutten gewidmet. Die ersten 20 Distichen stellen eine Vorrede an diesen dar; sie rühmen ihn ebenso wie seinen Bruder Philipp, der gerade mit der Welser-Kompanie nach Südamerika aufgebrochen war und dort nun völlig neue Winde und Gestirne kennenlerne. Camerarius äußert Bedauern darüber, dass die Spanienreise, an der er gemeinsam mit Philipp im Winter 1526/27 hätte teilnehmen sollen, abgebrochen worden war.[44]

Wie in vielen seiner Werke stellt sich Camerarius auch in den "Aeolia" als Sammler antiken Wissens dar: Aus antiken Werken möchte er Wissen über die Winde zusammentragen.[45] Das Thema sei von verschiedenen Autoren ganz unterschiedlich behandelt worden.[46] Im folgenden stellt Camerarius dann in kataloggedichtartiger Form drei Klassifikationssysteme mit 4, 8 und 12 Winden vor. Als Quellen nennt er die verschiedensten griechischen und römischen Autoren: So sei es Homer, der ein System mit vier Winden kenne;[47] als Urheber der Klassifikation als acht Winde wird Andronikus von Kyrrhos genannt, der in Athen den Turm der Winde bauen ließ.[48] Auf Varro und Aristoteles gehe schließlich das System mit 12 Winden zurück,[49] wie Camerarius vermutlich einerseits aus Aristoteles, andererseits aus Seneca weiß.[50] Als weitere Quellen werden Catull und Seneca genannt.[51] Nach der Vorstellung der Quellen werden die Winde jeweils katalogartig aufgeführt; teilweise geht es dabei auch um die Etymologie einzelner Namen, etwa im Fall des Boreas.[52] Um den Umfang des Gedichts nicht allzu sehr anwachsen zu lassen, beschränke sich Camerarius auf die Namen der antiken Römer und Griechen und nehme die Winde anderer Völker nicht mit auf - dies hätte freilich im Metrum auch schwierig werden können. Auf lokale Namen kleinerer Winde möchte er dagegen nicht verzichten[53] und so folgt im Anschluss an die drei Hauptklassifikationen ein ausführlicher Katalog weniger verbreiterer Namen. Anschließend geht Camerarius unter Verweis auf die Seesturmszenen in "Odyssee" und "Aeneis" auch auf die Macht der Stürme ein und bedauert alle, die einen solchen auf See durchstehen müssen.[54] Die verschiedenen griechischen Namen für Stürme ließen sich auf Latein nur schwer wiedergeben, das nur turbo, procella und fragor unterscheide.[55]

Auf die Frage, welche Eigenschaften denn nun der einzelne Wind habe, wolle und könne Camerarius keine Antwort geben, da die Winde zu instabil seien. Bereits die Aussagen der Griechen über einzelne Winde träfen in Italien nicht zu, und schon auf verschiedenen Seiten eines Flusses, Meeres oder Gebirges könnte derselbe Wind Unterschiedliches bedeuten.[56] Das eigentliche Gedicht schließt mit der Sphragis, nach der Camerarius diese Verse in Nürnberg verfasst habe, als ihn viele Sorgen plagten.[57] Er bedauert, Nürnberg verlassen zu müssen, wo er sich habe nur den Musen widmen können: Eine Arbeit, die keine Anerkennung bringe, dies aber vielleicht in einer besseren Zukunft werde. Anschließend sind noch drei Holzschnitte angehängt, die die verschiedenen Klassifikationen nach 4, 8 und 12 Winden skizzieren; die Abbildungen sind allerdings teils fehlerhaft: So wurden auf der letzten Skizze in der ersten Edition Caurus und Africus, in der zweiten Edition Norden und Süden vertauscht.

In den "Aeolia" wird ein Interessensgebiet des Camerarius deutlich, das während seines ganzen Lebens in verschiedenen Werken immer wieder durchscheint: die Terminologie. Es ist dieses Interesse, das ihn zur Abfassung mehrerer Glossare bewegt (↓ s.u.) und das in auch in mathematischen und numismatischen Werken Ausdruck findet (→ Mathematische Wissenschaften). Speziell die Etymologie der Namen der Winde beschäftigte ihn im Übrigen auch als Disputationsthema: So enthalten seine 1594 posthum gedruckten "Decuriae" eine Frage nach der Herkunft des Namens νότος für den Südwind.[58] Wenn Camerarius in den "Aeolia" sämtliche ihm bekannten antiken Namen der Winde aufführt, kann dahinter ebenso die Absicht stecken, zu belehren, wie Haye sie auch in den Lehrgedichten des 16. Jahrhunderts noch erkennt,[59] wie auch der Wunsch, sein eigenes Wissen in anspruchsvoller Form darzustellen. Immerhin kann Camerarius beim Thema der Winde nicht auf ein antikes Lehrgedicht zurückgreifen, das diese bereits behandelt hätte.

Die "Prognostica"

Könnte auch zur Divination

Zusammen mit den "Aeolia" gedruckt und als Einheit mit ihnen konzipiert wurden zwei weitere lateinische Lehrgedichte des Camerarius, in denen er sich in die Nachfolge Arats stellt:[60] Die "Phaenomena" (→ Mathematische Wissenschaften) und die "Prognostica". Wie Arat in seinen "Phainomena" zuerst die Gestirne behandelt und im Anschluss im "Diosemeia" genannten Teil die Wetterzeichen, so stellt Camerarius seinem Gedicht über die Winde zunächst eines über die Sternzeichen und dann eines über Zeichen der sublunaren Welt zur Seite. Bei beiden Gedichten handelt es sich um eine "freie und philologisch gelehrte Übersetzung und Bearbeitung Arats"[61] in exakt 400 Versen weniger als das Original, wobei die Kürzungen mehr die "Phainomena" als die "Diosemeia" betreffen.[62] Inspiriert hatten ihn zu dieser Arbeit möglicherweise einerseits das durch Johannes Stöffler geweckte Interesse Philipp Melanchthons für Arat, der seine bearbeitende Übersetzung nie fertigstellte, andererseits die Arat-Edition des Jakob Micyllus, die im März 1535 zusammen mit der schmucklosen Prosa-Übersetzung des Jakob Ceporinus (Erstdruck 1523) gedruckt wurde.[63] Von einer längeren Beschäftigung des Camerarius mit Arats "Diosemeia" zeugt auch seine den Norica von 1532 beigegebene Übersetzung von Phain. 909-912,[64] die offenbar bewusst zu Ciceros Übersetzung derselben Stelle in "erfolgreiche Konkurrenz" treten sollen.[65] Ein weiteres Werk, das "Phaenomena" und "Prognostica" beeinflusste, waren die "Meteora" Pontanos, die Melanchthon 1524 in Wittenberg drucken ließ[66] und die Camerarius nachweislich kannte.[67] Gleichzeitig beschäftigte er sich parallel zur Entstehung der beiden Lehrgedichte auch mit der antiken → Astrologie, zur der er bereits 1532 ein Kompendium veröffentlicht hatte; in diesem Rahmen entstand auch auf Melanchthons Bitte die Übersetzung der ersten zwei Bücher von Ptolemaios' "Tetrabiblos". Arats "Phainomena" und "Diosemeia" sind zwar frei von astrologischen Themen, in Camerarius' Bearbeitungen "stehen astrologische Vorstellungen jedoch im Hintergrund",[68] wie Erwähnungen der Wirkungenden der Planeten auf das Schicksal und der Bedeutung von Kometen nicht nur für das Wetter zeigen.

Die "Phaenomena" wie auch die "Prognostica" sind Daniel Stiebar gewidmet:[69] In Arats Werk bilden die beiden Gedichtteile ein Ganzes; während Camerarius das Ende seiner "Phaenomena" explizit als solches bezeichnet, weist er zugleich bereits auf die "Prognostica" voraus[70] und sah wohl ebenfalls keinen Grund für eine Trennung der beiden Widmungen. Das Ende der "Phaenomena" nennt auch explizit das Kriterium, nach dem der Einschnitt geschieht: Gegenstand der "Phaenomena" ist der invariabilis aether; die "Prognostica" dagegen beschäftigen sich mit den veränderlichen himmlischen Phänomenen (quae interdum coeli in regione videntur, / Nec stabili aeternum lege feruntur iter). Beide Gedichte zusammen konnten "[d]urch ihre einführende astronomisch-meteorologische Lehre ... den Einstieg des Lesers in die schwierigere wissenschaftliche Astrologie vorbereiten."[71]

Das Thema der "Prognostica" bilden wie in den "Diosemeia" des Arat auch die signa futurorum, wobei sich Camerarius vor allem auf Sturmvorzeichen konzentriert (darauf weist auch der Titel des Werks in der ersten Auflage hin: "Prognostica. Ubi supra trecenta & triginta indicia tempestatum memorantur"). Als Quellen beschränkt er sich jedoch nicht nur auf Arat, sondern verwendet auch Vergils "Georgica", Plinius, Aristoteles' "Meteorologika" sowie Theophrasts "Περὶ σημείων", das damals Aristoteles zugeschrieben wurde.[72]

Camerarius bedauert zu Beginn des Lehrgedichts, dass er nicht in Nürnberg in Stiebars Nähe bleiben konnte (Stiebar lebte in Würzburg) und stellt sich vor, wie er dann auf dem Land lebend das im Folgenden verkündete Wissen ganz praktisch hätte anwenden und überprüfen können, vielleicht sogar die Muße gehabt hätte, auf Hesiods Spuren über die Landwirtschaft im Laufe des Jahres zu schreiben. Unterdessen begnüge er sich mit dem kürzeren Gedicht zu den Wetterzeichen.[73] Dann beginnt er mit Regeln zur Wettervorhersage, die die Sonne zum Gegenstand haben (etwa mit einer Version der Bauernregel "Morgenrot, schlecht Wetter droht"[74]) und fährt dann mit den Wirkungen von Mond und Sternen fort;[75] damit kehrt er die von Arat und Vergil vorgegebene Reihenfolge von Sonnen- und Mondzeichen um, denn die Sonne verdiene es wohl, an erster Stelle genannt zu werden.[76] Es folgt der Hinweis, die Wolken im Blick zu behalten, und auch auf die Winde geht Camerarius über zwei Seiten hinweg ein. Zum Abschluss des Abschnitts über himmlische Phänomene werden noch kurz Meteore und Gegensonnen als Schlechtwetterzeichen[77] sowie Kometen und andere Himmelserscheinungen wie Kreuze und Dolche als allgemeine Omina für Katastrophen thematisiert.[78] Hier verschwimmt die Grenze zwischen Wettervorhersage und Divination und spielen eindeutig auch astrologische Motive eine Rolle, die bei Arat nicht vorhanden sind.

Anschließend geht Camerarius zu irdischen Wetterzeichen über: So könnten auch Meer und Erde und auch viele Tiere Hinweise über das kommende Wetter geben. Nach einem kurzen Abschnitt zu Meer und Meertieren wie Delfinen und Tintenfischen kommt Camerarius ausführlicher auf Landtiere zu sprechen. Viele Flussvögel etwa gäben Auskunft über kommenden Regen, etwa Bläßhuhn, Gans und Ente. Im Folgenden werden weitere Tiere erwähnt, vor allem Vögel, wie etwa der Zaunkönig (regulus), dessen Gesang Regen bedeute.[79] Auch die Wetterfühligkeit des Menschen, etwa der Alten oder der Gichtkranken, findet kurz Erwähnung,[80] obwohl sie in den antiken Quellen und namentlich bei Arat keine Rolle spielt.[81]

Anschließend folgen längere Abschnitte zu verschiedene Abschnitte zu Wetterlagen: Abendrot wird als Bote für gutes Wetter genannt und das Verhalten zahlreicher Tiere für diesen Fall aufgezählt; darauf geht es analog um schlechtes Wetter. Ein dritter kürzerer Abschnitt behandelt Zeichen für kommenden Frost, wenn etwa das Papier trockener sei als sonst (uda minus charta est). Zum Schluss geht Camerarius auf Regelmäßigkeiten im Wettergeschehen und Klimazyklen ein: Verschiedene Monate etwa bringen verschiedenes Wetter und angeblich wiederhole sich das Wetter nach acht Jahren.[82] Außerdem solle man bedenken, dass zwischen Vorzeichen und tatsächlichem Eintreten einer Wetterlage manchmal bis zu drei Tage vergehen könnten.

In einem epilogartigen Teil erklärt Camerarius dann sein Kriterium, nach dem er einzelne Vorzeichen in seinem Gedicht berücksichtigt habe: Er wolle nur unzweifelhafte Zeichen behandeln, und keinesfalls alle, da diese Aufgabe zu umfangreich wäre.[83] Auch die Wirkungen der Planeten aufzuführen sei nicht sein Vorhaben gewesen und würde seine Fähigkeiten übersteigen. Das Gedicht endet mit einer Version des celeritas-Motivs, indem Camerarius aussagt, er habe dieses Gedicht schnell und kurz zusammengeschrieben; er hoffe, es finde Stiebars Gefallen.[84]

In seinem postum veröffentlichten Werk über die Arten der Divination nennt Camerarius seine "Prognostica" in einem Zug mit den einschlägigen meteorologischen Werken Vergils und Arats (den teilweise meteorologischen "Georgica" und den rein wetterbezogene Themen behandelnden "Diosemeia").[85] Dies zeigt auch, dass Camerarius sein Lehrgedicht nicht nur als gelehrte Spielerei oder literarisches Werk betrachtete, sondern dieses auch ganz klar eine didaktische Intention besaß, wie sie auch Thomas Haye in den Lehrgedichten des 16. Jahrhunderts zu erkennen glaubt.[86] Es handelt sich dabei, wie auch bei den "Phaenomena", um "eine Lehrdichtung in der Tradition Arats, mit der sich Camerarius vor allem um das 'prodesse', in gewissem Maße aber auch um das 'delectare' bemühte".[87]

Der Verbund als Einheit

Die "Aeolia" wie auch die "Prognostica" wurden in kurzem zeitlichem Abstand zweimal gedruckt: Zunächst 1535 bei Johann Petreius in Nürnberg und dann 1536 in Basel bei Thomas Platter und Balthasar Lasius.[88] Der Band von 1535 umfasst neben dem Hauptteil, Camerarius' Schrift "Erratum", in der er sich gegen Vorwürfe eines metrischen und eines geographischen Fehlers zur Wehr setzt, und den drei Lehrgedichten "Aeolia", "Phaenomena" und "Prognostica" weiterhin ein kurzes Kataloggedicht über die Planeten (→ Astrologie) sowie ein dietetisches Gedicht mit Ratschlägen zum Leben im Jahresablauf und eines zu Verhaltensweisen nach dem Aderlass.

In dem Druck von 1536 kommen weitere versifizierte Ratschläge zum gesunden Leben im Jahresablauf, ein Kataloggedicht über die Tätigkeiten in verschiedenen Monaten sowie eine Sammlung an Einzeldistichen hinzu. Es handelt sich also bei beiden Bänden um Editionen kleinerer Werke von überwiegend lehrhaftem Charakter. Die einzige Prosaschrift, das "Erratum", das auch zugleich der längste enthaltene Beitrag ist, kann ebenfalls in diesem Sinn gesehen werden: Camerarius verteidigt sich hier gegen seine Kritiker, nimmt dies aber dann zum Anlass zu einem ausführlichen philosophischen Vortrag über die Fehlerhaftigkeit des Menschen allgemein. Bei den übrigen Werken, abgesehen vielleicht von den Einzeldistichen am Ende der zweiten Auflage, handelt es sich um kleinere bis mittlere Lehr- und Katalogdichtungen.

Eine weitere Verbindung des "Erratum" zu den drei größeren Lehrgedichten hat möglicherweise Walther Ludwig gefunden: Alle drei Lehrgedichte enthalten nämlich Fehler: Auf die Vertauschung von Windrichtungen in den Windrosen am Ende der "Aeolia" wurde bereits hingewiesen;[89] weiterhin fehlt in den "Phaenomena" das Sternbild Widder, an seiner Stelle taucht der wenig bekannte Equus dimidius auf, den Proklos als προτομὴ ἵππου kennt.[90] Die "Prognostica" schließlich bezeichnen tiefliegenden Nebel als ein Zeichen für schlechtes Wetter,[91] obgleich er üblicherweise als Schönwetterzeichen gesehen wird.[92] Da diese Fehler recht offensichtlich sind, stellt sich die Frage, ob Camerarius sie möglicherweise absichtlich eingebaut hat, um an die Botschaft des "Erratum" zu erinnern.[93]

Von der Konzeption der drei großen Lehrgedichte "Aeolia", "Phaenomena" und "Prognostica" als Einheit zeugt wiederum der Beginn der Prognostica.[94] Außerdem verweist, wie bereits erwähnt, das Ende der "Phaenomena" auf die "Prognostica". In deren letzten Versen weist Camerarius die Aufgabe von sich, über die Wirkungen der Planeten zu schreiben, da er dem nicht gewachsen sei.[95] Diese sind zugleich das Thema des folgenden, nur eine Seite langen lateinischen Gedichts, bei dem es sich laut Überschrift um Camerarius' Übersetzung eines griechischen Epigramms handelt. Die 22 Hexameter bilden somit den Ersatz für ein längeres Lehrgedicht zum selben Thema, das Camerarius sich nicht zutraut. Zugleich reihen sich die Verse als Übersetzung einer griechischen Vorlage auch in das von "Phaenomena" und "Prognostica" als Arat-Übersetzungen bzw. -Bearbeitungen vorgegebene Muster ein. Das Lehrgedicht zum Ackerbau im Stil von Hesiods "Werken und Tagen", von dem Camerarius in den "Prognostica" bedauert, es nicht schreiben zu können, findet wiederum in einem kürzeren einem Gedicht zu Tätigkeiten im Jahresablauf seine Entsprechung.[96]

Grund für die Neuauflage des Bandes bereits im Folgejahr 1536 waren neben der Erweiterung um drei kleinere Werke offenbar auch die Menge an Druckfehlern in der ersten Ausgabe.[97] Diese war vermutlich darauf zurückzuführen, dass Camerarius einfach keine Zeit hatte, die Druckfahnen zu korrigieren: Zeitprobleme macht er jedenfalls in der ebenfalls 1535 gedruckten zweisprachigen Ptolemaios-Edition für seine Probleme verantwortlich.[98] Hier mag einerseits schon der kurz bevorstehende Wechsel nach Tübingen eine Rolle spielen, der im September 1535 vollzogen wurde;[99] andererseits trug sicherlich auch Camerarius' fragile Gesundheit zu seinen Zeitproblemen bei.[100]

(Alexander Hubert)

Zurück zum Tiergedicht: Manuel Philes

Criticorum insania - Die Edition

Die Form des Lehrgedichts in Verbindung mit der tierischen Thematik beschäftigte Camerarius dann gegen Ende seines Lebens: Das Ergebnis dieser Arbeit ist die - problematische, wie im Folgenden gezeigt wird - zweisprachige Ausgabe des Lehrgedichts "De animalium proprietate", die postum 1575 erstmalig gedruckt und 1596 mit überarbeiteter neu aufgelegt wurde. Die ca. 2000 Zwölfsilbler des Manuel Philes waren zuerst 1533 von Arsenios, dem Erzbischof von Monemvasia in Venedig ediert worden;[101] parallel dazu hatte in Frankreich der Kalligraph Angelos Vergekios elf Handschriften angefertigt, die er - wie später Camerarius - um eigene Zudichtungen erweitert hatte.[102] Camerarius' Plan war nun offenbar, auf Grundlage der Arsenios-Ausgabe eine lateinische Übersetzung anzufertigen: Wie Gregor Bersman im Widmungsbrief der ersten Auflage von 1575 an August von Sachsen schreibt, erhielt Camerarius die Arsenios-Edition von Johann Oporinus mit dem Auftrag, eine Übersetzung anzufertigen. Da Camerarius sich aber aufgrund seines Alters und Gesundheitszustandes sowie zahlreicher anderer Verpflichtungen dazu nicht in der Lage sah, fiel diese Aufgabe Bersman zu.[103] Dessen Übersetzung hätte Camerarius anschließend korrigieren sollen, wozu es aber aufgrund dessen Tod nicht mehr kam.[104] Bersman überarbeitete seine Übersetzung dann allerdings selbst für die zweite Auflage 1596.[105]

Camerarius selbst widmete sich unterdessen, wohl in Gemeinschaftsarbeit mit Bersman, der Edition des Griechischen Textes.[106] Dabei meinte er insbesondere, in den griechischen Text eingreifen zu müssen, um metrische 'Fehler' zu beheben:[107] Das Gedicht ist im politischen Versmaß verfasst, in dem die altgriechischen Quantitäten keine Beachtung mehr finden, sondern nur die Silbenanzahl wichtig ist; Camerarius erkannte dagegen in dem Versmaß den antiken Iambischen Senar[108] oder verstand das Metrum des politischen Verses nicht richtig.[109] Durch Camerarius' 'Korrekturen' entstand nun "ein sprachlich völlig umgestaltetes Werk, das auf den antiken metrischen Regeln beruhte."[110]

Dies bereitete Jan Cornelis de Pauw einige Mühe, als er den griechischen Text 1730 neu edierte.[111] In seinem Vorwort äußert er heftige Kritik sowohl an Camerarius, als auch an Bersman: Der politische Vers habe Camerarius so missfallen, dass er ihn durch Konjekturen in ein metrisches Versmaß überführen zu müssen meinte; dies erscheine de Pauw gerade angesichts von Camerarius' Klugheit und Bildung tollkühn und sinnlos.[112] Nicht anders habe Bersman gehandelt, als er Camerarius' Änderungen einfach übernommen und dabei nicht einmal die antike Lesart notiert habe; somit konnte de Pauw die Konjekturen auch nicht einfach rückgängig machen, auch wenn er dank Bersmans Hinweisen immerhin wusste, das Camerarius eingegriffen hatte. [113] Nur dank der Güte des Widmungsempfängers Abraham Gronovius, der ihm den antiken Text zur Verfügung stellen konnte, sei es de Pauw gelungen, die ursprüngliche Textgestalt wiederherzustellen. [114] Mit dem Vergleichstext - in der Textgestalt des Vergekios[115] - in der Hand habe er sich sogleich für eine Edition entschieden, um der Welt zu zeigen, was der Wahn der Textkritiker anrichten könne, und damit man in Zukunft wieder Philes lesen könne und nicht seinen erbärmlichen Interpolator.[116] Mit einiger Mühe und viel Hilfe habe er auch noch eine Arsenios-Ausgabe finden können: Dies sei ihm besonders wichtig gewesen, da diese ja die Grundlage von Camerarius' Interpolationen gewesen sei und er diese so problemlos rückgängig machen konnte.[117] Nun präsentiere er also Philes, wie ihn Arsenios edierte, ohne alle Albernheiten des verträumten Textkritikers Camerarius, der nicht nur meinte, das Metrum verbessern zu müssen, sondern dies auch noch inkonsequent getan habe und dabei mit der griechischen Sprache ungeschickter umgegangen sei als jeder Anfänger. Daher habe er im kritischen Apparat auch keine Begründungen angegeben, warum er sich gegen Camerarius' Lesart entscheide; der Leser werde es selbst erkennen und er selbst erspare sich die Übelkeit, die dies verursachen würde.[118] Bersmans Übersetzung habe de Pauw dagegen trotz einiger Fehler so belassen, da seiner Meinung nach der lateinische Text ohnehin nicht als Ersatz für den Griechischen fungieren sollte.[119]

Die "Προσθήκη"

So ist Camerarius' Beitrag zur Erhaltung von Manuel Philes' Lehrgedicht eher kritisch zu sehen. Tatsächlich könnte man seine Leistung eher in seiner eigenen, innovativen Beschäftigung mit dem Text sehen: Er bemühte er sich nicht nur mit extrem zweifelhaften Methoden darum, dem Text des Philes eine Gestalt zu geben, die seinen Vorstellungen entsprach, sondern dichtete, wie Vergekios es bereits getan hatte, selbst einen Zusatz zu Manuel Philes Werk. Er behandelt darin verschiedene Tierarten, die größtenteils bei Manuel Philes nicht vorkamen, wie die Zikade, den Eisvogel und das Eichhörnchen. Außerdem finden sich hier die oben bereits erwähnten Abschnitte zu Gänsen und Schweinen, in denen es um die Intelligenz ersterer und die Gefährtlichkeit letzterer geht, sowie ein Abschnitt zu einem Kampf zwischen Bär und Wildschwein.

Bersman stellte diese "Προσθήκη" in der Edition dem Manuel-Philes-Text nach und übersetzte sie ebenso wie diesen ins Lateinische. Beide Übersetzung überarbeitete er noch einmal für die zweite Auflage des Bandes.[120]

(Alexander Hubert)

Die hippologischen Schriften - Camerarius' Steckenpferd?

Ein Überblick

Die hippologischen Schriften nehmen innerhalb von Camerarius' naturkundlichem Corpus den größten Raum ein. Das früheste gedruckte Werk, das in diesen Bereich fällt, düfte Camerarius' oben erwähntes Epitaph für ein falbes Pferd sein. In der Folge geht Camerarius dann von der dichterischen Spielerei zur Prosa über, vielleicht ein Zeichen dafür, wie sehr ihm das Thema auch persönlich am Herzen lag; Pferde fanden schließlich sogar Eingang in seine akademische Lehre: In seinen "Decuriae" findet sich somit auch eine Frage nach dem Verhalten von Pferden bei Regen.[121]

Der erste größere Werkverbund mit pferdebezogender Thematik erscheint 1539 in Tübingen unter dem Titel "De tractandis equis". Er enthält neben Camerarius' Übersetzung von Xenophons "Περὶ ἱππικῆς" unter dem Titel "De re equestri" auch die von Camerarius selbst verfasste lateinischsprachige pferdekundliche Schrift "Ἱπποκομικός" (s.u.). Nichts mit Hippologie zu tun hat lediglich der letzte Teil des Sammeldrucks, der eine Schrift des Camerarius zur Numismatik enthält. In dem an Georg von Loxan gerichteten Widmungsbrief (dat. 18.03.1539) erläutert Camerarius den Grund für seine Beschäftigung mit der Hippologie: Pferde hätten ihn schon immer fasziniert;[122] doch nachdem er sich kürzlich nach einem längeren Ausritt eine schwere Krankheit zugezogen habe,[123] habe er sich auf dem Krankenbett an ein Gespräch erinnert, dass er mit Freunden über die Reitkunst geführt habe. Dann habe er begonnen, Xenophons Werk "Περὶ ἱππικῆς" zu lesen und ins Lateinische zu übertragen, und außerdem selbst eine kleine hippologische Schrift zu verfassen (vgl. Bl. A2r). Die Ergebnisse dieser Arbeit sind die beiden im Druck enthaltenen hippologischen Werke. Es ist ein totales Understatement, wenn Camerarius schreibt, er sehe keinen Grund, Rechenschaft darüber abzulegen, woher er so viel Erfahrung im Reiten habe, dass er darüber zu schreiben wage: Gebildete wüssten, dass das Wissen von den Musen komme; so habe auch Hesiod über Seefahrt geschrieben, obwohl seine gesamte Erfahrung einzig auf der Überfahrt von Aulis nach Euböa beruhte (Bl. A3r/v). Tatsächlich hatte Camerarius ja bereits zu Beginn des Widmungsbriefes von seiner langjährigen Reiterfahrung geschrieben; von dieser zeugen auch seine Briefe, sowie auch nicht zuletzt seine spontane, nur wenige Tage lange Reise von Tübingen nach Wittenberg im November 1538.[124] Allerdings war Camerarius natürlich trotz aller praktischer Erfahrung niemand, der von Berufs wegen mit dem Reiten zu tun hatte; vielleicht konnte man ihm daher einen Vorwurf machen.[125] Ebenfalls im Widmungsbrief an Loxan deutet Camerarius an, dass der Band ursprünglich auch eine Übersetzung der Xenophonschrift "Ἱππαρχικός" enthalten sollte (vgl. Bl. A4r); deren Druck musste aber noch einige Jahre warten.

Denn auch in der Folge bleibt die Hippologie in Camerarius' Werk eng mit Xenophon verknüpft: 1543 erscheint in Leipzig im Rahmen einer weiteren Ausgabe von Xenophonübersetzungen neben Camerarius' lateinischen Versionen der "Verfassung der Spartaner" und der "Verfassung der Athener" dann auch Camerarius' Übersetzung von Xenophons "Ἱππαρχικός" sowie Annotationen zu allen drei Übersetzungen. Der staatstheoretische Teil ist dabei Johann Albrecht I. von Mecklenburg gewidmet, der hippologische Christoph von Karlowitz. Im Widmungsbrief an Karlowitz knüpft Camerarius dabei inhaltlich direkt an den Widmungsbrief des Drucks von 1539 an und erinnert daran, dass er eine Übersetzung des "Ἱππαρχικός" angekündigt hatte. Karlowitz habe diese oft gelobt und Interesse daran bekundet,[126] weshalb Camerarius ihm die Schrift nun widme. Er fühle sich geschmeichelt, wenn ein Experte wie Karlowitz seine Arbeit anerkenne, zumal Karlowitz zu den Leuten gehöre, die sich von den alten Vorstellungen von nobilitas als virtus und militärische Kenntnisse (scientia rei militaris) freigemacht hätten und diese Ideale mit literarischer Bildung (eruditione litterarum atque doctrina) zu etwas Größerem vereint hätten (vgl. Bl. F1v). Kurz darauf äußert Camerarius gar die Theorie, die Kavallerie könnte Deutschland zu seiner einstigen Größe zurückverhelfen; schließlich habe die Umstellung auf Fußsoldaten das Reich viele Gebiete gekostet (vgl. Bl. F3r). Karlowitz' Rolle als Experte wird wiederum deutlich, wenn Camerarius dessen Abwesenheit während der Entstehungszeit des Werks bedauert: Er hätte gerne über manches noch mit Karlowitz gesprochen (vgl. Bl. F4v); gleichzeitig gibt Camerarius damit einen Teil seiner Verantwortung für eventuelle Fehler oder Ungenaugkeiten ab und kommt möglicher Kritik zuvor.

Auch wenn Camerarius' "Ἱππαρχικός" nun vorlag, wurde in beiden großen Xenophon-Gesamtausgaben, die 1545 in Basel bei Nikolaus Brylinger (zweisprachig Griechisch und Latein) und Michael Isengrin (nur lateinische Übersetzungen) gedruckt wurden, nur seine Übersetzung von "Περὶ ἱππικῆς" aufgenommen; für den "Ἱππαρχικός" wurde Jean Ribits Version bevorzugt. Isengrins druckte 1551 und 1553 neue Auflagen seiner zwei Bände, Camerarius' Anteil wurde unverändert übernommen. Brylingers zweisprachige Fassung erschien 1555 erneut. Auch die von Thomas Guarin in Basel gedruckten Xenophonbände von 1569 und 1572 enthalten von Camerarius wieder nur "De re equestri".

Die zwei Xenophonbände von 1539 und 1543 werden schließlich 1556 in Leipzig zu einem Druck zusammengefasst: Der gesamte Druck wird neu Florian Griespek von Griespach gewidmet. Der Widmungsbrief gibt Camerarius Gelegenheit zu einem ausführlichen Nachruf auf seinen Freund Daniel Stiebar; dem Rest des Drucks wird außerdem ein Epicedium für diesen vorangestellt. Es folgt nach dem ursprünglichen Widmungsbrief an Georg von Loxan Camerarius' "Ἱπποκομικός" in überarbeiteter und erweiterter Form sowie seine lateinische Version von "Περὶ ἱππικῆς"; anschließend hat Camerarius ein vorher nicht gedrucktes Glossar zur lateinischen und griechischen Terminologie des Wortfeldes "Pferd" eingefügt. Es folgen dem Band von 1543 entsprechend die Johann Albrecht gewidmeten Übersetzungen von Xenophons staatstheoretischen Schriften Xenophons und der Christoph von Karlowitz gewidmete Teil mit dem lateinischen "Ἱππαρχικός" sowie Camerarius' Annotationen zu den vorausgehenden drei Xenophonübersetzungen. Der von Xenophon und Hippologie unabhängige Teil zur Numismatik, dem wie im Druck von 1539 wieder der Widmungsbrief an Adam Karl vorangestellt ist, folgt ganz am Ende des Bandes. Im Widmungsbrief an Florian Griespek erläutert Camerarius seine Gründe für die Neuauflage und die neue Widmung: Loxan und Karl seien ja mittlerweile leider verstorben und Camerarius wollte die Erinnerung an beide hochhalten; daher habe er sich für eine deutlich erweiterte Neuauflage des älteren Drucks entschieden und habe auch die beiden ursprünglichen Widmungsbriefe an ihrer Stelle belassen. Da Griespek beide selbst persönlich gekannt habe, sei er Camerarius als idealer Widmungsempfänger des neuen Drucks erschienen (Bl. AA2r/v).

Aufschlussreich ist auch Henri Estiennes Widmungsbrief an Camerarius, den er seinem Band lateinischer Xenophon-Übersetzungen von 1561 voranstellte. Auch hier ist wieder Camerarius lateinische Version von "Περὶ ἱππικῆς" enthalten. Estienne hatte Camerarius im Rahmen der Vorbereitung des Drucks offenbar um Hilfe gebeten, die Camerarius jedoch abgelehnt hatte (vgl. Bl. *iir, wie auch das folgende). Mit diesem harten Vorwurf beginnt Estienne sehr direkt seinen Brief: Camerarius' Haltung müssten alle bedauern; er hoffe jedoch, dass sie Camerarius selbst die Schamesröte ins Gesicht treibe. Niemand habe dank der Xenophon-Lektüre größere Fortschritte im Griechischen gemacht als Camerarius.[127] Camerarius' Verhalten zeuge von Undank, der freilich heutzutage nicht mehr bestraft werde; daher bitte Estienne die Musen selbst, Camerarius nicht zu verzeihen, bevor nicht Xenophon selbst es tue. Er selbst habe sich mangels Camerarius' Unterstützung umso mehr um den Text bemüht. Dabei legt Estienne großen Wert darauf, zu betonen, dass (auch) er wegen Quartanfieber und seiner Beschäftigung in der Offizin ohnehin schon außerordentlich beschäftigt gewesen sei und die Größe des Vorhabens (auch) ihn abgeschreckt habe - ein Hinweis darauf, dass dies Camerarius' Gründe für die Verweigerung der Unterstützung waren. Würde zu JC passen; finde Parallelstellen! Etwas später (Bl. *ii v) stellt Estienne Camerarius dann auch eine Möglichkeit vor, wie er Xenophon dazu bringen könne, ihm zu verzeihen: Der Band benötige an vielen Stellen, die unklar seien, Annotationen, und niemand sei für diese Aufgabe besser geeignet als Camerarius; zumindest aber solle er diese Arbeit für seine eigene Übersetzung von "Περὶ ἱππικῆς" übernehmen. Indem Camerarius sein Werk nämlich Estienne zur Zensur überlasse, gehe er ein großes Risiko ein. Er werde Camerarius' Übersetzung nicht anrühren und er bitte auch Camerarius nicht deshalb um eine Überarbeitung, weil sie ihm nicht gefalle, sondern weil es nun einmal so sei, dass man beim zweiten Durchgang oft schlauer sei. Außerdem habe Camerarius eine äußerst verderbte Textgrundlage verwendet. Vor allem aber wünsche er, dass Annotationen zu den Übersetzungen erschienen, da er auf diese in den Marginalien bereits verwiesen habe, und benötige dafür Camerarius' Hilfe. Diese hat er freilich offenbar nie erhalten, trotz des großen Drucks, den Estienne mit dieser Widmung überhaupt und seinen sehr konkreten Vorwürfen und Aufforderungen auf Camerarius machte.[128] Dies tat der Beziehung der beiden jedoch keinen Abbruch und hinderte Estienne nicht daran, Camerarius 1564 seine zweisprachige Thukydides-Edition zu widmen. Camerarius antwortet darauf 1565 mit der Widmung seiner Übersetzung zentraler Thukydides-Stellen und zeigt sich im Widmungsbrief ebenfalls freundlich, gar freundschaftlich.

Schließlich erscheinen 1572 in einem großen Band noch einmal alle Xenophon-Übersetzungen des Camerarius (außer dem "Oikonomikos"), mit Widmung an Anton von Ortenburg. Hier sind neben der "Kyropädie", den "Πόροι" und den Schriften über die Verfassung der Spartaner und der Athener auch die Übersetzungen von "Περὶ ἱππικῆς" und "Ἱππαρχικός" wieder vertreten.

(Alexander Hubert)

Aliquid de equis - Glossar und "Hippocomicus"

Immer wieder zeigt sich, dass Camerarius sich verschiedenen auch ganz praktischen Themenbereichen ganz besonders von philologischer Seite nähert. Wichtig ist ihm dabei besonders die lateinische und griechische Terminologie, wie auch die "Aeolia" zeigen (↑ Die "Aeolia"). Dies schlägt sich unter anderem in der Abfassung mehrerer Glossare nieder. So stellte er bereits 1532 seiner lateinischen Übersetzung von Albrecht Dürers "Vier Bücher von menschlicher Proportion" ein zweiseitiges deutsch-lateinisches Glossar zu den menschlichen Körperteilen zur Seite, das seine Übersetzungsleistung transparenter machen soll.[129] Ein zweites, äußerst umfangreiches griechisch-lateinisches Glossar zum selben Thema erscheint 1551, nun nicht mehr als Paratext, sondern als eigenständiges Werk. Außerdem erscheint 1560 ein griechisches Glossar zum Thema Gebet. Doch auch im Bereich der Hippologie äußert sich Camerarius' philologisches Interesse in der Abfassung eines Glossars, das unter dem Titel "De nominibus equestribus" im Xenophondruck von 1556 erscheint. Zu Beginn des gut vierzigseitigen Werks schreibt Camerarius, dass seiner Meinung nach nichts so nützlich zur Erkenntnis der Welt (rerum ullarum cognitio) wie das Wissen um die Etymologie und eine gewisse Sprachgewandtheit (nominum primum explorata significatio, deinde proprii sermonis peritia).[130] Dabei akzeptiert er allerdings auch, dass nicht jeder diese Meinung teilen müsse (κεῖνός τ᾽ ἐκεῖνα στεργέτω κἀγὼ τάδε nach Soph. Ai. 1039).[131] Der Plan, ein Pferdeglossar zusammenzustellen, sei in im Zuge der Arbeiten am "Hippocomicus" gereift. Als Quelle bezieht sich Camerarius wie auch bei dem Glossar zum menschlichen Körper von 1551 auf Iulius Pollux' Werk "Ὀνομαστικόν", das er kommentieren wolle.[132] Eine griechische Ausgabe dieses Werks befand sich nach Zeugnis eines Briefs von Jakob Bedrott an Camerarius (dat. 31.03.1536) vermutlich in Camerarius' Besitz und auch eine lateinische Übersetzung lag seit 1541 zumindest vor.[133]

Während bei Camerarius Pferdeglossar der Zweck des Werks mehr oder weniger klar scheint, ist die Einordnung des "Hippocomicus" problematischer. Es handelt sich dabei um eine hippologische Lehrschrift in Prosaform, die in recht assoziativer Ordnung Wissen zusammenfasst, das für die Pflege und das Reiten von Pferden notwendig ist. Der assoziative Aufbau - bzw. wie Camerarius' Schüler Johann Fayser schreibt: die "verwirte[r] ordnung"[134] - mag dabei der Entstehungssituation des "Hippocomicus" geschuldet sein: Nach eigener Aussage im Widmungsbrief an Georg von Loxan verfasste Camerarius die Schrift während einer heftigen Krankheit, wie er schreibt commentatione nostra.[135] Camerarius legt großen Wert auf den Dialog zwischen antiken und zeitgenössischen Gebräuchen bei der Pflege von Pferden, wie er zu Beginn der Schrift selbst aussagt; er scheut sich aber auch nicht, seine eigene Erfahrung mit einzubringen.[136] Einem Hinweis auf Xenophons oder Aristoteles' Meinung zu einem Punkt folgt in der Regel mit adversativer Verknüpfung eine Ausführung darüber, wie das Thema zu Camerarius' Zeit betrachtet wird und inwiefern die Gebräuche übereinstimmen bzw. sich unterscheiden, oder Camerarius' persönliche Meinung und Erfahrung. So empfiehlt er bei gewissen Krankheiten auch für Pferde den Aderlass, mit dem Hinweis, dass man dies in der Antike völlig anders sah.[137]

Außerdem ist Camerarius auch im "Hippocomicus" die Terminologie äußerst wichtig. Insbesondere in der um 10 Druckseiten erweiterten zweiten Auflage im Rahmen des Bandes von 1556 führt er auch lateinisches und griechisches, zuweilen auch deutsches Fachvokabular ein.[138] Hier mag wie auch beim Glossar Iulius Pollux als Quelle für manchen griechischen Begriff gedient haben. Nicht nur die terminologischen und diejenigen Abschnitte, in denen Camerarius antike Autoritäten anführt, sondern auch seine sonstigen Anweisungen und Hinweise zur Pferdepflege untermauert er mit Exempla aus der antiken Literatur. Auch hier ist die zweite Auflage wesentlich reicher als die erste. Außerdem zeigt sie Spuren einer kompletten stilistischen Überarbeitung: Immer wieder finden sich Stellen, an denen Camerarius ein Verb gegen ein anderes oder mittellateinischen Wortschatz durch klassischen ausgetauscht, grammatische Bezüge geklärt und schwer verständliche Stellen geglättet hat. Komplett neu ist neben dem erwähnten terminologischen Absatz auch ein sich über zwei Seiten erstreckendes Plädoyer für eine "humane" Behandlung von Pferden und allem, was anima und vita besitze;[139] die Frage, inwiefern Pferde Verstand (intelligentia) besitzen, hatte er schon in der ersten Auflage kurz behandelt.[140] Außerdem enthält die zweite Auflage im veterinärmedizinischen Teil einige neue Rezepturen und Methoden zur Heilung von Pferdekrankheiten, von denen manche durchaus auf Camerarius' eigene Erfahrung zurückgehen dürften. Darunter findet sich auch ein komplett neuer Abschnitt zur Magie in der Pferdemedizin; dieser steht Camerarius ablehnend gegenüber,[141] was sich auch mit seinem Urteil über Magie in dem postum veröffentlichten Werk "De generibus divinationum" deckt.[142]

(Alexander Hubert)

"Allerzierlichst Kunst und Maisterstuck" - Die Wirkung des "Hippocomicus"

Nun ist der "Hippocomicus" unabhängig von Camerarius' philologischem Interesse immer noch ein frühes Reitlehrbuch, wenn auch meist Federico Grisones "Gli ordini di cavalcare" (gedruckt 1550) als "erste theoretische Abhandlung zur Reitlehre der Neuzeit"[143] bezeichnet wird. Zwar bilden Haltung und Pflege von Pferden den Kern des Werks, doch werden auch Themen wie der Aufstieg auf das Pferd oder die Haltung der Zügel angesprochen. Aus der Eigenschaft als Reit- oder Pferdelehrbuch ergeben sich gewisse Schwierigkeiten: So schreibt Camerarius selbst im Widmungsbrief des Xenophonbandes von 1556 an Florian Griespek von Griespach, manche Leute hätten sich über ihn lustig gemacht, da er ein solches Werk verfasst habe.[144] Der Wortlaut lässt vermuten, dass Camerarius sich den Vorwurf der Trivialität gefallen lassen musste; einen Vorwurf, der spätere Lehrbücher, die wirklich die praktische Tätigkeit des Reitens - und nicht die Pflege der Pferde - in den Vordergrund stellten, sich noch viel mehr zuzogen. Schließlich waren die in ihnen enthaltenen Fähigkeiten zuvor über Jahrhunderte hinweg erfolgreich praktisch vermittelt worden, ohne auf theoretische Abhandlungen zurückgreifen zu müssen.[145] Außerdem lässt der Widmungsbrief an Griespach vermuten, dass man Camerarius auch mangelnde Erfahrung in der Sache vorwarf. Es mangelte ihm freilich nicht an praktischer Reiterfahrung, doch als Gelehrter war er weder Reitlehrer noch Ritter und hatte mit Pferden eher im täglichen Gebrauch als professionell zu tun. Camerarius antwortet auf diesen Vorwurf, dass er schließlich nie behauptet habe, professionelle Erfahrung mit Pferden zu haben, dass es aber üblich sei, auch ohne praktische Erfahrung in einer Sache ebendiese Sache zu lehren.[146]

Möglicherweise sah der Widmungsempfänger Georg von Loxan dies zunächst ganz ähnlich. Neben dem am 18.03.1539 verfassten Widmungsbrief an diesen ist ein zweiter, in Versen gehaltener Brief an denselben Adressaten von 1540 erhalten. Darin empfiehlt sich Camerarius erneut und weist darauf hin, dass er bereits vor längerer Zeit einen Brief in Prosa - den Widmungsbrief des Druckes "De tractandis equis" - an Loxan geschrieben habe, den "andere vor Loxan gelesen" hätten.[147] Dies spricht dafür, dass das vorliegende Briefgedicht später entstand als der Druck. Wenn es nun im Folgenden heißt, Camerarius habe dafür gesorgt, dass Loxan das Werk von ihm persönlich erhalte, um die Hoffnung zu haben, dass auch dieser den Brief gesehen habe, und dem Druck Verse beigegeben, wird das so zu verstehen sein, dass Camerarius einige Zeit nach dem Druck von "De tractandis equis" das Briefgedicht von 1540 verfasste und mitsamt einer Ausgabe an Loxan schickte, nachdem dieser von selbst keine Reaktion auf die Widmung gezeigt hatte.[148] Gleichzeitig stellt Camerarius auch klar, dass es nicht seine Absicht war, Loxan mit dem trivialen Thema zu beleidigen: Im letzten Viertel schreibt er, er habe nicht vorgehabt, Loxan Dinge beizubringen, die dieser bereits beherrsche; stattdessen wolle er durch die Widmung den reiterfahrenen Loxan als Kritiker ansprechen und hoffe, seine Schrift könne diesen überzeugen.[149] Er hatte also offenbar auch selbst die Befürchtung, seine Schrift und Widmung könnten falsch verstanden worden sein; dies zeigt sich im Übrigen auch bereits am ersten Brief, in dem Camerarius klarstellt, dass die Widmung die Idee des Johann Ludwig Brassicanus war, der sich für Loxans Wohlwollen verbürgt habe.[150]

Das nochmalige Werben um Loxans Gunst zeigte aber offenbar Erfolg: Im Widmungsbrief des Xenophonbandes von 1556 an Florian Griespek von Griespach schreibt Camerarius, er habe Loxan später getroffen (wohl auf dem Regensburger Reichstag von 1541), der sich sehr über Camerarius' Gunsterweisung gefreut und ihn für seine Sachkenntnis gelobt.[151] Auch ansonsten hatte der "Hippocomicus" wohl einen gewissen Erfolg, wie etwa Camerarius' Eintrag in der "Biografia universale antica e moderna" von 1823 bezeugt.[152] Melanchthon schreibt am 05.04.1539 an Camerarius, das Werk mache ihm Vergnügen[153] und schickt am selben Tag eine Ausgabe an Jakob Milich.[154] Selbst der Widmungsempfänger der "Ἡιππαρχικός"-Übersetzung Christoph von Karlowitz hatte laut Widmungsbrief die Kombination von "Hippocomicus" und "De re equestri" gutgeheißen und ausgesagt, er habe daraus lernen können.[155] Außerdem nennt Camerarius' Schüler Johann Fayser, als er 1570 Federico Grisones "Gli ordini di cavalcare" (italienische Ausgabe gedruckt 1550) ins Deutsche übersetzt, in der Vorrede Camerarius und den "Hippocomicus" als Vorbild und bezeichnet das Werk als "allerzierlichst Kunst und Maisterstuck".[156] Und auch in seiner 1576 gedruckten "Hippiatria" nennt Fayser Camerarius als Quelle und Vorbild.[157] Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Camerarius ausgerechnet in einer hippiatrischen Schrift als Quelle angegeben wird, wo er doch im "Hippocomicus" selbst schreibt, er habe kein medizinisches Werk schreiben wollen; den medizinische Teil des "Hippocomicus" sah er selbst offenbar eher als Exkurs.[158] Camerarius' Joachim Camerarius II. nennt den "Hippocomicus" explizit als ein Ergebnis von dessen Affinität zu Pferden, für die Camerarius offenbar auch von fürstlicher Seite gelobt wurde.[159] Außerdem wurde Camerarius offenbar auch in England gelesen: Gervase Markham bezieht sich in seinem "Maister-Peece" von 1610 explizit auf ihn.[160]

(Alexander Hubert)

Übersetzungen und Kommentar

Beiden Übersetzungen hippologischen Inhalts, die Camerarius anfertigte, lagen offenbar stark verderbte Kodices zugrunde. So äußert sich Camerarius gegenüber Loxan, die Übersetzung von "De re equestri" sei nicht einfach gewesen;[161] dies liege einerseits an den zahlreichen Fehlern im Textzeugen, andererseits aber auch daran, dass sich bei solch einem speziellen Thema die antiken Gebräuche von den zeitgenössischen recht stark unterschieden.[162] Zudem müsse Camerarius seinen Mangel an ingenium durch diligentia ausgleichen.[163] Doch auch wenn manche Stellen seiner Übersetzung eher richtig geraten als gewusst seien, sei er zuversichtlich, dass diese doch inhaltlich gelungen sei.[164] Allerdings sei der Versuch, den reinen attischen Stil Xenophons in eine andere Sprache als das Griechische zu übertragen, im Prinzip von vornherein zum Scheitern verurteilt; so erwarte auch Camerarius nicht, dass ihm dies gelungen sei, auch wenn seine Übersetzung sicher besser sei als die vieler anderer.[165]

In der Widmung von "De praefectura" an Christoph von Carlowitz dagegen zeigt sich Camerarius beruhigt bis positiv: Bezüglich der Brauchbarkeit seiner Übersetzung sei er zuversichtlich; wenn manchem seine Formulierungen nicht gefielen, sei das nur natürlich, ihm selbst gehe es oft umgekehrt ebenso. Auch hier fügt Camerarius wieder eine kleine Spitze ein: Wenn er an seiner Übersetzung zweifle, blicke er auf die Übersetzungen anderer und fühle sich sofort besser. Doch bei aller Selbstsicherheit im Widmungsbrief gibt Camerarius dem Xenophonband von 1543 doch einen Kommentar bei. Als Grund dafür nennt er im Vorwort des Kommentars neben der Aufforderung durch Freunde die Verderbtheit des Textes, die ihn gezwungen habe, mehr zu raten als zu übersetzen.[166] Die nur fünf Seiten umfassenden Annotationen zu "De praefectura" erfüllen dabei drei Aufgaben: Erstens handelt es sich bei ihnen um einen kurzen Sachkommentar, der Begriffe wie etwa den der "Herme" (von Camerarius übersetzt als "Mercuriale") erläutert;[167] zweitens verweisen sie auf Parallelstellen, etwa in Xenophons "Kyrupädie".[168] Schließlich dienen sie der Rechtfertigung von Camerarius' Übersetzung: Wörter mit komplexer Bedeutung werden ausführlicher erklärt, als dies in der Übersetzung möglich ist,[169] und Camerarius erklärt, welche anderen Übersetzungsmöglichkeiten es für ein griechisches Wort gibt und welcher der Hintergrund seiner Entscheidung ist.[170]

(Alexander Hubert)

Die "Decuriae"

Zwanzig Jahre nach Camerarius' Tod brachten seine Söhne Joachim und Philipp 1594 eine thematisch gemischte Sammlung von Disputationsfragen in 21 Gruppen zu je 10 (Decurien) unter dem Titel "Decuriae συμμίκτων προβλημάτων" heraus. Zwei Jahre später erschien zu diesem Band eine thematisch geordnete Appendix mit weiteren Fragen.

Camerarius' Fokus liegt dabei auf etymologischen, mythologischen und medizinischen Fragestellungen, doch es finden sich auch einzelne Fragen, die (auch) der Naturkunde zuzuordnen sind. Dazu gehören die oben erwähnten Fragen zur Herkunft des Wortes νότος für den Südwind,[171] bei der es freilich mehr um die Etymologie als um den Wind geht, oder zum Verhalten von Pferden bei Regen.[172] Ein großer Abschnitt widmet sich Vernunft und Intelligenz bei Tieren (s.u.). Außerdem findet sich die Frage, warum im Herbst manche Blätter an Bäumen gelb, andere rot werden,[173] warum gerade zu dem Zeitpunkt im Jahr, zu dem es viele Vögel gebe und viele geboren würden, besonders viele Schweine stürben,[174] oder warum eine Flamme im unteren Bereich blau ist;[175] in der Appendix fragt Camerarius nach der Entstehung des Regenbogens.[176]

(Alexander Hubert)

Anima pro sale - Seele und Verstand im Tier

In der zweiten Auflage des "Hippocomicus" plädiert Camerarius für eine gute Behandlung von Pferden: Es gehe nicht an, ein Lebewesen wie einen Gegenstand zu behandeln, den man wegwerfen könne, wenn er kaputt sei. Und gegen eventuelle Einwände fügt er hinzu: Dies sei schon deshalb sinnvoll, um den Umgang mit Menschen zu üben.[177] Auch Jesus Sirach schreibe, ein guter Mensch kümmere sich auch um seine Nutztiere.[178] Wenige Seiten später wirft er (auch bereits in der ersten Auflage) die Frage auf, ob Pferde und Tiere allgemein über Verstand (intelligentia) besitzen.[179] Es ist dies eine Frage, die über große Teile von Camerarius' Werk hinweg immer wieder auftaucht; seine Antwort fällt mal deutlicher, mal weniger explizit aus.

Bereits 1527 spricht Camerarius die Frage in einem Brief an Daniel Stiebar von Rabeneck an, in dem es Buch III von Ciceros "De officiis" geht:[180] Er argumentiert darin, dass die Erkenntnis der göttlichen Wahrheit nicht allein durch Vernunft gelinge, dass diese jedoch für die Belange des irdischen Lebens unerlässlich sei. Wer das bestreite, nehme den Menschen aus dem Menschen heraus (tollunt hominem ex homine, nach Cic. off. III, 26) und hinterlasse nur ein Tier (beluam, ebd.).[181] Hier ist also die Vernunft (ratio) das wesentliche, was den Mensch vom bloßen Lebewesen (als "lebendes Wesen" ζῶον) zum Menschen macht und ihn von den Tieren unterscheidet, die zwar auch lebendig sind (ζῶα), aber ohne Vernunft. Dieselbe Vorstellung kommt auch in Camerarius' zwei Einleitungen zu Aristoteles' "Nikomachischer Ethik" zum Tragen, die erst postum 1578 veröffentlicht wurde: In der ersten Vorrede schreibt er, der Mensch unterscheide sich dadurch vom Tier, dass bei ihm die Vernunft (ratio) dem unvernünftigen Teil der Seele (ἄλογον) vorangestellt sei.[182] Im zweiten Vorwort wird dieser Gedanke wiederholt. Außerdem erscheint dort die Sprache als Dolmetscher der Vernunft.[183] Auch ein weiteres postum gedrucktes Werk mit dem Titel "Παραινέσεις siue admonitiones" nennt die Vernunft als das unterscheidende Kriterium zwischen Mensch und Tier und folgert daraus ihren besonderen Wert.[184]

Diese Vorstellung ist keineswegs revolutionär, vielmehr entspricht die dem aristotelischen und teils auch dem stoischen Bild.[185] Die Existenz einer Seele bei Tieren (und im Übrigen auch bei Pflanzen) wurde auch im Mittelalter nicht bestritten, da nach Aristoteles der Besitz einer Seele die Voraussetzung zum Leben überhaupt war.[186] Vielmehr geht es um die Frage, inwiefern sich tierische und menschliche Seele unterscheiden und inwiefern Abstufungen zwischen Mensch, Tier und Pflanze vorliegen. Hier wurden grundsätzlich drei Stufen sowie entsprechend drei Teile der Seele unterschieden. Diese Einteilung der Seele findet sich so auch bei Philipp Melanchthon, Konrad Geßner oder Johann Amos Comenius:[187] Die vegetative Seele (anima vegetativa), die für elementare lebenserhaltende Funktionen zuständig ist, haben Pflanzen ebenso wie Tiere und Menschen. Doch anders als bei Pflanzen ist dies bei Tier und Mensch noch nicht alles, die sich beide durch eine sinnliche Seele (anima sensitiva) auszeichnen; diese ist für sensuelle Wahrnehmung und deren Verarbeitung zuständig. Der Mensch hebt sich schließlich vom Tier wiederum durch eine rationale Seele (anima rationalis, anima intellectiva) ab. Der Mensch ist also ""animal[s] plus x" with "x" being the faculties of intellect and reason".[188] Dem entspricht Camerarius' Aussage in der erwähnten "Παραινέσεις", in der er die Lebenskraft (vita) des Menschen als im Vergleich zu der der anderen Lebewesen als erhöht bezeichnet.[189]

Camerarius war hier grundsätzlich also wenig innovativ, insofern als er die Dreigliederung der Seele oder zumindest die Abstufung von Mensch und Tier grundsätzlich übernimmt. Wenn man allerdings den Menschen als "Tier plus x" annimmt, stellt sich im nächsten Schritt die Frage, worin denn "x" nun genau besteht und inwieweit Tiere noch zu rationalen Denkmustern in der Lage sind.[190] Wo genau verläuft die Grenze zwischen anima sensitiva und anima rationalis?[191] Ein relativ kurzer Abschnitt in seiner "Προσθήκη" zu Manuel Philes' "De animalium proprietate" macht deutlich, dass es Camerarius um ebendiese Frage geht: In einem Absatz, der Gänse und Schweine behandelt (Περὶ χηνῶν καὶ ὑῶν bzw. in Gregor Bersmans Übersetzung De Anseribus et Suibus), heißt es, beim Anblick dieser Tiere könne man auf den Gedanken kommen, sie seien bloß ein Haufen Fleisch, dem jemand zur Konservierung eine Seele (anima) statt Salz hinzugefügt habe (wie Chrysipp meinte[192]); dieser Gedanke täusche aber, da auch gewisse mentale Kapazitäten vorhanden seien.[193] Den Besitz einer Seele stellt Camerarius also gar nicht zur Debatte: Vielmehr geht es darum, ob Tiere nur die Seele in ihrer "Grundaustattung" haben oder vielleicht noch etwas mehr.[194] Als Argument dafür, dass der Eindruck, Schweine und Gänse seien nur Fleisch mit Seele, täuscht, führt er an, dass selbst Wölfe und Elephanten vor einer Herde Schweine Respekt haben, wenn diese vereint ist (τόσσον πάρεστι θάρσος ὁμονοητικόν),[195] und dass Gänse dank einer Form von Kommunikation in der Lage seien, sich zum Marsch hintereinander einzureihen (κατὰ στίχους ἰέναι / agmen agere) und auf der Flucht nebeneinander wie in Schlachtformation (ὡς ἀπὸ συντάγματος / tanquam in acie) zu fliegen.[196]

Ausführlicher wird Camerarius nun im "Hippocomicus": Wenn er schreibt, das im idealen Zustand fühle das Pferd, dass es geliebt werde und liebe selbst seinen Herrn,[197] spricht er ihm insbesondere beide Fähigkeiten (das Lieben und das Fühlen) zu. Dies führt ihn zur oben erwähnten Explizierung der Frage nach intelligentia bzw. ratio. Er verweist darauf, dass bereits Plutarch sich dazu geäußert habe, in humorvoller Weise freilich, doch so, dass man glauben könne, er glaube, was er schreibe.[198] Camerarius wolle sich dagegen nicht allzu weit in die Frage vertiefen; doch es sei unbestreitbar, dass Tiere sich reizen und besänftigen, vertreiben und locken ließen und somit fühlen (sentire) und mithin (in gewissem Maße) verstehen ((quodam modo) intelligere).[199] Ein weiteres Beispiel, dass er in der ersten Auflage den Stoikern (Stoici), in der zweiten den Akademikern (Academici) zuschreibt, soll die Fähigkeit von Hunden zu logischen Schlussfolgerungen beweisen: Komme ein Hund, der ein Tier verfolge, an eine Wegkreuzung schnüffele er nur an zweien der ausgehenden Wege; wenn er die Spur des Tieres dort nicht wahrnehme, folge er direkt dem dritten Weg, ohne diesen vorher zu testen.[200] Camerarius verwirft dieses Argument (wie auch Plutarch) und schreibt das Geschehen eher dem Spürsinn des Hundes (sagacitas) zu als seinen logischen Fähigkeiten.

Dafür erkennt Camerarius die Autorität Homers an, der Pferden nicht nur intelligentia, sondern gar eine göttliche intelligentia zuschreibe, wenn er sie trauern lassen, wenn sie untätig eingesperrt seien und wenn Patroklos sterbe, oder wenn Achills Pferde diesem die Zukunft voraussagten.[201] Er führt auch die zahlreichen Berichte über Bukephalos an, das Pferd Alexanders des Großen, der nur Alexander habe auf seinem Rücken sitzen lassen und der bei seinem Tod erst bereit war, zu sterben, als er Alexander aus dem Kampfgetümmel herausgetragen habe.[202] Bekannt sei auch, dass Pferde, sofern sie nicht von Krankheit oder Tollwut in den Wahn getrieben seien, selten Menschen angriffen, insbesondere Alte und Frauen.[203] Dass es aber auch unter den Pferden solche mit bösem Willen (maliciosi et nocentes) gebe, führt er als Erklärung für die Erzählungen über die fleischfressenden Pferde des Dakerkönigs Diomedes an.[204] Camerarius' Schluss ist diplomatisch: Er wolle keine definitive Aussage treffen, doch manche Charakterzüge der Pferde seien ohne einen gewissen Verstand nur schwer erklärbar.[205] Die zweite Auflage fügt außerdem hinzu, er behaupte ja nicht, dass dieser Verstand ein Menschlicher sei; aber es sei irgendeien andere, eigene Form von Verstand.[206]

Ähnlich ausführlich, aber auch ähnlich zurückhaltend und diplomatisch in den oben erwähnten "Decuriae": Die achte Frage der elften Dekade widmet sich der Frage nach dem Verstand der Tiere. Denn man nehme allgemein an, dass Tiere untereinander kommunizieren können. Wenn dies aber der Fall sei, könnten sie dann wirklich ganz ohne Verstand sein? Dabei erfolgt auch wieder ein Verweis auf Plutarch. [207] Weiterhin stellt Camerarius die Frage nach der Art und Weise der tierischen Kommunikation: Durch Geräusche wie beim Menschen oder durch Gesten, oder vermutlich beides?[208]

Die Tatsache aber, dass eine solche erfolge, beweisen nicht nur Erzählungen aus der antike, sondern auch das, was ein Bekannter des Camerarius erlebt habe: Er habe ein Landgut (praedium quoddam rusticum sub urbe) gekauft, das er ob dessen schlechten Zustandes renovieren wollte. Dabei sollte auch ein Getreidespeicher eingerissen werden, auf dem Störche ihr Nest gebaut hatten.[209] Diese gelten aber als nützlich, da sie den Ort, an dem sie ihr Nest gebaut haben, eifrig schützen und daher Giftiges in der Umgebung fressen und auch ein Gespür für Brände und Einsturzgefahr haben.[210] Gleichsam als Miete für den Hausbesitzer (und nicht aus Grausamheit) stießen sie aber stets eines ihrer Küken aus dem Nest.[211] Da der neue Besitzer des Gutes die Vögel also nicht verjagen wollte, ließ er den Teil des Speichers, auf dem das Nest gebaut war, zuletzt einreisen, und ließ zugleich auf dem ersten Teil des neuen Speichers ein neues Nest bauen, in das er die Küken hinübertrug. Die Eltern folgten ihm aber nicht, sondern flüchteten; erst nach etwa zwei Stunden seien sie zusammen mit über 60 anderen Störchen zurückgekommen und hätten das Nest umflogen. Dann setzten sich die Tiere auf die Wiese wie zur Beratung zusammen (quasi consilium haberent, 171). Schließlich hätten sie alle gemeinsam auch das zweite Nest umflogen, und nach kurzer weiterer "Beratung" seien alle bis auf die Eltern fortgeflogen; diese hätten sogleich das neue Nest mit den Jungen bezogen.[212]

Doch dies ist nur der erste Bericht. Camerarius habe auch eine Geschichte über Gänse gehört: Ein Passant hatte auf einem Haferfeld zwei Gänse fressen sehen. Er vertrieb sie und verständigte den Besitzer und mahnte diesen, er solle besser auf das Feld achten. Am Folgetag seien beide zusammen zum Feld zurückgekommen und die beiden Gänse seien wieder dort gewesen; sie seien aber sofort von selbst zu ihrer Gruppe zurückgekehrt. Doch als die beiden Männer sich am Zaun zu schaffen machten, sei schließlich die ganze Schar wie auf einen Ruf hin auf das Feld herbeigeflogen.[213] Weiterhin berichtet Camerarius, an der Ostsee hatten die Fischer Fische, mit denen sie vertrauter seien (pisces familiares); sie fütterten diese, und die Fische lockten dafür andere Fische in ihr Netz. Auf den Fang eines solchen privaten Fisches aber stehe eine Strafe.[214]

Schließlich folgen zwei weitere Berichte zu Störchen: Ein Storchenweibchen, das fremdging, wusch sich jedes Mal, noch bevor ihr Partner zurückkam, im Teich, um den Geruch des fremdem Männchens loszuwerden. Als ihr dies einmal zeitlich nicht gelang, habe ihr Partner das Weibchen angegriffen und getötet.[215] Schließlich sei 1355 ein großer Storchenschwarm nach Creuzburg (an der Werra) gekommen.[216] Zwei Tage hätten die Vögel auf allen Dächern und Mauern gesessen, dann seien sie auf die andere Seite des Flusses geflogen und hätten sich dort auf einer Wiese niedergelassen wie ein Heer, wenn es sich versammle.[217] Plötzlich seien alle Tiere gemeinsam auf drei einzelne losgeflogen und hätten sie getötet; deren Kadaver seien später von Kindern in die Stadt gebracht worden.[218]

Camerarius' Schlussfolgerung ist dieselbe wie im Hippocomicus: Er scheint sich sicher zu sein, dass Tieren eine Art von Verstand innewohnt, ist dabei aber überaus vorsichtig und darauf bedacht, es nicht so klingen zu lassen, als sei dieser dem des Menschen vergleichbar. Da Tiere nicht sprechen können und Sprache der Dolmetscher des Denkens sei, müsse man annehmen, sie hätten gar keinen Verstand.[219] Doch etwas müsse es doch in ihnen geben, und zwar etwas, das so grundlegend ist, dass ohne es auch der Mensch nicht vernunftbegabt sein könnte. Camerarius identifiziert diese grundlegende, primitive Art der Vernunft mit den Begriffen φαντασία und μνήμη bei Aristoteles, also nach seiner Interpretation Vorstellungsgabe und Gedächtnis.[220]

(Alexander Hubert)

Anmerkungen

  1. Vgl. Mart. VII, 87, V. 8.
  2. Vgl. KlP Bd. 5, Sp. 571.
  3. Vgl. Hessus, Epicedia, 1531, Bl. F8r.
  4. Plin. nat. X, 81.
  5. Plin. nat. X, 83; wenngleich bei Plinius die Nachtigall im Gesangswettbewerb erstickt (victa morte finit saepe vitam spiritu prius deficiente quam cantu), während sie bei Camerarius verhungert (ἀσιτίῃ τέθνακε).
  6. Vgl. Chandler 1934, 78-81.
  7. Vgl. Hessus, Epicedia, 1531, Bl. F8r-F8v.
  8. Die Wortwahl Passer nequam ... pipilat Catulli deutet ganz besonders auf Cat. 3, V. 10 hin: ad solam dominam usque pipiabat.
  9. Ov. Am. II, 6.
  10. Mart. I, 7.
  11. Colle sub Elysio nigra nemus ilice frondet, / udaque perpetuo gramine terra viret. / Siqua fides dubiis, volucrum locus ille piarum / dicitur, obscenae quo prohibentur aves. / Illic innocui late pascuntur olores / et vivax phoenix, unica semper avis; / explicat ipsa suas ales Iunonia pinnas, / oscula dat cupido blanda columba mari. / Psittacus has inter nemorali sede receptus / convertit volucres in sua verba pias (Ov., Am. II, 6, V. 49ff.).
  12. Vgl. etwa Mart. V, 59 und VIII, 78.
  13. Stat. sil. I, 2.
  14. Vgl. Hessus, Epicedia, 1531, Bl. F7v.
  15. Vgl. Schultheiß 2020, 172-174.
  16. Vgl. AP 7,189; 190; 192-195; 197; 198. In 7,190 wird auch das Grabmal selbst thematisiert. Vgl. auch Schultheiß 2020, 173.
  17. Vgl. Stat. sil. II, 4 und AP VI, 205.
  18. Αἰετὸς ἐν πέτρῃσι κύει, τέξει δὲ λέοντα / καρτερὸν ὠμηστήν· πολλῶν δ᾽ ὑπὸ γούνατα λύσει. / ταῦτά νυν εὖ φράζεσθε, Κορίνθιοι, οἳ περὶ καλήν / Πειρήνην οἰκεῖτε καὶ ὀφρυόεντα Κόρινθον (Hdt. V, 92B, 3).
  19. Vgl. Camerarius, Ἐπιγράμματα, 1538, S. 154.
  20. Eine Edition des Gedichts findet sich in Fuchs 2008, 219.
  21. Me iussere Duces fallacem pingere Hyaenam / Et monstri speciem proposuere mihi. Die häufige Interpretation, wonach Melanchthon die Hyäne schmücken (pingere) sollte, die die Fürsten vor ihm hinstellten (proposuere) (so etwa Scheible 2016, 162 und in Anlehnung daran Fuchs 2008, 220f., vgl. dort auch S. 227, Anm. 299), scheint sprachlich kritisch. Eher wird der Passus so zu verstehen sein, dass Melanchthon eine Hyäne künstlerisch entwerfen sollte und die Fürsten ihm dazu ein Muster vorgaben. Auch Vers 11f. (aio / Iratus pingi non bene posse pedes) ergibt mehr Sinn, wenn man Melanchthon so versteht, dass er die Füße des Tieres nicht darstellen (statt schmücken) kann. Die Interpretation, wonach Melanchthon berichtet, dass die Fürsten, denen er von seinem Traum erzählt hatte, ihn zwangen, diesen aufzuzeichnen, widerlegt Fuchs treffend, vgl. Fuchs 2008, 227, Anm 299.
  22. Tetra erat ex variis moles confusa figuris.
  23. Nam non portendunt talia visa nihil.
  24. An nunc in manibus quas res, atque acta tenetis, / Credendum est aliquo significare modo?
  25. Vgl. hierzu etwa Scheible 2016, 162 und Fuchs 2008, 219-234.
  26. An nunc in manibus quas res, atque acta tenetis, / Credendum est aliquo significare modo?
  27. Video in sententiis dicendis de Hyena aliquid fore certaminis: Et nostros arbitror improbaturos totam Hyenam (Brief an Veit Dietrich, dat. 22.06.1541, nach CR 4, 409, Nr. 2274, vgl. auch MBW - Regesten online, Nr. 2733) und Dicendae sunt sententiae de hyaena, hoc est περὶ τοῦ βιβλίου τῶν ψευδῶν διαλλαγῶν. An hyaenam illam recepturi sint nostri? ... quid aliud suspicari possum, quam a Groppero hanc hyaenam ad decipiendos nostros excogitatam esse? (Brief an Wolfgang Musculus, dat. 22.06.1541, nach CR 4, 410, Nr. 2275, vgl. auch MBW - Regesten online, Nr. 2734).
  28. Sunt igitur tres συμμορίαι Pontificia, Evangelica, et haec nova, cui nondum tribuam aliud nomen, quam quod in somnio monstratum est (Brief an Veit Dietrich, dat. 25.06.1541, nach CR 4, 434f., Nr. 2281). Vgl. auch MBW - Regesten online, Nr. 2739.
  29. So Fuchs 2008, 225, Anm. 292.
  30. Vgl. Ov. met. XV, V. 410.
  31. Tales hyaenae sunt theologi, qui de gravissimis Ecclesiae controversiis pronuntiant ac docent adeo ambigue, ut nescias, utram sententiam, hanc vel illam approbent. Hi quasi utrumque sexum, nunc marem, nunc feminam referunt (CR 19, 651f.).
  32. Scheible 2016, S. 162.
  33. Fuchs 2008, 221-226.
  34. Melanchthon, Epigrammata, 1563, Bl. N2v.
  35. So liest Thorsten Fuchs das Distichon (vgl. Fuchs 2008, 225, Anm. 291). Alternativ erscheint die Interpretation möglich, dass das Gedicht direkt auf die Entfernung von Camerarius Antwort auf Melanchthons Traum Bezug nimmt. Das Buch, dass mit einer einzigen litura verbessert wird, wäre dann der Epigrammband selbst. Angesichts der klar philippistischen Haltung des Herausgebers Petrus Vincentius und der großen Entfernung zwischen Distichon und der Stelle, wo in der ersten Auflage Camerarius' Gedicht stand, erscheint dieses Interpretation allerdings unwahrscheinlich. Die erste Lesart wird auch von einer gedruckten Marginalie im Epigrammband selbst unterstützt, wonach das Distichon im Jahr 1541 (Anno 1541) entstanden sei und nicht erst 1563 zum Druck des Epigrammbandes.
  36. Vgl. Camerarius, Epistolae Eobani, 1557, Bl. G5v-7r.
  37. Mitto tibi versus et caetera quae partim apud vos incoavi, partim in itinere dum non habeo cum quo fabuler, commentatus fui (Camerarius, Epistolae Eobani, 1557, Bl. G5v).
  38. Laus est ista domus foetus hic edere cervas, / Est, scelus et rabiem, laus quoque nolle pati (Camerarius, Epistolae Eobani, 1557, Bl. G6r).
  39. Tum fugere immanem celeri pede vidimus ursum, / Et loca nulla sibi credere tuta satis.
  40. Βλάψῃ σύας γὰρ οὐδὲ συννόμους λύκος / γρυσμῷ συναθροισθέντας, ἠδὲ συστάτας (Philes, De animalium proprietate, 1575, 184). Eventuell spielt Camerarius mit diesem wiederholten Motiv auf die Türkengefahr an, der die deutschen Fürsten nur vereint begegnen können.
  41. So auch Plin. nat. VIII, 27.
  42. Philes, De animalium proprietate, 1575, 186f.
  43. Haec ego de ventis ... concinui tristi fortunae tempore ... Tunc Camerariadem me Norica rura tenebant ... (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 28v). Zwischen 1534 und 1536 ordnet auch Ludwig die "Aeolia" ebenso wie die "Phaenomena" und die "Prognostica" ein (vgl. Ludwig 2003, 105).
  44. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535 Bl. 24r.
  45. Quam varie ventus commotas incitet auras, / E veterum libris cogere lecta iuvat (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 23v).
  46. Non una ratione vias, loca, nomina, cernes / Ventorum, in veterum commemorata libris (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 24r).
  47. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 24v.
  48. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 24v. Möglicherweise kannte Camerarius diesen aus Varro (In eodem hemisphaerio medio circum cardinem est orbis ventorum octo, ut Athenis in horologio, quod fecit Cyrrestes; ibique eminens radius a cardine ad orbem ita movetur, ut eum tangat ventum, qui flet, ut intus scire possis. (rust. III, 5, 17 )) oder Vitruv (Sed qui diligentius perquisierunt, tradiderunt eos (sc. ventos) esse octo, maxime quidem Andronicus Cyrrestes, qui etiam exemplum conlocavit Athenis turrem marmoream octagonon et in singulis lateribus octagoni singulorum ventorum imagines excalptas contra suos cuiusque flatus designavit, supraque eam turrim metam marmoream perfecit et insuper Tritonem aereum conlocavit dextra manu virgam porrigentem, et ita est machinatus, uti vento circumageretur et semper contra flatum consisteret supraque imaginem flantis venti indicem virgam teneret. (Vitr. I, 6, 4)).
  49. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 25r/v.
  50. Quidam illos (sc. ventos) duodecim faciunt: quattuor enim caeli partes in ternas dividunt et singulis ventis binos subpraefectos dant. Hac arte Varro, vir diligens, illos ordinat, nec sine causa (nat. V, 16, 3). Vgl. außerdem Aristot. meteor. II, 363b f.
  51. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 25r.
  52. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 25r.
  53. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 25v.
  54. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 27r.
  55. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 27v.
  56. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 27v/28r.
  57. Explizit erwähnt er die Sorge um seinen Bruder, der bis ins Jahr 1535 in Hausarrest saß (vgl. Taegert 2021, S. 49). Möglicherweise spielt auch die in einem Brief an Grynäus (dat. 05.06.1535) erwähnte Krankheit eine Rolle. Zu Schwierigkeiten gegen Ende von Camerarius' Nürnberger Zeit vgl. auch Bedrotts Brief an Camerarius vom 28.05.1536 und unten die Bemerkungen zur Neuauflage des Bandes.
  58. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 268. Im Gegensatz zur handschriftlichen Fassung (Sign. Pal. lat. 1043, Bl. 344v) der "Decuriae" enthält der Druck die Aufgabenstellung auch auf Griechisch. Die lateinischen Fassungen weisen deutliche Unterschiede auf.
  59. Vgl. Haye 1997, 391.
  60. Zu Camerarius und der Tradition des Arat vgl. Ludwig 2003.
  61. Ludwig 2003, 118, vgl. auch ebd. 119.
  62. Ludwig 2003, 123.
  63. So Ludwig 2003, 121f.
  64. Vgl. Camerarius, Norica (Druck), 1532, Bl. D2r/v. Vgl. auch Ludwig 2003, 121 sowie Ludwig 2002, 24.
  65. Ludwig 2002, 24.
  66. Vgl. VD16 P 4218.
  67. Vgl. Ludwig 2003, 121 und Ludwig 2002, 24. Vgl. hier auch allgemein zu Pontanos Einfluss auf Camerarius, der in den "Phaenomena" noch deutlicher wird als in den "Prognostica".
  68. Ludwig 2003, 124.
  69. Dieser war wie auch Moritz von Hutten altgläubig geblieben: "Das gemeinsame humanistische Interesse überbrückte die konfessionellen Unterschiede, die damals noch nicht zu einer definitiven Kirchenspaltung geführt hatten" (Ludwig 2003, 109).
  70. Caetera quae interdum coeli in regione videntur, / Nec stabili aeternum lege feruntur iter. / Flammarumque globi et metuendo crine Cometae, / Mucrones, clipei, spicula, tigna, cruces. / Non ego praedictis coeli annumeravero signis, / Signa ea sunt, alio commemoranda loco. / Sed nunc percurso invariabulis aetheris orbe, / Hoc facto exiguum fine quiescat opus (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 36v).
  71. Ludwig 2002, 38.
  72. Vgl. Ludwig 2003, 119.
  73. Et forte Ascraeas chartas etiam ipse retexam / Quidque anni poscant, tempora quidque ferant. / Composita interea transmitto carmina versu... (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 37r/v).
  74. Cum tamen [sc. sol] exoriens nubem illustrarit, et illa / Densa erit, ex illa flabra vel unda cadet (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 37v).
  75. So der Zyklus der Plejaden (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 39v) oder auch Mondhof und -korona (ohne beides zu unterscheiden), die respektive schönes Wetter oder Sturm bedeuten: Quod si ceu quaedam circundedit area lunam, / Haec ventos clarum significatve diem (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 38v).
  76. Sol tibi prima dabit venturi signa, Quid ipso / Sole queat, vel quid debeat esse prius? Vgl. auch Ludwig 2003, 119.
  77. Quid cum crebra micant per claram fulgura noctem, / Stellifluae celum pervolitantque faces? / Tunc a qua regione moveri ea signa videbis, / Vim venturi aliquam flaminis inde time. / Quod si forte inter sese concurrere cernes, / Tunc ipsa in bellum flabra ciere puta. / Quid cum Sol tanquam in speculis hinc inde renidet? / Tum ventos, imbres, fulgura significat. / Significatque aliquid fortasse immanius, inque / Aethereo terras mittit ab orbe luem. (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 40v).
  78. Quid cum terrifico apparent fulgore Cometae? / Cornua mucro, cruces, crista, columna, lacus? / Tunc non impendet tantum squalorifer annus, / Sed mala non parvo commemoranda libro. / Bella, fames, mors, fluxa fides, violentia, fraudes, / Denique laeta parum nomina quicquid habet (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 41r). Hiermit kommt Camerarius auf das Ende der "Phaenomena" zurück, wo er ja die Behandlung ebendieser Phänomense an anderer Stelle versprochen hatte.
  79. Est etiam nihili volucris qua vilior, et qua / Nulla minor cunctas inter habetur aves. / ... / Obtinuit vox missa ioco. Nam regulus ales / Dicitur, et modico personat ora nemus. / Hunc pluvias nunquam praedicere rustica falso / Turba putat, longo turba perita die (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 42r).
  80. Nonne audis cum forte pedes pulicesque pererrant / Improbius corpus, qualia dicat anus[:] / ["]O pueri pluviae impendent, aliquis ferat intro / Lintea["], mox calcem somniculosa fricat. / Quid quod et afflictos morbus quibus impedit artus / Quive aliquo fracto cruribus osse labant (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 42r).
  81. Vgl. Ludwig 2003, 120.
  82. Longum etiam hoc fuerit, sed sic accepimus, octo / Post annos tempus par remeare sibi. / Ut quod Sol ac forte hodierna Luna diei / Fecerit, octavus replicet annus idem (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 44r).
  83. Atque haec indoctis etiam constantia signa, / Explicui scriptis indubitata meis. / Non tamen explicui, quis enim potest? omnia, Quin sunt / Indigna expositu plurima visa mihi (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 44v).
  84. Quin etiam studio haec festinatoque labore / Collegi et spacio qualiacunque brevi. / Quae si grata tibi fuerint Daniele, tulisse / Hinc operae precium grande putabo meae. (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 45r).
  85. Sunt autem Aratea et Maroniana et nostra quoque prognostica in medio (Camerarius, De generibus divinationum (Werk), 1576, S. 44).
  86. Vgl. Haye 1997, 391.
  87. Ludwig 2003, 118.
  88. Bedrott spricht von Johann Oporinus, vgl. die Briefe vom 18.12.1535, vom 31.03.1536 und 28.05.1536. Die drei Basler Drucker waren laut Reske seit ca. 1535 Mitglieder einer Druckergemeinschaft (vgl. Reske 2015, S. 79f.).
  89. Vgl. Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 29r/v, 30r.
  90. Vertice cuius equi (1536: equus) qui summo penniger exit, / Aera nunc sicut quondam Helicona quatit. / Haeret ad hunc aliud tamquam de corpore caesum, / Nescio cuius equi quove secante caput. / Et de scripturae Deltoton imagine dictum, / Ante cathenatam cernitur Andromeden (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 32v).
  91. Haec vobis salsis qui longe habitatis ab undis, / Mons eadem stridens signa nemusque canet. / Et nebula in planos incumbens fumea campos, / Aut in deiectis vallibus ima vagans. / Signa etiam pluviae tempestatisque futurae, / Edere flumina multa videntur aves (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 41v).
  92. So auch bei Arat (vgl. Arat. V. 988ff.).
  93. Vgl. Ludwig 2003, S. 125ff.
  94. Cum canerem ventos, et sidera noctis opacae, / Scripta retro Latio carmine Graeca legens, / ... / Sive erat ille Deus, seu nostra erat illa voluntas, / Addere perfecto iussit et ista libro (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 37r).
  95. Quid aliae celi loca per duodena vagantes, / Possint celicolum nomina quinque faces, / Non est proposito, nec nostris viribus aptum / Dicere, difficilem res habet illa viam (Camerarius, Erratum et al., 1535, Bl. 45r).
  96. So Ludwig 2003, 129.
  97. Vgl. Bedrotts Brief vom 18.12.1535.
  98. So schreibt er, er habe eigentlich einen größeren Anteil der Bücher III und IV der "Tetrabiblos" übersetzen wollen; gehindert hätten ihn multarum rerum varia negotia und maxima[e] difficultates (Ptolemaios, Tetrabiblos, 1535, Bl. a iii r). Bei der Drucklegung der Edition habe er wegen zahlreicher überraschender Probleme nicht vor Ort sein können (non solum plurimis sed maximis inopinatis quibusdam etiam difficilibus negotiis circumvent[us], Bl. 37v).
  99. Vgl. Camerarius' Brief an Stiebar vom 19.09.1535.
  100. Bereits im März 1535 klagte er über Beeinträchtigungen durch sein altes Fußleiden (vgl. den Brief am Stiebar vom 05.03.1535) und auch im Juni/Juli schreibt er an Simon Grynäus und Bartholomäus Amantius von einer Krankheit, die ihn niedergestreckt habe (vgl. den Brief an Grynäus vom 05.06. und den an Amantius vom Juni/Juli). Auch in seinen von seinem gleichnamigen Sohn kopierten biographischen Notizen bezeichnet Camerarius das Jahr 1535 als aegrotus solicitus annus (München, BSB, Sign. Clm 10376 Nr. 6) und vermerkt eine valetudo adversa (ebd. 5 und 7). Sein Sohn selbst vermerkt in seinem handschriftlichen Konzept einer Biographie des Camerarius: Anno 1535. Valetudo eius saepe fuit tentata. (ebd. Nr. 8, Bl. 8)
  101. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1575 11f. und Kubina 2018, 15.
  102. Vgl. Kubina 2018, 15f.
  103. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1575 11f.
  104. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1575, 12f.
  105. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1596, 24.
  106. In den kurzen Notizen am Ende der ersten Auflage schreibt Bersman, sowohl er selbst als auch Camerarius hätten in den griechischen Text mehr oder weniger radikal eingegriffen: Neque hoc dissimulandum in praesentia duximus, in metro versuum Graecorum Philae, si quae non constabant, mutata esse corrigendo a praeceptore meo Ioachimo. Et nos quoque voces aliquas, quae in editione Oporini mendose legebantur, ex Aeliano sanavimus... (Philes, De animalium proprietate, 1575, [191]).Vgl. auch die zweite Auflage von 1596, 26.
  107. So Bersman, vgl. Philes, De animalium proprietate, 1575, [191]. Bersman selbst traute sich dies nicht zu: in metro autoris nihil ipsi mutavimus, ne audiendum nobis esset illud Nasonis, Quis tibi saeve puer dedit hoc in carmine iuris? Etsi enim, Ioachimo Graecae latinaeque literaturae parenti, illud licuit: non idem tamen licuit mihi, qui Ioachimus non sum. Ebenso in Philes, De animalium proprietate, 1596, 26. Vgl. auch Kubina 2018, 15f.
  108. So Bersman in der zweiten Auflage, S. 24.
  109. Dies legt Bersmans Bemerkung in Philes, De animalium proprietate, 1596, 26 nahe: Die Stelle zeigt, dass zumindest Bersman sich des Versmaßes bewusst war: [Lectores] monitos velim, nescii ne sint, in metro Graecorum Phile versuum (in quibus, quod versibus, quos politicos Grammatici nominarunt, usuvenire solet, nonnunquam syllabarum magis numerum, quam metri rationem observatam, erat animadvertere) in illo, inquam, si quae non constabant; ea mutata esse aliquoties corrigendo [a Camerario].
  110. Kubina 2018, 16.
  111. Digitalisat in München, BSB, Sign. 4 A.gr.a. 749.
  112. So auf Bl. *2v: certissimus ille Metri Politici Canon Joachimo Camerario adeo displicuit, ut plerosque Versus ita adornatos ad modulum Poeticum reducere tentaverit, et neglecto syllabarum numero, syllabarum mensurae contra rationem habuerit unice. Quod cum ... intelligerim, ... non potuit non facinus illud Hominis non ineruditi mihi et temerarium videri et ineptum.
  113. Quia autem Bersmannus non minus temere et inepte omnia Praeceptoris sui commenta in ipsum Contextum receperat, suppressa plane Lectione antiqua; quid in universum, non quid singulatim factum esset, scire poteram, et si aliquando mutarem, quae certo certius ab ipso Phile non erant profecta, incertus ipse et dubius inter vera et falsa haerebam ubique (Bl. *3r).
  114. Vgl. ebd.
  115. Vgl. Kubina 2018, 16: "[De Pauw] ging hinter die eigenmächtigen Änderungen von CAMERARIUS zurück und edierte den Text auf Grundlage von Arsenios unter Einbeziehung des Vergekios-Codex Bodl. F.4.15 von 1564, wobei er auch dessen Ergänzungen in seine Ausgabe einschloss" sowie de Pauws Widmungsbrief, Bl. *3r/v und **r.
  116. [U]t sic Orbis Literatus videret, quid Criticorum insania possit, et ipse Philes in posterum legeretur denuo, non misellus Philae Interpolator (Bl. *3v).
  117. Quia enim Venetam illam interpolaverat Camerarius, eam ante omnia etiam mihi comparandam esse autumabam, ut sic Contextus absque ullo periculo mutari, et Hominis imprudentia in clarissima luce collocari posset (Bl. *3v).
  118. [Philam] ... nunc ita exhibeo, uti ab Arsenio primum editus est, omissis Critici somniculosi ineptiis, qui non modo in eo erravit turpiter, quod Versus Politicos Politicos esse noluerit, et plerisque interpolatis, plurimos reliquerit intactos, ac si corpus humanum cum cervice equina componere, aliquid esset vere egregium; sed ita etiam versatus est in Versibus refingendis, ut nec Metri legitimi, nec Sermonis probati rationem saepe habuerit ullam: Nam et particulas ingessit, et voces transposuit, et syllabas dimensus est, adeo imperite, et adeo incondite, ut ipsi Tyrones ea et melius scire, et felicius praestare possent. Quare eius coniectatiunculas in Notis allegans, raro etiam earum turpitudinem notavi, nimium diffidere Lectoris mihi visus ingenio, si id cum nausea et incommodo meo ubique agerem. (Bl. *4r/v).
    Einige Beispiele für das beschriebene Eingreifen des Camerarius (de Pauws nun in der Tat sehr zurückhaltende Anmerkungen dazu in Klammern):
    Vers 1:
    Camerarius: Ἐχρῆν Ἀδὰμ μὲν τὸν γενάρχην τὸν μέγαν
    de Pauw: Ἐχρῆν μὲν Ἀδὰμ τὸν γενάρχην τὸν μέγαν (Hunc ordinem verborum Metrum Politicum amat, et Liber Oxoniensis etiam servat: Bersmannus tamen cum Camerario suo,...)
    Vers 2:
    Camerarius: Τοῦ δεσπότου τὴν ἐντολὴν δεδεγμένον
    de Pauw: Τὴν δεσποτικὴν ἐντολὴν δεδεγμένον (Eadem Lectio est in Libro Oxoniensi: Bersmannus et Camerarius, ...)
    Vers 3:
    Camerarius: Τηρεῖν τε καθαρὰν τῆς ψυχῆς τὴν ἀξίαν
    de Pauw: Τηρεῖν καθαρὰν τῆς ψυχῆς τὴν ἀξίαν (Bersmannus duce Camerario particulam τε inter τηρεῖν et καθαρὰν intrusit: Liber Anglicanus, ut hic.)
    Vers 6:
    Camerarius: Παρευθὺ τὴν τιμὴν ἔγνω καθυβρίσας
    de Pauw: Ἔγνω παρευθὺς τὴν τιμὴν καθυβρίσας (Non aliter Lib(er) Angl(icus). Bersmannus cum Praeceptore suo, ...)
  119. In Versione Bersmanni plura etiam sunt, quae rectius potuissent verti, sed in illis corrigendis tempus terere nolui, quia semper abhorrui a more eorum, qui Graecos Auctores recensentes, Versioni Latinae magis, quam ipsi Contextui Graeco adhaerent (Bl. *4v).
  120. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1596, 24.
  121. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 64: Quamobrem equi incipiente pluvia in via festinant, et postea ea increbrescente de illa contentione sua remittunt?
  122. Dies hängt offenbar mit Camerarius langjährigem Fußleiden zusammen, das nach Zeugnis seines Sohnes Joachim Camerarius II. einem zu heißen Bad im Jahre 1528 geschuldet war (vgl. dessen handschriftliches Konzept einer Biographie seines Vaters (München, BSB, Sign. Clm 10376 Nr. 8), Bl. 7r). Im Brief spricht Camerarius davon, dass er auf das Pferd aus schlichter Notwendigkeit angewiesen war: Quos [sc. equos] interdum, ne tanquam claudo sutori perpetuo mihi desidendum domi esset, conscendere et aliquo uspiam in his expatiari solerem (Bl. A2r).
  123. Die Reise, auf die Camerarius hier anspielt, findet sich an mehreren Stellen in Camerarius' Oeuvre erwähnt: In seiner Melanchthon-Vita erwähnt Camerarius, dass er 1538 von Tübingen zu Pferd nach Wittenberg gereist sei, um Philipp Melanchthon zu treffen (vgl. S. 181). Camerarius Ankunft in Wittenberg zwischen dem 27.10. und dem 06.11.1538 bestätigen ein Brief von Rektor und Senat der Universität Tübingen an Melanchthon, den Camerarius überbrachte, (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 2108) und ein Brief Melanchthons an Johannes Lang, in dem er Camerarius' Anwesenheit in Wittenberg erwähnt (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 2113.) Auf dem Rückweg überbrachte Camerarius dann offenbar Briefe von Melanchthon an Ludwig Gremp (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 2118) und Leonhard Fuchs (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 2117), die Melanchthon am 12. November aufsetzte. Camerarius' Aufenthalt in Wittenberg war kürzer als geplant, was er in der "Vita Melanchthonis" ebenfalls mit seinem Fußleiden begründet, das auf dem Weg schlimmer geworden sei. Ob die Krankheit, die Camerarius nach seiner Rückkehr niederstreckte, mit demselben Leiden zu tun hatte, muss offen bleiben. Camerarius erwähnt seine Reise nach Wittenberg außerdem in einem kurz danach entstandenen Hodoeporicon an seine Wittenberger Freunde (dat. 29.11.1538); der dort erwähnte Sturz allerdings, bei dem das Pferd mitsamt seinem Reiter Camerarius in regnerischem Wetter in den Graben fiel, ging nach dem dortigen Zeugnis offenbar glimpflich aus und hat weder mit dem in der Melanchthon-Vita erwähnten Fußleiden, noch mit der im Widmungsbrief erwähnten aegrotatio etwas zu tun.
  124. Vgl. vorherige Anm.
  125. Darauf deuten auch spätere Äußerungen im Widmungsbrief zur zweiten Auflage des "Hippocomicus" hin, ↓ Formen und Probleme.
  126. Vgl. auch Camerarius' Antwort auf Karlowitz' erneute Aufforderung am 21.03.1543 und einen weiteren Brief vom Dezember 1543.
  127. Camerarius beschäftigte sich seit seinen jungen Jahren mit Xenophon, wie Noreen Humble herausgearbeitet hat (vgl. Humble 2017, S. 169ff.). Von Camerarius' Beschäftigung mit den "Hellenika" schon 1522 zeugt etwa ein Brief an Melanchthon vom 09.11.1522 (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 243); bei deren Lektüre sammelte er offenbar Vokabeln für Melanchthon (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 246, dat. 17.11.1522). Des Weiteren besorgte er für Melanchthon offenbar Texte der Kyropädie (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 352, dat. 01.11.1524). Zwei Jahre später ist es Melanchthon, der einen Xenophon-Codes zu Camerarius nach Nürnberg schickt (vgl. MBW - Regesten online, Nr. 472). Wenn Camerarius als Experte für Xenophon galt, liefert dies außerdem eine Erklärung für Estiennes heftigen Angriff gegen Camerarius (vgl. Humble 2017, S. 175).
  128. Vgl. auch Humble 2017, S. 175.
  129. Vgl. Dürer, De symmetria partium in rectis formis humanorum corporum, 1532, Bl. A5r.
  130. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, Bl. G5r.
  131. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, Bl. G5r.
  132. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, Bl. G5r: Placuit autem, quemadmodum et ante fecimus enarrantes quasi historiolam corporis humani, ea commentari quae Pollux exposuit.
  133. Allerdings beschäftigte sich Camerarius offenbar auch bereits im Studium mit Iulius Pollux, vgl. seinen Brief an Melanchthon (dat. ca. 17. November 1522), MBW - Regesten online, Nr. 246.
  134. "Deren hat der Hochgelert Herr Ioachimus Camerarius, weilandt mein Hochgeliebter Herr Praeceptor, seliger gedechtnus / aus den schrifften Xenophontis, und andrer seines fürbildt / wiewol in verwirter ordnung (wie er selbs bekennet) hinderlassen" (Fayser, J., Hippiatria. Gruendlicher Bericht vnd aller ordennlichste Beschreibung der bewerten Roßaertzney ..., Augsburg 1576 (VD16 F 670), im "Beschlus" (unpaginiert), Digitalisat bei der BSB München).
  135. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A2r.
  136. Hactenus pauca quaedam praefati de equis, horum curam et tractationem deinceps persequamur, scripta veterum cum nostra consuetudine conferentes et colligentes de his etiam nos ipsi quaedam cogitatione nostra (Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. 3v).
  137. Vgl. etwa Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. C2r.
  138. Vgl. etwa Xenophon, Hippocomicus, 1556, S. 1, sowie einen langen, erst in der zweiten Auflage eingeführten Abschnitt auf den Seiten 2 bis 3, oder S. 24.
  139. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, S. 7f.
  140. Vgl. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. 4r sowie Xenophon, Hippocomicus, 1556, S. 11. Vgl. auch Abschnitt ↓ Die Frage nach der Seele.
  141. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, S. 43f. Vgl. auch → Mantik und Magie.
  142. Res enim tota inprimis nugatoria atque futilis est, quamvis ubique gentium locorumque & omnibus temporibus usitata ("De generibus divinationum", S. 125).
  143. Stockhorst 2020, S. 34.
  144. Atque ego ex illo tempore minus curavi quid alii de isto scripto sentirent, neque moverunt me quorundam ioci illudentium talis argumenti compositionem. (Bl. AA2r). Das Wort compositio weist dabei eindeutig darauf hin, dass es um den von Camerarius selbst verfassten "Hippocomicus" geht und nicht um die Übersetzung von Xenophons "Περὶ ἱππικῆς".
  145. Vgl. Stockhorst 2020, S. 41. Die Entwicklung des Reitens von der mündlich vermittelten, praktischen Fähigkeit der mittelalterlichen Eliten zur schriftlich vermittelbaren Reitkunst als ars equitandi hat Stefanie Stockhorst ausführlich nachgezeichnet, vgl. Stockhorst 2020, S. 29-64.
  146. Nam si exercitationem quoque esse aliquam nostram perhiberemus, poteramus fortasse vel horum temporum consuetudine, vel genere vitae quod ingressi sumus atque consequimur, refelli. Quis vero omnium non praecipit atque docet plurima alios, quae desunt sibi ipsi? (Xenophon, Hippocomicus, 1556, Bl. AA2r).
  147. Idem a quo sermone data est verbisque solutis / Littera dudum, aliis quam tibi lecta prius (Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553, Bl. a i v).
  148. Te tamen ut vidisse etiam sperare liceret, / scripta sua hinc a se fecit ut acciperes. / Addidit et versus hic carmina pauca Latini / Grata futura tibi sic ratus illa magis. (Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553, Bl. a i v.) Wenn dies tatsächlich der Fall war, stellte es einen gewissen Affront von Seiten Loxans dar.
  149. Nec tibi doctrinam praeceptaque tradere rerum / Notarum ante tibi nos voluisse, putes. / Sed tibi cum primis cupiisse placere perito, / Stareque iudicio nostra reperta tuo. (Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553, a iii r) Diese Stelle bestätigt gleichzeitig, dass der "Hippocomicus" zumindest als Reitlehrbuch verstanden werden konnte, wenn nicht sogar sollte: Es sei nicht Camerarius' Absicht, Loxan Dinge beizubringen, die dieser bereits beherrsche; im Umkehrschluss wollte er aber durchaus andere belehren.
  150. Tum igitur absoluta haec placuit cum praefatiuncula nostra ad te peculiariter mittere, Georgi Loxane, cuius virtus et excellens sapientia esset cum apud alios in summe admiratione, tum celebrata mirificis sermonibus coram me, et a Ludovico Brassicano et Bartolomaeo Amantio... Quorum alter cum forte nuper huc venisset, ... testimonium aliquod voluntatis erga te nostra quasi instipulatus a me fuit, cum ita repromitteret tibi illud gratissimum acceptissimumque futurum esse, propemodum ut ad praestandum dependendumque ipse sese obligaret. Quare si haec tenuiora, tuaque magnitudine indigna videbuntur, habere nos a quo sublevari, et cuius fide veluti satisfacere possimus, Ludovicum nostrum, scire debebis (Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A3r).
  151. ... cui tum probavi et studium erga ipsum meum et istam scribendi rationem, cum et se admodum delectari declarasset voluntate et iudicio meo, et ea quae suscepissem explicanda, neque rerum cognitione defici et verborum copia luculente enarrari diceret (Xenophon, Hippocomicus, 1556, Bl. AA1v).
  152. "Il suo Ippocomico ossia l'Arte di educare i cavalli (...) ebbe per lungo tempo grande riputazione" (Biografia universale antica e moderna, Bd. 9, Venezia 1823, S. 180).
  153. Tui libelli hic magnae mihi voluptati fuerunt (MBW - Regesten online, Nr. 2184).
  154. Vgl. MBW - Regesten online, Nr. 2186.
  155. Quod tu Christophore Carolovici scriptum nostrum saepe admodum probasti, et tibi equorum studiosissimo et rei equestris peritissimo lectionem huius profuisse dicere non es veritus (Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 66).
  156. Fayser, J., Ἱπποκομική. Künstlicher Bericht Vnd allerzierlichste beschreybung des Edlen, Vhesten, vnnd Hochberümbten Ehrn Friderici Grisonis ..., Augsburg 1570 (VD16 G 3371), Bl. a [vi] r, Digitalisat bei der Österreichischen Nationalbibliothek.
  157. "Deren hat der Hochgelert Herr Ioachimus Camerarius, weilandt mein Hochgeliebter Herr Praeceptor, seliger gedechtnus / aus den schrifften Xenophontis, und andrer seines fürbildt / wiewol in verwirter ordnung (wie er selbs bekennet) hinderlassen" (Fayser, J., Hippiatria. Gruendlicher Bericht vnd aller ordennlichste Beschreibung der bewerten Roßaertzney ..., Augsburg 1576 (VD16 F 670), im "Beschlus" (unpaginiert), Digitalisat bei der BSB München).
  158. Vgl. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. 15v.
  159. In seinem Konzept für eine Biographie seines Vaters schreibt der jüngere Camerarius: Delectabatur inprimis equis bonis, et equitandi artem tenebat, quod eius Hippocomicus quoque ostendit. Tulitque hac in parte hanc laudem, ut quidam princeps Germaniae praecipui nominis dixerit se inter literatos nullum vidisse, qui ita equestris esset sicut Ioachimus. (München, BSB, Sign. Clm 10376 Nr. 8, Bl. 17r/v).
  160. Vgl. Markham, G., Markham’s Maister-peece [Masterpiece], Containing all Knowledge Belonging to Smith, Farrier, or Horse=Leech, Touching on Curing All Diseases in Horses, London, 1610 (Text unter http://name.umdl.umich.edu/A06950.0001.001, vgl. S. 195). Auflage von 1651 mit Erwähnung des Camerarius auf S. 218 bei Early English Books Online Text Creation Partnership.
  161. Non certe fuit facilis res (Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A3v).
  162. Vgl. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A3v.
  163. Non est tanta bonitas ingenii nostri, ut sine diligentiae subsidio, quicquam perficere possit (Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A3v).
  164. Vgl. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A3v.
  165. Vgl. Camerarius, De tractandis equis, 1539, Bl. A4r.
  166. Crebritas mendorum, quibus interdum coacti fuimus non tam interpretari Graecum scriptum, quam nostras coniecturas exponere (Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 104; vgl. dazu auch S. 122).
  167. Vgl. Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 124.
  168. Vgl. Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 122.
  169. Wie etwa das Wort πλεονεκτήματα, vgl. Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 125.
  170. Vgl. Notiz zur Übersetzung von διαβάσεις als interclusa, Xenophon, De forma reipublicae Lacedaemoniorum, 1543, S. 124.
  171. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 268.
  172. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 64.
  173. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 35f.
  174. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 41.
  175. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, S. 114f.
  176. Vgl. Camerarius, Appendix problematum (Druck), 1596, 42f.
  177. Non enim iis in quibus anima inest et vita, sic uti convenit, ut calceamentis aut vasis, quae fracta aut detrita abiicimus, Sed par est ut alia erga animantes sit affectio nostra, vel hanc ob caussam, ut exercitatione quadam hac ad mansuetudinem et clementiam erga homines praeparemur (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 8).
  178. Dixitque et hoc praeclare ex sapientibus Hebraeis Siracides, viro prudenti et bono iumentorum etiam suorum vitam curae esse (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 8).
  179. [U]trum in equis et animantibus reliquis, quae bestiae dicuntur, intelligencia inesse videatur, et ἄλογοιne a Graecis appellati fuerint, quod sermonis, an potius quod rationis essent expertes (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 10f.)
  180. Dat. 01.08.1527.
  181. Si qui autem sunt, qui usum rationis hominum generi divinitus insitum, in iis rebus quae non complectuntur coelestis veritatis arcana, tollunt, ii ut Cicero ait, tollunt hominem ex homine, relinquunt igitur ζῶον μὲν, ἄλογον δὲ, hoc est beluam (Camerarius, Epistolae Eobani, 1561, Bl. T3r/v).
  182. Vgl. Aristoteles, Ethica Nicomachea, 1578, 4f.
  183. Atque hic est λόγος constituens ac definiens naturam humanam, ut haec ab aliis animantibus hoc ipso separetur, quod ratione sit praedita. huius autem rationis interpres est oratio, pronuntians quasi dictata rationis, quae sunt animi cogitationes (Aristoteles, Ethica Nicomachea, 1578, 22). Vgl. auch Cic. off., I, 50 sowie Newmyer 2008, 73.
  184. Cum autem sit homini ab aeterno Deo non modo vita attributa quemadmodum caeteris animantibus, sed aucta haec divino anhelitu, ut ratione et intelligentia, quae est consilii et mentis vis, homo sit praeditus: sequitur ut haec propria hominis natura et cognoscenda studiose et tuenda accurate esse videatur. (Camerarius, Opuscula moralia, 1583, 186).
  185. Beide sprechen Tieren zwar eine Seele, jedoch keinen Verstand zu. Vgl. Ju 2007, 97, Steiner 2008, 28 und 36, Newmyer 2008, 73, Wyss 2019, 30.
  186. "Among medieval philosophers, there was not much of a debate on whether dogs, cats, apes, or horses, and even more minute nonhuman animals, such as flies and bees, have souls. By and large, they all adopted the view of Aristotle according to which the soul is the ‘principle of life’. Hence, all living beings, from plants to humans, possess souls; otherwise they would not be alive" (Oelze 2018, 28).
  187. Vgl. Melanchthon, De anima, 1540, 24f., Geßner, Physicae meditationes, 1586 (VD16 G 1792), 190, Comenius, Orbis sensualium pictus, 1658 88. Vgl. auch Oelze 2018, 28f. und 36ff.
  188. [Oelze 2018]], 36.
  189. Cum autem sit homini ab aeterno Deo non modo vita attributa quemadmodum caeteris animantibus, sed aucta haec divino anhelitu, ut ratione et intelligentia, quae est consilii et mentis vis, homo sit praeditus: sequitur ut haec propria hominis natura et cognoscenda studiose et tuenda accurate esse videatur (Camerarius, Opuscula moralia, 1583, 186).
  190. Die analoge Frage nach der Abstufung von Tier und Pflanze spricht Melanchthon in seiner Schrift "De anima" an: Sentiuntne plantae? Agitatur et haec quaestio, an plantae sint animalia, an sentiant: sed has inutiles quaestiones praecidamus. Plantae non sunt animalia, nec sentiunt.
  191. "Yet, the most interesting question is, how do the rational souls of humans compare to the sensory souls of nonhuman animals? If having a soul means having certain capacities or engaging in certain operations that are characteristic of this soul, what are the specific operations of rational souls?" (Oelze 2018, 37).
  192. Ἀλλ’ ἐκεῖνο νὴ Δία τοῦ Χρυσίππου πιθανὸν ... Ἡ δὲ ὗς ... οὐ δι’ ἄλλο τι πλὴν θύεσθαι ἐγεγόνει, καὶ τῇ σαρκὶ τὴν ψυχὴν ὁ θεὸς οἷον ἅλας ἐνέμιξεν, εὐοψίαν ἡμῖν μηχανώμενος (Porph. abst. III, 20).
  193. [Χ]ῆνας δέ τις, τούτους σιτιστοὺς δὴ λέγω, / τοὺς ὗς θ' ὁρῶν σιάλους, ἴσως ὀιήσεται / ἄλλ' οὐδὲν εἶναι τούσδε, πλὴν κρέας μόνον, / ἔχον ἀνθ' ἁλὸς ψυχῆς τι, πρὸς τὸ διαμένειν / ἄφθαρτον, ἤδ' ἄσηπτον, εἶδαρ εὔτροφον: / ἔνεσθ' ὅμως γε τοῖσδε νοῦ τι καὶ φρενός (Philes, De animalium proprietate, 1575, 184) oder in Bersmans Übersetzung: Quidam anseres, hos altiles inquam, videns, / Porcos saginatosque, forte duxerit / Nil esse, carnem praeter, illos quippiam, / Quae pro sale animam acceperit, putredine / Ne colliquescat, ferculum pascens probe. / Sed mentis haud illis inest prorsus nihil (Philes, De animalium proprietate, 1575, 185).
  194. Eine Frage, die zur auch Thomas von Aquin, Aegidius Romanus und Albertus Magnus angesprochen wurde (vgl. Oelze 2018, 54f.).
  195. Ebd.
  196. Vgl. Philes, De animalium proprietate, 1575, 186.
  197. Ad bonam igitur curam hoc praecipue pertinet, Equus ut et ametur ipse, et tractatorem suum, a quo curatur, ... amet, et se illi curae esse sentiat (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 10).
  198. Gemeint sind Plutarchs Schriften "Gryllus – An bruta animalia ratione uti" und "De sollertia animalium".
  199. [E]t iritari et placari, item abigi allicique bestias, cum voce tum gestibus ut non solum corpore illas, sed etiam animo sentire, hoc est quodam modo intelligere, certum sit (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 11). Die Relativierung quodam modo wurde erst in der zweiten Auflage des "Hippocomicus" eingeführt, die Camerarius auch an anderen Stellen umfänglich überarbeitet hat. Dies zeigt, wie vorsichtig er bei der Formulierung seiner Hypothesen ist. Der Schritt von sentire zu intelligere, so klein er in Camerarius' Argumentation als einfaches hoc est erscheint, ist keineswegs trivial, sondern betrifft genau den Kernpunkt der Diskussion: Tiere besitzen eine anima sensitiva, damit ist das sentire gegeben. Intelligere wäre genau das Zeichen einer anima rationalis/intellectiva. Dass sentire bereits (eine gewisse Form von) intelligere impliziert, ist ein Argumentationsschritt, dessen Angreifbarkeit Camerarius in seinen späteren Jahren offenbar bewusster war und den er deshalb relativieren zu müssen glaubte.
  200. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, 11. Dieses Beispiel kann Camerarius aus Plutarch, Aelian oder Sextus Empiricus haben (Ael. NA VI, 59, Plut. soll. an. 969b, S. Emp., P. H. I, 69); letzterer schreibt das Argument Chrysipp zu, womit Camerarius in seiner ersten Auflage richtig gelegen hätte.
  201. [Q]ui his [sc. equis] non tantum intelligentiam, sed divinam intelligentiam atque etiam orationem attribuit (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 11).
  202. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, 12.
  203. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, 13.
  204. Vgl. Xenophon, Hippocomicus, 1556, 13.
  205. Ad intelligentiam quidem equorum quod attinet, ut de veritate rei pronunciare non ausim, ita mihi profecto, memoria, gloriae et laudis studium, ambitio, disciplina, atque alia huiusmodi, in his animadversa et haud obscuris signis deprehensa, sine aliqua intelligentia, prudentia, consilio, quae esse possint omnino inexplicabile videtur. (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 13f.).
  206. Neque ego hanc mentem, intelligentiamque ac rationem humanam esse dico, verum aliam quandam sui generis ac modi (Xenophon, Hippocomicus, 1556, 14).
  207. Existimantur animalia bruta et beluae, nec non aves atque pisces, posse communicare inter se cogitationes et voluntatem suam. quod si est verum, an illud verum non est haec prorsus esse ἄλογα, id est rationis expertia? de quo et Plutarchi disputationes extant. Nam si in illis est cogitandi quaedam vis, id est τὸ διανοητικὸν, erit etiam τὸ λογιστικὸν, id est quidam rationis usus. (Camerarius, Decuriae, 1594, 170).
  208. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 170.
  209. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 170.
  210. Habetur autem quasi commercium istarum avium pro fortunato: nam et excubant pro iis locis in quibus nidos construxerunt, strenue, et venenata devorant, et praesentire ruinarum atque ignis periculum creduntur (Camerarius, Decuriae, 1594, 170f.).
  211. Ne autem paterfamilias usum habitationis gratuitae concedere ipsis gravetur, ubi primum pullos exclusere, unum illorum quasi pro mercede locationis in aream deiicere eas, certum est. Non enim faciunt hoc odio erga sobolem suam, quum sint φιλοστοργόταται, usque adeo ut pietatis ab his proverbium natum sit τοῦ ἀντιπελαργεῖν. (Camerarius, Decuriae, 1594, 171).
  212. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 171f.
  213. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 172.
  214. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 172.
  215. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 173.
  216. Vom sog. Storchengericht berichtet auch Ludwig Bechstein in seinem Thüringer Sagenbuch (vgl. Bechstein 1858,108f.).
  217. [E]a specie quae est exercitus quum orbis quidam efficitur ad aliquarum rerum cognitionem (Camerarius, Decuriae, 1594, 173).
  218. Vgl. Camerarius, Decuriae, 1594, 173.
  219. Neque ego tamen assero eam vim rationis et intelligentiae, quae est in homine, esse in caeteris quoque animantibus: si enim est oratio interpres cogitationis atque mentis, quae natura orationis facultate caret, eam ne mente quidem praeditam esse existimandum (Camerarius, Decuriae, 1594, 173). Mit oratio meint Camerarius demnach spezifisch menschliche Sprache; schließlich hat er zum Beginn der Fragestellung einige Seiten zuvor den Tieren Sprache zugestanden. Dort verwendet er aber explizit nicht das Wort oratio, sondern den Ausdruck posse communicare inter se cogitationes et voluntatem suam; schließlich formuliert er folgenden ja eben auch die Frage, ob diese communicatio überhaupt durch Laute geschieht. Vgl. auch Oelze 2018, 49.
  220. Sed erit tamen in illis quiddam pro captu ingenii et conditione naturae singularum, simile et quodammodo par: ac tale quidem, ut sine eo ne humanae quidem rationis et considerationis facultas explicari exercerique posset. Hanc vim animi Aristoteles φαντασίαν appellavit, in qua est imaginum quaedam et visorum apparitio; et μνήμην, quae est memoria (Camerarius, Decuriae, 1594, 173f.).

Notizen zur Naturkunde

Pferdesturz:

  • Camerarius an die Wittenberger Freunde, 29.11.1538 OCEp 1532: Sturz bei Würzburg, Pferd fällt mitsamt ihm in Graben; glimpflich ausgegangen. Nicht identisch mit Krankheit in Camerarius an Loxan, 18.03.1539 OCEp 1474 nach Rückkehr von der Reise; ebenfalls nicht identisch mit Stelle in Vita Melanchthonis: (nach Strobel S. 179f.): "... profectus ego fui Vuittenbergam ... Quo in itinere accidit, ut pedis malum, quod mihi iamdiu non solum molestum sed infestum quoque fuisset, et tunc videretur satis bene esse situm, cum vectatione irritatum, tum errore quodam curae recrudesceret, ut metu maiorum cruciatuum, festinantius Vuittenberga discedere cogerer, quam statueram ac volebam." Interessant ist, dass Camerarius in seiner "Vita Melanchthonis"
  • Camerarius an Stiebar, 07.03.1540 OCEp 1017: Sturz bei Pforzheim, Pferd wirft ihn ab und zieht ihn am linken Fuß mit; ohne Folgen; so auch JCII in seiner Biographie: [1] (München, BSB, Sign. Clm 10376) Nr. 8 Bl. 9r Scan-S. 46.

Dinge, die wir noch nicht tun wollen, aber irgendwann schon

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Problem: Behandelt bisher alles als Buch. Evtl. kann man mit {{#if: {{{journal}}} | article | book }} o. Ä. definieren, dass als "type" "article" (also Zeitschrift) ausgegeben wird, wenn ein Zeitschrifttitel gegeben ist, das funktioniert aber bisher nicht richtig. Evtl. muss man also auf allen Literaturseiten noch einen Reiter "Quellentyp" hinzufügen und händisch ausfüllen.

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Spielwiese

Parserfunction #ask

 Regest jn
Camerarius an Hieronymus Baumgartner und Georg Römer, 15.06.1536wahr
Camerarius an Baumgartner d.Ä., 28.09.1538wahr
Camerarius an Baumgartner d.Ä., 20.02.1539wahr
Camerarius an Baumgartner d.Ä., 01.12.1539wahr
Camerarius an Baumgartner d.Ä., 13.12.1540wahr
… weitere Ergebnisse
 Erstdruck in
Bersman, Auctarium, 1575Philes, De animalium proprietate, 1575
Camerarius (corr.), Opera Ciceronis, 1540Cicero, Opera, 1540
Camerarius, (Scripta) ad scholam Lipsiensem pertinentia, (unvollendet)
Camerarius, (sc. Iosepho Camerario fratri carissimo) In sepulchro, 1531Hessus, Epicedia, 1531
Camerarius, (Δαμοκράτους) τὸ διὰ βοτάνης πάγχρηστον, 1533Camerarius, De Theriacis, 1533
… weitere Ergebnisse


  1. Camerarius an Roting, 01.02.1539
  2. Sambucus an Camerarius, 01.06.1567
  3. Camerarius an Fabricius, kurz nach dem 02.07.1555
  4. Krafft an Camerarius, 1540-1544
  5. Camerarius an Neuenahr, 05.03.1573
  6. … weitere Ergebnisse


Camerarius an Roting, 01.02.1539, Sambucus an Camerarius, 01.06.1567, Camerarius an Fabricius, kurz nach dem 02.07.1555, Krafft an Camerarius, 1540-1544, Camerarius an Neuenahr, 05.03.1573… weitere Ergebnisse

HTML und CSS in Wiki

Ich kann Wiki-Text mit HTML- und CSS-Befehlen formatieren.


Skins und private Seiten

Mit ein bisschen html-Code kann man erreichen, dass eine Seite nur für angemeldete Nutzer sichtbar ist. Verwende dafür zwei getrennte div-Tags mit class public und private.

<div class="private">
''Alles, was in diesem Bereich steht, ist für unangemeldete Nutzer nicht sichtbar.''
</div>
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''Hier steht öffentliches Zeugs.''
</div>

Das Inhaltsverzeichnis im öffentlichen Skin zu verstecken, funktioniert so:

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Tabellen, die mal wichtig waren und es vielleicht wieder werden

Griechisches mit Astrologie

 Sprache
Camerarius, Annotatiunculae, 1535Latein
Griechisch
Camerarius, Astrologica (griech.), 1532Griechisch
Camerarius, Belli Smalcaldici commentarius, 1611 (1547)Griechisch
Camerarius, Commentarii in Ptolemaeum, (unvollendet)Latein
Griechisch
Camerarius, De generibus divinationum (Werk), 1576Latein
Griechisch
Camerarius, Oὐδεὶς κομήτης (Inc.), 1574Griechisch
Camerarius, Ptolemaei Centiloquium (griech.), 1535Griechisch
Camerarius, Ptolemaei Quadripartitum (griech.), 1535Griechisch
Camerarius, Εἰς τὴν Τετράβιβλον σύνταξιν, 1535Griechisch
Camerarius, Εἰς ἀστρολόγους, 1538Griechisch
… weitere Ergebnisse


Griechische Briefe

 WerksigleAbsender (Vorname Nachname)Empfänger (Vorname Nachname)Erstdruck inAusreifungsgradSprache
Camerarius an Crato, 29.09.1566OCEp 1184Joachim Camerarius I.Johannes CratoCamerarius, Epistolae familiares, 1595AbschriftLatein
Griechisch
Camerarius an Chyträus, 14.02.1569OCEp 1429Joachim Camerarius I.David ChyträusChyträus, Epistolae, 1614AbschriftLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 30.09.1544OCEp 1905Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Camerarius an Altmann, 1554 (?)OCEp 0187Joachim Camerarius I.Paul AltmannCamerarius, Epistolae Eobani, 1557DruckGriechisch
Melanchthon an Camerarius, 08.05.1545OCEp 1925Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 02.03.1545OCEp 1920Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 06.02.1536OCEp 1743Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 07.06.1531OCEp 1676Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 16.06.1525OCEp 1583Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
Melanchthon an Camerarius, 15.07.1541OCEp 1801Philipp MelanchthonJoachim Camerarius I.
Hieronymus Camerarius
Melanchthon, Epistolae ad Camerarium, 1569DruckLatein
Griechisch
… weitere Ergebnisse

Werke mit Theologiezeugs

 Sprache
Camerarius, Alia (precatio). Christe Dei aeterni soboles (Inc.), 1560Latein
Camerarius, Alia precatio. Prae cunctis aeterne Deus (Inc.), 1560Latein
Camerarius, Aliae (scil. preces) matutinae, 1573Latein
Camerarius, Aliud, 1570Latein
Camerarius, Annotata ad libellum Iesu Siracidae, 1551Latein
Camerarius, Anzeigung des Fürst Georgen zu Anhalt Laebens, 1561Deutsch
Camerarius, Aurel(ii) August(ini) libro octavo Confessionum capite secundo, 1537Latein
Camerarius, Benevolentia erga aetatem puerilem Iesu Christi, 1566Latein
Camerarius, Carmen gratiarum actionum et precum, 1571Latein
Camerarius, Chorus puerilis. Haec tua sancte (Inc.), 1551Latein
… weitere Ergebnisse

Briefe mit Theologiezeugs

 
Chyträus an Camerarius, 13.01.1571
Camerarius an Chyträus, 14.02.1569
Camerarius an Stiebar, 01.08.1527
Camerarius an Jonas, 13.08.1535
Camerarius an Vogler, 01.01.1542
Camerarius an Albrecht (Preußen), 1543
Helt an Camerarius, 03.01.1543
Camerarius an Irenäus, 02.06.1544
Camerarius an Baumgartner d.Ä., 10.12.1548
Camerarius an Crato, 13.11.1553
Camerarius an Bernhard VII. (Anhalt), 11.12.1563
Camerarius an Oporinus, 01.03.1566
Camerarius an Crato, 05.08.1568
Camerarius an Cracow, 19.11.1571
Camerarius an Cracow, 26.05.1572
Camerarius an Chyträus, 17.09.1570
Chyträus an Camerarius, 21.12.1568

Testfeld Zitation Lexikon

Tatsächlicher Code:

Zitation , Art. "HIWI", in: Opera Camerarii Online, {{{Link}}} (30.01.2023).
Zitation Artikel "HIWI", bearbeitet von (30.01.2023), in: Opera Camerarii Online, {{{Link}}}

Natürlich müssen Sie sich das so vorstellen, dass statt "HIWI" etwa "Mathematische Wissenschaften" und nach "bearbeitet von" dann die Namen der Bearbeiter stehen. Das klappt nur auf meiner Benutzerseite nicht, weil ich da ohne Aufwand keinen Bearbeiter definieren kann. So sähe es dann konkret aus:

Zitation Artikel "Mathematische Wissenschaften", bearbeitet von Marion Gindhart und Alexander Hubert (08.06.2022), in: Opera Camerarii Online, http://camerarius.uni-wuerzburg.de/camerarius/index.php/Mathematische_Wissenschaften

Defekte Seiten (im Auge behalten!)

OC/OCEp Notiz
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